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Ein liebender Mann [Gebundene Ausgabe]

Martin Walser
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (33 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

29. Februar 2008
Marienbad, 1823. Goethe – Witwer und so berühmt, dass sein Diener heimlich Haare von ihm verkauft – liebt die junge Ulrike von Levetzow. Martin Walser erzählt die Geschichte dieser unmöglichen Liebe aufwühlend und zugleich zart. «Es gibt das Paradies: Zwei für einander. Es gibt die Hölle: Einer fehlt.»

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
  • Verlag: Rowohlt; Auflage: 2 (29. Februar 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 349807363X
  • ISBN-13: 978-3498073633
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (33 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 113.799 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

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Im dritten Teil seines Romans Ein liebender Mann tut Martin Walser etwas ganz und gar Unerhörtes. Nachdem schon viel von Goethes Werther die Rede war -- und der 73-jährige Dichterfürst mit seiner 54 Jahre jüngeren Angebeteten Ulrike von Levetzow beim Maskenball in Marienbad schon in der Verkleidung von Werther und Lotte aufgetreten sind --, versucht sich der Autor selbst in der Form des Briefromans, um die (wahre) Geschichte einer unmöglichen Liebe mit Hilfe von Goethes fiktiven Briefen an Ulrike weiterzuerzählen. Das kann doch nur schief gehen, denkt der Leser. Immerhin ist von Goethe doch nun wirklich alles durchforstet, ausgewertet, editiert. Wie kann man da auf die Idee verfallen, neue Briefe Goethes zu erfinden?

Am Schluss dann erfährt der Leser, dass Ulrike am Sterbebett verfügte, die Briefe Goethes zu vernichten, „was auch geschah“. Was zunächst als unmöglicher Ritt über den Bodensee erschien, erweist sich vom Ende her gesehen als genialer literarischer Zaubertrick. Erlaubt er es Walser doch, vom Scheitern einer Liebe, die in Marienbad mit unglaublich intelligenten Gesprächen und einem Fast-Verlobungskuss so verheißungsvoll begann (und in den Marienbader Elegien mündete), aus der Warte einer „vorgezogenen Trennung“ zu erzählen. Denn die eifersüchtige Schwiegertochter Ottilie lässt den nach Weimar zurückgekehrten Dichter von nun an nicht mehr aus ihren Klauen, und der abgewiesene Heiratsantrag macht das Unglück des zum letzten Mal in seinem Leben liebenden Mannes perfekt…

Ohnehin hat es Walser in Ein liebender Mann geschafft, den Ton der Zeit zu treffen, ohne antiquiert zu wirken. Und das ist eine klassische Meisterleistung, die man dem Autor so vielleicht gar nicht mehr zugetraut hätte. -- Thomas Köster, Literaturanzeiger.de

