Harald Kellers kriminalistischer Erstling punktet vor allem mit seinem Gespür für sprachliche Feinheiten. Die Beschreibungen von Figuren, Schauplätzen und Sachverhalten sind detailliert und abwechslungsreich. Dabei vergisst der Autor nicht, die Handlung voran zu treiben. Bis zur finalen Auflösung gelingt es Keller, die Spannung zu steigern, so dass der Leser fast Lust haben muss, die nächste Seite zu entdecken. Die Figuren in dem vorwiegend in Den Helder spielenden Fall sind glaubwürdig, das Ermittlerteam sympathisch. Ein Krimi, der unaufgeregt seine Geschichte erzählt und von einer Atmosphäre lebt, die Harald Keller mit wohl gewählten Worten kreiert.
Wer ein Provinznest im Norden der Niederlande einmal anders kennen lernen will, wird mit "Ein schöner Tag für den Tod" gut bedient. Wer die sechs Rezepte im Anhang des Krimis nachkocht, hat dann vielleicht sogar Geschmack an unserem Nachbarland gefunden.