Ich bin ein großer Fan Linda Howards, aber dieses Buch würde ich nicht zu meinen persönlichen Favoriten zählen.
Zu ungewöhnlich für meinen Geschmack ist die Idee des weiblichen Butlers, mit der bei mir kein Funke überspringen konnte. Darüber hinaus fesseln die Hauptdarsteller des Romans, Sarah Stevens und Detective Cahill überhaupt nicht. Beide, auch als sie zum Paar werden, sind seltsam blaß und kommunizieren in hölzernen und relativ humorlosen Dialogen. Außerdem sind mir Sarah und Cahill einfach zu tough und perfekt und durchtrainiert; in ihrer Beziehung gibt es, sieht man mal von Cahills derber Ausdrucksweise ab, kaum Überraschungen. Selbst an den erotischen Szenen verliert man schnell die Lust, wenn diese laufend mit Kampfsportduellen in Cahills Fitnesskeller eingeleitet und von der Übersetzung Begriffe wie Watsche verwendet werden.
Weiterhin vermißte ich jene subtilen Thrill-Elemente, die Howards Romane sonst jederzeit auszeichnen. Spannungspotential wurde zwar öfters aufgebaut, verpuffte aber in absurden Szenen oder fehlender Logik. Trevor Densmore erinnerte mich zuweilen an den bösartigen Serientäter aus "Süße Hölle", aber leider erst gegen Ende, welches sich auch ziemlich schwer tat.
Fazit: Vom Stil sicher unverkennbar Linda Howard, unter die Haut, wie üblich, geht dieser Roman allerdings nicht. Für Fans zwar zu empfehlen, wer aber die Bücher der Autorin noch nicht kennt, sollte besser erst „Mr. Perfekt" oder eines ihrer früheren Werke lesen.