Pressestimmen

Walser erzählt diese Liebesgeschichte als ein Blickfeuer, das mit dem ersten Satz Glut erzeugt: «Als er sie sah, hatte sie ihn schon gesehen». Und fährt fort, uns den darauf folgenden Flirt als den eines Paares auf Augenhöhe zu schildern. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
56 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Halb zog sie ihn, halb sank er hin 12. März 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Da hat wohl einer ein bisschen zu arg an der Ikone der Deutschen Geistesgeschichte gekratzt und soll dafür nun gebührend abgestraft werden. Dieser Eindruck muss einem zwangsläufig erwachsen, wenn man die mehrheitlich unsachlich geführte Diskussion über Martin Walsers neustes Buch zur Kenntnis nehmen muss. Selbst die für amazon bisher geschriebenen Rezensionen ändern daran mehrheitlich nicht viel: man verliert sich in Nebensächlichem, kokettiert mit Injurien und spielt zuletzt auf den Mann. Auf eine Persönlichkeit nota, die zu den grössten lebenden Autoren deutscher Sprache gehört. Warum also dieser gehässige Sturm im Wasserglas?
Mich jedenfalls hat "Ein liebender Mann" von Martin Walser schlichtweg begeistert. Aus zwei Gründen: Erstens sprachlich: Sein Stil hebt sich wohlwollend von der in der neueren deutschen Literatur sattsam wahrzunehmenden Fäkal- und Proletensprache ab. Wer wagt, hier von Pornographie zu sprechen, hat das Buch schlichtweg nicht gelesen oder interpretiert die Metaphern bewusst falsch. Nein, seine Sprache ist reine Poesie: zart, fantasiereich, rhythmisch fliessend, in der Farbe variantenreich und dem Idiom der Goethezeit wunderbar entsprechend. Niemals erliegt sie der Versuchung, das Mysterium der Liebe und der intimen Beziehungen zwischen Mann und Frau zu entmystifizieren. Ein zusätzliches Wunder in einer Zeit, die sich diesem Thema in Literatur, Film und Massenmedien üblicherweise und bestenfalls in Form eines vulgären Geschlechterkampfs widmet. Zweitens inhaltlich: Auf der Basis exakter Recherchen und einer immensen Kenntnis des Lebens Goethes und seines Werkes ist es Martin Walser wunderbar gelungen, den Dichterfürsten, den als unnahbare Geltenden, den Geheimrat, den Naturwissenschaftler aus einer anderen als der gewohnten Optik zu porträtieren. Goethe ist hier Mensch, schlicht Mensch. Bekannterweise ein erfolgsverwöhnter, als Exzellenz hoch angesehener Mensch, aber in erster Linie ein Mensch mit all seinen Widersprüchen, Zweifeln und Verletzlichkeiten. Der Schöpfer von Werther, Lotte, Wilhelm, Faust und Mephistopheles scheint eins zu werden mit seinen Figuren; er, der uns alle Höhen und Abgründe der menschlichen Existenz aufgezeigt und uns ermutigt hat, sie als Teil unseres Lebens anzunehmen, ist nunmehr als 74jährige Erzieher der Menschheit in Liebe zu der jungen Ulrike von Levetzow entflammt - und droht von diesem Feuer verzehrt zu werden. Er, der sein Auftreten, jeden Gesichtsausdruck, jede Körperhaltungen und jedes Wort seiner Konversation bis ins Letzte auf Wirkung narzistisch zu kontrollieren pflegt, erliegt wie vormals Faust dionysisch dem "Ruf des Weibes". Er erliegt bis zur Nacktheit, die keinesfalls als pornografische Metapher, sondern als Ausdruck jener Verzweiflung interpretiert werden muss, die nur jene kennen, die jemals tief geliebt und gerade dadurch die Anfechtungen wahrer Liebe erlitten haben. Welche Perversion, in dieser von Martin Walser erzählten Geschichte eines Menschen, der von seiner Geliebten durch 55 Lebensjahre getrennt ist, Altersenilität oder gar Pödopholie zu wittern. Nein, der Roman von Martin Walser ist ein grossartiges Manifest für die Unsterblichkeit jener Liebe, die weder Alter noch Standesunterschiede kennt. Gerade, weil man sich als Liebender in vielen Regungen der Romanfiguren wieder erkennt und immer wieder erkennen wird, ist der Roman ebenso menschlich ansprechend wie zeitlos. Er ist ausserdem ein wunderbarer Beitrag dazu, den Menschen Goethe neu zu entdecken und ihn verdienterweise von jenem Sockel zu stossen, der gewöhnlich jenen Übermenschen zugewiesen wurde, die uns heute wahrlich nichts mehr zu sagen haben.
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21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Martin Walser ist ein Schriftsteller, der in seinem langen Leben und in seinen zahlreichen Romanen oft über die Liebe geschrieben hat, gerade auch über seine eigenen Amouren und Affären. Je älter er wurde, desto jünger wurden die Frauen, in die sich seine Protagonisten verlieben.
Im Roman "Brandung" etwa, erschienen 1985, verliebt sich der Gastprofessor Halm in die 30 Jahre jüngere kalifornische Studentin Fran, und kehrt, ernüchtert über sein Alter, nach Hause zurück.

