Dieses Buch hat mich regelrecht umgeworfen. Nein , nicht das Buch wirft um, sondern tatsächlich das immer wieder aktuelle Zeugniss einer Welt die mehr denn je von Strömungen fundamentalistischer Glaubensrichtungen verunsichert wird. Eine Generation, die den revolutionären Gedanken der 60iger und 70iger Jahre beschönigt , weil sie in der heutigen Realität den Aktionismus vermisst, wird von einem "süßen Traum" erlöst. Wem die Gefühle und die Kämpfe der 60iger versagt blieben und dennoch den süßen Traum der Revolte träumt, darf hier nicht die Augen verschließen.
Es dreht sich alles um einen großen Tisch der immer gedeckt ist, in einem Haus voller Widersprüche , die dazu führen, dass Geborgenheit und Nähe missverstanden werden.
Natürlich geht es Doris Lessing in ihrer grandiosen Beschreibung starker Frauencharaktere genau darum: um Nähe und auch um die Botschaft im "Kleinen" gerecht und fair abzuschätzen was Gut und was Schlecht ist. Man erfährt, dass Kinder nicht eine wohltätige Laune der Natur sind, sondern davon profitieren wollen"Da" zu sein. Sie klopfen einfach an die Tür eines großen Hauses in London, die Heimatlosen und Unverstandenen. Stärke wird hier nicht im feministischen Sinn von Gleichheit beschrieben, sondern ganz einfach als Notwendigkeit verlangt!
Zitat: "Die Frage nach dem Schicksal ist nichts weiter als das eigene Temperament, das unsichtbar Menschen und Ereignisse anzieht."
Ja, darum geht es in dem fesselnden Roman von Doris Lessing: um die Lerche im Käfig, die wieder frei wird und singt!
Es geht um Kinder, um Politik im Kommunismus, um Afrika und Gelder die verschwinden durch Korruption und Machtgedränge. Ganz besonders aber geht es um uns, die wir keine Fäuste mehr heben und Banden bilden, sondern Gott sei Dank, längst kosmische Weiten empfinden in meditativer Aussichtslosigkeit des Augenblickes.