Story: Kirstie Alley hat's buchstäblich schwer. Seit das Gewicht der ehemals ranken und schlanken Schauspielerin zwischen zwei und drei Zentnern pendelt hagelt es nicht gerade neue Rollen. Als wäre das nicht genug der Sorge, will sie auch noch Kid Rock ins Bett kriegen, was in ihrer Gewichtsklasse schwierig erscheint. Gründe genug um abzuspecken. Unterstützt von ihren Assistenten Kevyn (Rachael Harris) und Eddie (Bryan Cullen) lässt sich Kirstie zwischen immer neuen Verzweiflungs- und Fressanfällen eine schräge Idee nach der anderen einfallen...
Hintergründe / Kritik:
Es ist 2005 und Kirstie Alley, Star aus der Sitcom "Cheers" aber auch von Filmen wie "Kuck' mal, wer da spricht", hat im Grunde dasselbe Problem wie ihr Alter Ego in dieser Mischung aus Doku-Soap und Comedy. Sowohl Alley (die auch mitproduzierte und an den Skripts mitarbeitete) als auch viele andere DarstellerInnen spielen sich selbst (u.a. "King of Queens"-Star Leah Remini und "Terminator: Die Erlösung"-Regisseur McG), andere tauchen in fiktiven Rollen auf (etwa Christopher McDonald als drogensüchtiger Bruder von Alley, der ihr eine Crack-Diät vorschlägt) und in jeder der sieben Folgen gibt es eine neue, schräge Idee, das Gewicht loszuwerden (und/oder eben Kid Rock ins Bett zu kriegen).
Die Qualität der Folgen schwankt teilweise erheblich, manche sind schlicht zum totlachen, andere schleppen sich mühsam dahin. Vor allem aber sollte man sich als Zuschauer im Klaren darüber sein, dass die Serie mehr in Richtung Doku-Soap geht (also ohne Hintergrundmusik und Tonbandlacher, viel Handkamera, Menschen, die wild durcheinander reden) als in Richtung Sitcom. Dann kann man vor allem dank der teilweise urkomischen Gastauftritte (etwa John Travolta, dem Kirstie eine Rolle im nächsten John Woo-Film aus den Rippen leiern will) viel Freude an den wenigen Episoden haben.
Zur DVD:
Die insgesamt nur sieben knapp halbstündigen Folgen der Serie werden auf zwei DVDs präsentiert. Typisch MIB ist aber schon der Ton eine völlige Katastrophe! Künstlich auf 5.1 aufgemotzt verteilt sich der grausam synchronisierte deutsche Ton fast gleichmässig auf alle Surround-Boxen, was zu einem kaum erträglichen Gemisch führt. Wie schon des Öfteren bei MIB-Veröffentlichungen bin ich auch hier versucht zu sagen; schlimmste Synchronisation seit langem! Ich unterstelle beinahe jedem Laien, es auf Anhieb besser zu machen. Zugegebenermaßen ist der pseudo-dokumentarische Charakter des englischen O-Tons schwer übersetzbar, doch das soll keine Entschuldigung sein.
Demzufolge sollte jeder Zuschauer, welcher der englischen Sprache mächtig ist, auf die englische Tonspur setzen.
Das Bild hat ein ganz anderes Problem; man sieht, dass es künstlich gemattet wurde. Sprich; es wurde in Vollbild (1,33:1 bzw. 4:3) aufgenommen und hinterher wurden schwarze Balken oben und unten eingeführt. Das führt natürlich zum Verlust von Bildinformationen. Wem es in den Folgen selbst nicht auffällt merkt es spätestens im Abspann, wo die Schrift beschnitten ist.
Die Extras entpuppen sich als Bildergalerie, die aus miesen Szenenfotos der Serie besteht. Sieben Minuten Zeitverschwendung. Die Trailershow weist gerade mal zwei Trailer aus. Das Gagreel besteht aus einer wilden Mischung von alternativen Takes, geschnittenen Szenen und einigen Outtakes sowie Behind the Scenes-Aufnahmen von 9 Minuten Laufzeit. Darüber hinaus gibt es für die ersten vier Episoden Audiokommentare von verschiedenen Produzenten und Schauspielern. Leider alles ohne Untertitel und deshalb teilweise schwer verständlich.
Fazit:
Das Serienformat ist sicher etwas gewöhnungsbedürftig und die technische Präsentation in der deutschen Fassung eine kleine Zumutung. Wer darüber hinwegsehen kann bzw. sich der englischen Tonspur annimmt kann an der satirischen Doku-Soap-Serie mit Comedy-Appeal vor allem dank einer riesen Portion Selbstironie seitens Kirstie Alley und toller Gastauftritte ordentlich Spaß mit der kurzen Serie haben.