Auch im 2004 erschienenen Roman "Der Augenblick der Liebe" verliebt sich der Protagonist. Der Privatgelehrte Zürn entbrennt für die 40 Jahre jüngere Wissenschaftlerin Beate. Sie erleben erotische Stunden und Höhepunkte, schlussendlich aber fühlt sich Zürn dem heftigen Ansturm der jungen Frau nicht mehr gewachsen und kehrt reumütig in die Arme der nachsichtigen Ehefrau zurück. Dabei weiß er, dass er sich lächerlich gemacht hat. Doch er sagt: "Was spricht dagegen, lächerlich zu sein ?"

Vielleicht hat sich auch Johann Wolfgang von Goethe lächerlich gemacht, als er im Alter von 73 Jahren sich in die 19 Jahre alte Ulrike von Levetzow verliebt. Martin Walser, dem, wie gesagt, dieses Phänomen nicht fremd ist, hat nun über diese Geschichte aus dem Jahr 1823 einen Roman geschrieben, den man mit Fug und Recht als einen seiner schönsten bezeichnen kann.

Und indem er über Goethe schreibt, schreibt er über sich. Er tut es vorsichtig, genau; er liest sich wie ein Rechtfertigungsversuch gegen Vorwürfe, eine solche Liebe sei doch nur peinlich. Er versucht dem Leser die Peinlichkeit eines solchen Begehrens verständlich zu machen, es sozusagen verzeihlich klingen zu lassen.

Und ähnlich wie Goethe damals seine unerfüllte Liebe in einem seiner schönsten Werke, den "Marienbader Elegien" sublimierten Ausdruck verschaffte, schenkt uns Walser mit "Ein liebender Mann" ein Werk, das der alten Weisheit Nahrung schafft, gute Dichtung entstehe aus der Erfahrung des Mangels.

Die Liebe, sagt Walser, ist ein Geschenk, gleich in welchem Alter sie einem Mann begegnet. Wer das nie erlebt hat, wer dieses Geschenk nie im Empfang nehmen konnte, es vergessen oder durch schlechtes Gewissen und eine supressive Moral gar nicht erspüren durfte, wird mit diesem schönen Roman wenig anfangen können. Für die anderen strahlt er eine Freude und Lebensfröhlichkeit aus, die jeder Mensch doch mindestens einmal in seinem Leben gespürt haben sollte, damit er bis zum Tod davon leben und zehren kann.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Liebe - Alter - Peinlichkeit 7. September 2012
Format:Gebundene Ausgabe
Liebe kennt kein Alter, aber Peinlichkeiten, und davor war selbst der Geheime Rat Johann Wolfgang von Goethe nicht gefeit. Der Germanistin und Religionswissenschaftlerin Christiane C. Schachner gelang es in ihrer Magisterarbeit, das Liebesleben Goethes und seiner fiktiven Gestalten in ihrem historischen Kontext Martin Walsers Roman "Ein liebender Mann" (2008) gegenüberzustellen. Natürlich gehören dazu die Protagonisten Goethe und Ulrike von Levetzow, Werther und Lotte, und "Die Wahlverwandtschaften" (1809) dürfen selbstverständlich auch nicht fehlen, in denen der Konflikt zwischen Leidenschaft und Vernunft thematisiert wird.

Kaum jemand würde Theodore Ulrike Sophie von Levetzow (1804-1899) heute noch kennen, wäre sie nicht - einseitig nur - die letzte Liebe Goethes gewesen. Der traf nämlich 1821 während eines Kuraufenthalts im böhmischen Marienbad die damals siebzehnjährige Ulrike und verliebte sich - wie gewohnt - sogleich Hals über Kopf in die gut 54 Jahre (!) Jüngere. Zwei Jahre später bat der fast 74jährige Goethe seinen Freund und Chef, den Großherzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach, ernsthaft darum, für ihn bei Ulrikes Mutter Amalie von Levetzow um die Hand der Neunzehnjährigen anzuhalten.

Aus dem Schmerz über die Abweisung des Heiratsantrags resultierte die "Marienbader Elegie", die Goethe - ähnlich wie 1774 seinen "Werther" - in einer Stimmung von egozentrischem Selbstmitleid noch im September 1823 auf der Rückreise nach Weimar verfasste ("Sie trennen mich - und richten mich zugrunde"). Ulrike von Levetzow, die zeitlebens unverheiratet blieb, erfuhr davon erst nach Goethes Tod. Sie sah in ihm nie mehr als einen väterlichen Freund.

