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Ein schnelles Leben
 
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Ein schnelles Leben [Restexemplar] [Gebundene Ausgabe]

Zoe Jenny
2.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 165 Seiten
  • Verlag: Aufbau-Verlag (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3351029519
  • ISBN-13: 978-3351029517
  • Größe und/oder Gewicht: 22,1 x 13,4 x 1,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 581.044 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Zoë Jenny
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.ch-Redaktion

Ihr erster Roman, Das Blütenstaubzimmer, machte Zoë Jenny über Nacht weltberühmt: Er wurde in fast alle Kultursprachen übersetzt, weil hier eine junge Autorin, Tochter der 68er-Generation, mal frank und frei erzählte, was in ihr vorging und was für einen Blick sie auf das Leben richtete. Die Gefühle und Ansichten einer jungen Frau überraschten nicht nur ein junges Publikum. Während ihr zweiter Roman, Der Ruf des Muschelhorns, Kritik und Leser eher ratlos hinterließ, kehrt Jenny nun mit ihrem dritten Buch wuchtig und brillant auf das literarische Parkett zurück.

In der Geschichte von Ayse und Christian, dem denkbar ungleichsten Liebespaar, das man in deutschen Großstädten finden kann, beschreibt Jenny das Drama einer ersten Liebe. Eine Liebe, die tödlich endet. Ayse lebt wohl behütet in einer türkischen Großbürgerfamilie in Berlin. Christian, in den sie sich auf einer Party verliebt, kommt aus eher zerrütteten Familienverhältnissen und steckt tief im Sumpf einer rechtsradikalen Clique. Damit beide zueinander finden können, müssen sie viele Hindernisse überwinden, müssen sie mit Konventionen brechen und ihre Familien zurücklassen. Beide brechen gemeinsam in den Süden auf und sterben im Tessin; sie werden von einer Schlammlawine begraben.

Was Zoës Roman so außergewöhnlich macht, ist die realistische, ungeschminkte direkte Sprache. Die Dialoge zwischen den Figuren wirken lebensecht. Man merkt, dass sie sich für die Arbeit Zeit genommen und in einem Milieu recherchiert hat, das ihr bislang fremd gewesen ist. Dass die Umsetzung dieser Recherchearbeit in die Fiktion gelingt, liegt an Jennys schriftstellerischem Können. Ihr gelingt es nicht nur, in die Seelentiefe ihrer Figuren zu leuchten und sie glaubwürdig zu porträtieren. Sie entwickelt darüber hinaus eine packend zu lesende Geschichte. Am wichtigsten aber ist die Einbettung ihrer Romeo-und-Julia-Variation ins Berlin der Nachwendezeit. Mithin in eine gesellschaftliche Realität, die nicht mit pastosen Pinselstrichen aufgetragen wird, sondern subtil in die Liebesgeschichte hineinwirkt. So wird der Roman zu einem wichtigen Zeugnis einer zerrissenen Generation auf der Suche nach einem Stück Identität, auf dem sich ein Lebensentwurf aufbauen könnte. --Carlo Bernasconi

Pressestimmen

"Zoe Jennys Sätze sind klar, kommen auf den Punkt. Sie beschreibt. Sie analysiert nicht. Sie kommt ohne Konjunktive, ohne Ironie, ohne jedes Begründen und Kommentieren aus." (Die ZEIT)

