Neben Ian Rankin ist Peter Robinson der meiner Meinung nach beste britische Autor von Serienkrimis. Ähnlich wie der Schotte Rankin wurde auch der mittlerweile in Kanada lebende Robinson erst recht spät für ein deutsches Publikum entdeckt.
Der vorliegende Roman „Ein seltener Fall" ist der neueste in der Reihe um das Team von Inspector Alan Banks aus Eastvale in Yorkshire. Geschrieben 2003, erschien er ein Jahr später bei Ullstein erstmals in deutscher Sprache.
Alan Banks quält seit seiner Kindheit immer wieder ein furchtbarer Verdacht, der in früheren Büchern von Peter Robinson immer mal wieder angedeutet wurde: er glaubt Schuld zu sein am Verschwinden seines alten Schulfreundes Graham Marshall, der Mitte der sechziger Jahre an einem Sonntagmorgen plötzlich spurlos verschwand.
Nun, Jahrzehnte später, werden bei Bauarbeiten die Gebeine von Graham gefunden und relativ schnell identifiziert. Gleichzeitig verschwindet in Alan Banks Bezirk ein 15 -jähriger Junge. Obwohl er noch im wohlverdienten Erholungsurlaub ist, hängt sich Banks an beide Fälle und löst sie jeweils mit der Hilfe einer Kollegin.
In Eastvale hat er es mit Anni Cabbot zu tun, einer Kollegin, mit der ihn seit der Trennung von seiner Frau Sandra eine konfliktreiche Beziehung verbindet, und in Peterborough, seiner Heimatstadt, lernt er die Inspektorin Michelle kennen und löst mir ihr dem Fall seines verschwundenen Jugendfreundes. Sie kommen sich näher, aber das Ende des Buches lässt offen, ob ihre Beziehung eine Zukunft hat. Wir werden deshalb bis zum nächsten Band warten müssen, dessen Erscheinen Ullstein unter dem Titel „Kein Rauch ohne Feuer" für das Frühjahr 2006 angekündigt hat.
„Ein seltener Fall" zeigt hauptsächlich den privaten Alan Banks, mit vielen Reminiszensen an die sechziger Jahre. Das Buch zeichnet einen nachdenklichen und sensiblen Kommissar, der mit beiden Fällen in mehrfacher Hinsicht mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird und sich ihr stellt.
Peter Robinsons Serie um Alan Banks ist eine der besten , die man lesen kann.