Flaubert galt mal (vielleicht gilt er noch) als einer der Meister der Kurzgeschichten in Frankreich; zumindest wurde er in vergangenen Tagen häufiger rezeptiert. Die Kurzgeschichte "Ein schlichtes Herz" schildert das gesamte Leben eines Dienstmädchens, die bis zu ihrem Tod ein, wie man sagt, ein "einfaches Gemüt" geblieben ist. Stets ihren Dienstherrinnen ergeben und an keinerlei "Spekulation" über das Konkrete hinaus interessiert geht sie ihren Weg. Von der ersten und letzten Erfahrung mit einem Mann, der versucht, sie zu vergewaltigen, bis zu ihrem letzten Atemzug wird eine Geschichte erzählt, die einen gewissermaßen anrührt. Die Hauptachse der Erzählung liegt auf der wahren großen Liebe der Heldin, einem Papagei, den sie buchstäblich bis dieser "erstarrt" ist, liebt und in ihrer Altersdemenz zuletzt einen von Maden zerfressenen, ausgestopften Papageienleichnam liebt.
Wie gesagt, es handelt sich um ein anrührendes Dokument gekonnter Erzählkunst, die nicht die Investition von Monaten der Lektüre erfordert.