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

25 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Schade Schade, 23. März 2003
Von 
Barbara (München Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Ein schnelles Leben (Gebundene Ausgabe)
1997 ging ein Aufatmen durch den deutschsprachigen Raum: die Sprache der Dichter und Denker hatte endlich eine neue Stimme gefunden, Zoe Jenny veröffentlichte, gerade erst 23 Jahre alt, ihren Debütroman „Das Blütenstaubzimmer" und versetzte damit die Kritikerwelt in Erstaunen und Begeisterung. Was man sich für die deutsche Sprache erhofft hatte schien endlich zu geschehen, da meldete sich „ein Talent, das zum Schreiben geboren ist" zu Wort, in einer Sprache, die „ohne Konjunktive, ohne Ironie, ohne jedes Begründen und Kommentieren" auskam. Endlich gab es Beistand, für die gesunkene deutsche Schreibkultur. Von nun an würden nicht mehr allein Namen, wie Günther Grass und Martin Walser dienen müssen, um auf zweifelhafte Weise als selbst schon Altgewordene die deutsche Moderne hochzuhalten. Von nun an müsste nicht mehr auf Ausnahmeerscheinungen wie einen Patrick Süsskind gebaut werden, man müsste nicht mehr, wie bei Robert Schneider auch die im Vergleich zum monumentalen Erstling mickrigen, wie ein Versehen wirkenden Nachfolger hochloben. Die deutsche Sprache hatte eine neue, eine attraktive, eine junge und innovative Stimme. Die deutsche Sprache war gerettet.
Mittlerweile hat die Inflation die deutsche Literatur fest im Griff, jeder neu auf dem Markt erscheinende deutsche Autor ist der neue deutsche Autor, jede neue Stimme die neue deutsche Stimme, vielversprechende Newcomer werden so in den Himmel gejagt, dass sie nur noch abstürzen können. Die Popkultur hat Einzug in die geheiligten Hallen der Literatur gehalten, Star sein ist die Devise. Und das Wunder der Jugend griff um sich. Verlage scheinen nicht mehr die Manuskripte, sondern eher den Lebenslauf des Autors unter die Lupe zu nehmen, vornehmlich das Alter, dazu vielleicht noch ein beiliegendes Foto, den herzeigbar soll er schon sein, der neue Star am Popliteraturhimmel und woran könnte ein mäßig mitreißendes Buch mehr gewinnen, als an der Tatsache, dass bereits das Alter darauf verweist, dass das erst der Anfang war, und wenn einer so jung so anfängt, was kann da noch kommen.
Allzu oft leider allzu wenig und da ist man doch dankbar, dass es noch Schreiber wie Zoe Jenny gibt, die an der Wurzel des ganzen sitzen, die es schon gab, bevor alles aus dem Ruder lief. Zumal, wenn die Betreffende dann auch noch nachlegt, mit einem zweiten Roman, der sich nicht nur nicht verstecken zu braucht, vor dem Vorgänger, sondern die damals noch vagen Hoffnungen endgültig zu bestätigen scheint.
Umso trauriger, dass Zoe Jenny jetzt „Ein schnelles Leben" geschrieben hat, ein Buch dem an Originalität fehlt, was es an Schnelligkeit zu bieten hat. Zoe Jenny hat ihr Talent nicht verloren in den fünf Jahren, seit sie an die Öffentlichkeit trat, ihre Sprache ist noch immer klar, eindringlich, bestechend. Doch scheint es ihr an Ideen zu mangeln. Dass sie sich beim ältesten Thema der Literatur überhaupt bedient, könnte man ihr noch verzeihen. Dass sie es in die Moderne, ihre Zeit, von der sie bisher so Eindrucksvoll zu erzählen wusste, verlegt, versteht sich von selbst. Dass sie dabei aber auf eine Geschichte zurückgreift, wie man sie in einer Bravo-Foto-Love-Story vorzufinden erwartet, vom behüteten, wunderschönen türkischen Mädchen, dass sich ausgerechnet in einen am Rande der rechten Szene lebenden Deutschen verliebt, ihm ihre Unschuld schenkt, mit ihm davon läuft, ist fahrlässig, vielleicht sogar dumm. So oft hat man das schon gehört und so schlecht hat man das schon umgesetzt gesehen, dass man automatisch die Augen verdreht und das Buch eigentlich nur noch in der Hoffnung liest, diese Autorin, diese deutsche Hoffnungsträgerin müsse etwas besonderes daraus gemacht haben. Dass ihr das nicht gelungen ist, ist eine Enttäuschung. Wenn man eine moderne Romeo und Julia Geschichte erzählen will, dann reicht es nicht, das Grobgerüst in die Moderne zu verlegen. Wer den Liebenden von einst neue Namen (Aishe und Christian) gibt, der sollte ihnen auch eine neue Identität geben, eine neue Geschichte. Hier aber gibt es den Bruder, der sich aufführt wie eine ungehobelter Rabauke, den die Hauptperson aber dennoch liebt und dessen Züge ein wenig zu auffallend an Julias Cousin Tybalt erinnern, nicht zuletzt, weil er ähnlich diesem durch die Hand des Geliebten verletzt wird.
Der Geliebte: ein anderer Name allein, verhindert nicht in ihm den Romeo zu sehen, wenn er wie dieser ungewollt und doch unabänderlich zwischen die Fronten gerät, wenn er als wäre das nicht genug den Feind anfleht es gut sein zu lassen. Man kann nicht umhin, ein „seis zufrieden" aus seinem Mund zu erwarten und dass ist der Ähnlichkeit dann doch zu viel. Nicht einmal die Hauptperson, schafft es sich über die Charakterzüge von Shakespeares Heldin zu erheben: behütet, naiv, wird sie von der Liebe überrollt und ist bereit dafür alles in Kauf zu nehmen.
Es ist nichts verwerfliches daran, eine alte Liebesgeschichte, zumal eine, die noch immer so aktuell ist, aufzugreifen. Es ist erst recht nichts verwerfliches daran, über kulturelle Differenzen zu schreiben. Und es ist ganz bestimmt nichts verwerfliches daran, sich an eine schwierige Aufgabe zu wagen, Mut ist es ja gerade und auch Wagnis, die im Pop der deutschen Literatur allzu oft vermisst werden. Aber man sollte eine solche Aufgabe nur angehen, wenn man mit ganzem Herzen dabei ist und damit das Rüstzeug hat, sie zu meistern.
Zoe Jenny aber scheint eher aus Mangel an Ideen auf Altbewährtes zurückgegriffen zu haben und es ist ihr nicht gelungen, dem alten Stoff neue Farbe zu geben. Ihre Geschichte ist nett zu lesen, nicht zuletzt, weil sie eine schnelle Geschichte ist und Zoe Jenny wie gesagt ihre Sprache nicht verloren hat. Selbst die schönste Sprache ist aber ohne Inhalt nur leeres Geschwätz.
Die deutsche Sprache braucht Stimmen wie die von Zoe Jenny, die für Höheres als Pop taugen, aber jede gute Stimme braucht einmal eine Pause, damit sie erhalten bleibt. Jetzt wäre wohl der rechte Zeitpunkt dafür.
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17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Liebesschicksal, 6. September 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ein schnelles Leben (Gebundene Ausgabe)
Was für ein Roman! Mit temperamentvollem Schwung schafft es die Autorin ein komplexes Thema, die Liebe zwischen einer jungen Türkin und einem Rechtsradikalen die sich in der Schule begegnen, so zu dramatisieren, dass man fast atemlos das ganze Buch in einem Zug liest. Wunderschöne poetische Passagen (das Tagebuch von Ayse) wechseln zu steinharten gesellschaftlichen Vorurteilen und zu führen zu einem furiosen Ende, das so überraschend kommt, dass einem der Atem stockt. Ein Buch, das man jeder Jugendlichen, jedem Jugendlichem aber auch jedem Erwachsenen empfehlen kann. Denn genauso spielen sich die vielen unbekannten Liebesgeschichten zwischen zwei völlig verschiedenen Lebens- und Glaubensansichten ab. Die Unerbittlichkeit der Gesellschaft wird in diesem Buch exemplarisch gezeigt. Grossartig.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Romeo und Julia im deutsch-türkischen Plattenbau-Millieu, 18. Februar 2003
Von 
Peter-Thilo Hasler (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Ein schnelles Leben (Gebundene Ausgabe)
Ganz ehrlich und ganz ohne Schadenfreude, aber es bleibt nur ein Seufzer: Was für ein Absturz. Die Autorin, laut Süddeutsche Zeitung "ein Talent, das zum Schreiben geboren ist", hat mit ihrem neuen Roman "Ein schnelles Leben" tief ins Klo gegriffen. Kurz die Handlung: Die Türkin Ayse verknallt sich vom Fenster der Schultoilette aus in ihren deutschen Mitschüler Christian, der leider die falschen Freunde hat. Seine Kontakte zum rechtsextremen Umfeld missfallen insbesondere Ayses eifersüchtigem Bruder Zafir, der nachts gegen die Neonazis kämpft. Das klingt nicht nur nach einer Foto-Lovestory, das ist eine. Und weil das für einen tagesaktuellen Roman nicht ausreicht, muss eine zusätzliche Prise Dramatik verabreicht werden. Während der ritualisierten Schlägereien kommt es zum Showdown. Christian trifft auf Zafir, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, mit seiner Pistolenkugel. Die beiden Liebenden fliehen hastig nach Italien, wo sie in einer Waldhütte von einer gewaltigen Schlammlawine verschlungen werden. Hinterher stellt sich noch heraus, dass Zafir nur verletzt ist und ihr Deutschlehrer unsterblich in Ayse verliebt war. Eine Geschichte wie aus dem richtigen Leben, oder?

