Siobhan Dowd beschreibt in ihrem Jugendroman Ein reiner Schrei" die Geschichte des Mädchens Shell in Südirland. Im Jahre 1984 stirbt die Mutter, der Vater, ein religiöser, lebensunfähiger Mensch, der dem Alkohol verfallen ist, ist nicht in der Lage sich verantwortungsvoll um seine Kinder zu kümmern. Diese Aufgabe überfordert ihn hoffnungslos. So muss das Mädchen Shell die Erzieher-Rolle für die jüngeren Geschwister übernehmen. Dabei wird ihr viel abverlangt, trotzdem bleibt die Zeit für eine hauchzarte Beziehung zu dem jungen Pater Rose. Böse Zungen und der Tratsch der Gemeindemitglieder zerstören jedoch nach kurzer Zeit diese sensible Freundschaft. Bald verbringt sie ihre Freizeit mit ihrem Mitschüler Declan. Der verschwindet eines Tages Richtung Amerika, lässt Shell, die ungewollt schwanger geworden ist, allein zurück. Niemand bemerkt zunächst die Schwangerschaft, später kümmern sich die jüngeren Geschwister fürsorglich um Shell. Die Situation eskaliert, spannend bis zu letzt, denn nicht nur Shell hütet ein Geheimnis.
Die Autorin greift in diesem Jugendroman in eindrucksvoller Weise die Themen Einsamkeit, Glaube, die erste Liebe,Alkoholismus und Arbeitslosigkeit auf.