-
Suhrkamp-Insel-Shop:
Hier finden Sie Neuheiten des Verlags, Taschenbuch-Highlights, Bücher im Großdruck, Schullektüren und mehr. Zum Suhrkamp-Insel-Shop
| ||||||||||||||||||||||||||||||
Produktinformation
|
Gottseidank hat er uns etwas an die Hand gegeben, das schwerer wiegt als all die Anfeindungen: Ein Springender Brunnen. Dieses Buch wird nicht vergehen, so viel steht fest. Das langgeplante, quasi autobiografische Alterswerk des inzwischen 71-jährigen tuscht Bilder in uns hinein, Bilder von solcher Zartheit und Erinnerungsgenauigkeit, die unweigerlich im Leser die eigene Kindheit wiedererstehen lassen.
Erzählt wird aus der Sicht des kleinen Johann ab seinem fünften Lebensjahr. Ort der Handlung ist Wasserburg am Bodensee im Jahr 1932. Johanns Eltern betreiben eine kleine Gastwirtschaft, immer am Rande des Ruins entlangschlitternd. Der Vater, ein Schöngeist, aber geschäftlicher Unglücksrabe, wird zur wichtigsten Figur in Johanns Dasein. Er weckt die poetische Ader des Jungen, indem er immer neue, phantastische Vokabeln in seinen Wörterbaum hängt. Die Mutter hingegen eine bigotte, lebensunfrohe, aber tüchtige Person, ohne die die Gastwirtschaft längst ruiniert wäre. Dazu läßt Walser noch jede Menge bizarres Dorfpersonal aufmarschieren.
Wundervoll beschrieben ist Johanns erste Liebe zu einem Artistenmädchen aus einem Wanderzirkus (er klebt ihr Abziehbildchen auf die Oberschenkel, her mit dem Nobelpreis für solche Beschreibungen!). Das erste Auftauchen der Braunhemden im Dorf, der Eintritt seiner Mutter in die Partei, das wird völlig unaufgeregt und ohne Rechtfertigungen dargestellt. Das mag vielleicht nicht politisch korrekt sein, aber Walser berichtet eben strikt aus der Sichtweise des Jungen.
Und so begleiten wir Johann, der in den Krieg zieht, seine Gedichte verfaßt, wieder zurückkehrt in sein Wasserburg, das ihm doch die Welt ist; schließlich zu Martin Walser wird, den wir schätzen gelernt haben und der uns diese Geschichte so ergreifend nahegebracht hat, und wir stellen erstaunt fest: So sieht also ein Meisterwerk aus! --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden(Was ist das?)Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
|
Die Vergangenheit, die Zeit des Nationalsozialismus, wird hier nicht bewaeltigt, da der Roman keine Moral oder Einsicht von heute aus enthaelt. Die Erinnerungen an seine Kindheit sollen sich von ganz alleine als unverstellte Wahrheit einstellen. Walser klagt niemanden an und spricht niemanden frei. Meiner Meinung nach, ist es Martin Walser so gelungen, auf unterhaltsame Art und Weise (das Buch laesst sich im Vergleich zu anderen Walser-Romanen sehr zuegig lesen), seine eigene Kindheit in einer schweren Zeit wirklichkeitsgetreu und ohne die vielleicht erwarteten Be- oder Entlastungen zu beschreiben. Auch altbekannte Walser-Themen werden hier wieder aufgegriffen, wie z.B. die Sprache und das Schriftstellertum, sexuelle Schwierigkeiten und Beziehungsschwaechen, Identitaet und Heimat.
Fuer mich ist "Ein springender Brunnen" der beste Roman Walsers innerhalb seines Spaetwerks. Ein literarischer Hochgenuss, der zum Nachdenken anregt. Sollte man unbedingt gelesen haben!
Während in der täglichen Realität zwischen Anspruch und Wahrheit von gesellschaftlicher... Lesen Sie weiter...
|
Das Forum zu diesem Produkt
Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|