Dabei zeigt Zoe Jenny, die für die klare Sprache ihres Debütromans "Das Blütenstaubzimmer" von höchster Instanz gelobt worden war, dass sich Peinlichkeiten auch ohne scbnörkeliges Beiwerk aneinander reihen lassen. Unvergessen sind die Worte des Deutschlehrers, der am Ende des Romans einen pathetischen Nachruf an Ayse und Christian aussprechen darf: "Es war ein schnelles Leben, das in diesen frühen Morgenstunden sein Ende nahm. Es hatte aufgeleuchtet, kurz und heftig, um auf dem Gipfel der Sehnsucht für immer zu erlöschen. Sie hatte gelebt wie eine Königin der Nacht, die ihre Blüte öffnet, um ihren Duft zu verströmen in einer einzigen Stunde." Wie eine Königin der Nacht also, und dabei versucht Frau Jenny noch nicht mal, humorvoll zu sein. Auf die Spitze getrieben wird ihre hanebüchene Sprache in dem krampfhaften Versuch, sich einen seltsamen Jugendslang zu eigen zu machen, den ich für meinen Teil überhaupt nicht authentisch halte. Die eine steht "krass im Licht", eine andere hat Haare, die "schwarz über ihren Rücken flossen", da ist von Liebe die Rede, die "wie ein Nachtfalter ist, der sich ins Licht stürzt und verbrennt". Diese altklugen Lebensweisheiten und süßlichen Stilblüten ziehen sich durch das ganze Buch und steigern sich noch in den einmontierten Pubertätstagebucheinträgen Ayses auf ein verkrampftes, schwülstiges Groschenromanniveau. Mit dieser Leistung dürfte Jennys Ruf in den Keller sinken. Eine Schwalbe macht eben noch keinen Büchersommer.

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