In Martin Walsers 288-Seiten-Roman "Ein liebender Mann" tauchen fingierte Goethe-Briefe an Ulrike auf, und es entsteht eine besondere Spannung dadurch, dass sie - entgegen der Historie - bereits zu Goethes Lebzeiten eine Abschrift der "Marienbader Elegie" erhält (vgl. Walser, S. 198-204). Genau diese Differenzen zwischen Realität und Fiktion in Walsers Roman versucht die verdienstvolle Arbeit von Christiane Schachner herauszuarbeiten.

Durch das Heranziehen historischer Quellen und die authentische Schilderung des goetheschen Kontextes gelingt es der Autorin in überzeugender Weise, den historischen Roman Walsers (geb. 1927) von den fiktiven Anteilen zu unterscheiden. Die literaturwissenschaftliche Analyse der Leiden des "alternden Werther" und seiner literarischen Adaption durch Martin Walser "liest sich wie ein Roman", so Walser selbst in einem der Magisterarbeit vorangestellten handgeschriebenen Brief (Schachner, S. 6).

Dr. Bernd A. Weil
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen Das war sein Zustand: Ulrike oder nichts."
Der Roman einer unmöglichen Liebe Goethe's zu einer um 54 Jahre jüngeren Frau, Ulrike von Levetzow, beginnt am 11. Juli 1823 in Marienbad. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von "Kaktusblüte" veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Walser
die Bewertung war viel besser als das Buch, das immerhin Goethe anders darstellt, als man das von der schule her gewohnt war
Vor 4 Monaten von Knut Steglich veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Grossartig!!!
Mit diesem Roman ist es Herrn Walser auf eine wunderbare Art gelungen uns Goethes Gefühlsleben nachempfindbar zu machen und es ist auch ein Verdienst des Buches ihn nahbar ,ja... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. November 2009 von Tobias Claaßen
5.0 von 5 Sternen Eine Hommage an einen Unvergesslichen
Martin Walser hat mit seinen eigenen Worten etwas geschaffen, was als große literarische Kunst angesehen werden kann. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 2. Oktober 2009 von HaJüFi
4.0 von 5 Sternen Coup de génie
Martin Walser gehört, Marcel Reich-Ranicki sieht es vergeblich anders, inzwischen unzweifelhaft in den Kanon bedeutender Literaten der Nachkriegszeit. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 21. Mai 2009 von film-o-meter
4.0 von 5 Sternen Chapeau, Herr Walser!
Dieser Roman hat mich als bekennende Walser-NICHT-Mögerin sehr beeindruckt: Gefühle brillant beschrieben, die jede(r) Liebende kennt, aber so bestimmt noch nicht in Worte... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 20. Mai 2009 von Christina Gerstäcker
2.0 von 5 Sternen Zweig war besser
Ich schätze Walser als großen deutschen Schriftsteller. Viele seiner Werke werden Bestand haben.
"Ein liebender Mann" wird nicht dazu gehören. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 31. Dezember 2008 von Kai
5.0 von 5 Sternen Liebe im Alter...
Ich gestehe, ich habe ein seit frühester Jugend ein "Werther-Trauma" und was Martin Walser betrifft, so hat mich bis jetzt kein Werk aus seiner Feder so recht begeistern... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 16. Dezember 2008 von Eskalina
5.0 von 5 Sternen Ein wundervoller Hauch von Zärtlichkeit und Liebe
Ich schätze Goethes Werke und hatte bereits einiges über Martin Walser gehört und gelesen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. August 2008 von Sophisticated
5.0 von 5 Sternen Goethes letzte Liebe endet im Verzicht, der ihn letztlich reich macht
Der Roman "Ein liebender Mann", dessen ausgesprochen gelungenes Cover von der Walser Tochter Alissa Walser gestaltet wurde, ragt aus der Masse der Neuerscheinungen heraus,... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 2. Juli 2008 von Carl-heinrich Bock
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