Simone de Bauvoir wurde 1908 in Paris geboren. Sie ist eine Repräsentatorin des französischen Existentialismus in der Literatur. In ihrem Buch "Ein sanfter Tod" erzählt sie, wie sie nächtelang am Sterbebett ihrer Mutter verbrachte. Sie schildert den Weg zum Tod, ein "sanfter Tod" wie ihn die Krankenschwestern nannten. Im Lauf der Zeit kam sie der Frau, die ihr das Leben geschenkt hatte, näher. Ihre Mutter hatte eine schreckliche Angst vor dem Tod entwickelt oder eher vor dem "Übergang" zum Tode.
Zitat: >>Der Tod selbst erschreckt mich nicht: ich habe Angst vor dem Sprung<< Zitat Ende, so ihre Mutter.
Sie erkrankte an einem Magengeschwür. Erschreckend erzählt Simone de Bauvoir von der langsamen "Verfaulung" des Körpers ihrer Mutter. Sie schildert die Veränderungen ihrer Mimik, ihre wechselnden Emotionen und ihre ständige Furcht, allein gelassen zu werden. Selbst Nachts musste immer jemand an ihrer Seite sein und über sie wachen.
Zitat: >>Lass mich nicht davongehen. Wenn ich einschlafe, dann weck mich: lass mich nicht davongehen, während ich schlafe!<< Zitat Ende
Bis zum Ende wurde ihrer Mutter verschwiegen, dass sie an einem Tumor litt. Es bestand keine Hoffnung auf Heilung. Es handelte sich nur mehr um Wochen. Simone de Bauvoir erlebt eine für sie neue Situation, eine für sie neue Mutter. Ihre stolze Mutter die sie von früher kannte ließ sich plötzlich gehen und hatte keinen Anstand, vor nichts mehr. Für Simone de Bauvoir war es fast schon unangenehm wie ihre Mutter plötzlich nach Lust und Laune sagte, was ihr gerade in den Kopf kam. Sie hatte keine Scham mehr. Es war ihr egal.
Zitat: >>Mir ist es egal. Was mir Sorgen macht, ist, dass mir alles egal ist.<< Zitat Ende
Ihrer Mutter ging es immer schlechter. Sie litt unter so großen Schmerzen, dass man ihr ständig Morphiumspritzen verabreichen musste. Man wartete nur mehr auf ihren Tod, der schließlich eintrat, als sie dachte, zu ersticken. Sie viel ins Koma. Sie starb!
In den letzten Seiten des Buches erinnert sich Simone de Bauvoir an das Leben ihrer Mutter und dass diese immer schreckliche Angst vor Krebserkrankungen hatte. Sie schildert die Beerdigung, welche schlicht und ohne viele Blumen, so wie es ihre Mutter gewünscht hatte, ablief. Am Ende des Buches definiert sie ihre Meinung zum Tod. Wie sie damit zu Recht kommt und dass sie ihn als unverschuldeten Gewaltakt sieht.
Zitat auf der Rückseite des Buchumschlages: >>Dem Buch gab Simone de Bauvoir einen wehmütigen, beinahe staunenden Titel: <Une mort trés douce>. Jetzt ist auch sie, 78 Jahre alt, <so sanft> entschlafen.<< Zitat Ende