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Hierzulande, aber auch in seiner Heimat Amerika wurde der gebürtige Jugoslawe Steve Tesich (Abspann) vor allem für seine teils Oscar-prämierten Drehbücher für Filme wie Breaking Away und Garp und wie er seine Welt sah bekannt -- oder eben nicht bekannt, denn der Ruhm von Drehbuchautoren blüht ja eher im Verborgenen. Dies ist umso erschreckender, als Ein letzter Sommer von 1982 ein ganz und gar wunderbarer Roman ist, in dem jeder Satz auf erschütternde Art und Weise wahr und wahrhaftig ist, das man gar nicht mehr aufhören kann und will mit dem Lesen. Ein letzter Sommer ist ein Buch vom Ende der Kindheit, von Träumen, die platzen und von Lebenswegen, die mit der einmal eingeschlagenen Richtung nur scheitern können. Aber Ein letzter Sommer ist mehr. Ein letzter Sommer ist ein Klassiker der US-amerikanischen Gegenwartsliteratur, ein Meisterwerk eines Autors, der leider schon 1996 verstorben ist. Allzu gerne hätte man Jahr für Jahr wieder etwas neues von ihm gelesen. Denn man merkt auf jeder Seite von Ein letzter Sommer: Steve Tesich hätte noch viel mehr zu sagen gehabt. --Stefan Kellerer
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
72 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Großartiger Entwicklungsroman,
Rezension bezieht sich auf: Ein letzter Sommer (Gebundene Ausgabe)
Steve Tesich Ein letzter Sommer Kein und Aber VerlagISBN 303695 Dieses ist ein sehr bewegender und aufwühlender Entwicklungsroman. Ich sehe ihn in der Tradition eines Werther von Goethe und eines „ Grünen Heinrich“ von Gottfried Keller, nur um zweihundert Jahre zeitversetzt in eine moderne und ganz und gar andere Welt mit einem anderen Kenntnisstand über die Bewusstwerdung des Menschen. Drei Absolventen einer High - School erleben nach ihrem Schulabschluss einen letzten Sommer miteinander. Sie leben in einem Industrieviertel von East Chicago und stammen aus einfachen Arbeiterfamilien. Über ihre Zukunft haben sie noch keine genauen Vorstellungen. Werden sie als Arbeiter leben wie ihre Eltern? Werden sie studieren? Werden sie früh Familienväter und im gleichen Trott wie ihre Eltern dahinleben? Larry, Bill und Danny waren richtige Kumpels in der Schule. Jetzt, in diesem letzten Sommer, gehen sie langsam eigener Wege und verlieren sich aus den Augen. Während Danny anfänglich noch an das Schicksal glaubt, so weiß er zuletzt, dass er sein Leben selbst in die Hand nehmen und einen eigenen Weg für sein Leben suchen muss--- ganz in Anlehnung an das Buch von Gorki, „ Kindheit“, das ihm während einer Zeit der Orientierungslosigkeit in die Hände gefallen war. Dieses Buch von Tesich ist mit einer unglaublichen Spannung geschrieben. Cl.B. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
53 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Roman über die Liebe,
Von Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Ein letzter Sommer (Gebundene Ausgabe)
Steve Tesich war Jugoslawe, Jahrgang 42, emigrierte 14 jährig mit seinen Eltern in die USA und ist mit 53 Jahren gestorben. „Ein letzter Sommer“ ist der erste Roman von Tesich, der bisher als Verfasser erstklassiger Drehbücher bekannt wurde. Das Buch ist erstmals 1982 in den USA unter dem Titel „Summer Crossing“ erschienen.Zum Plot. Es geht um drei Freunde, die im Jahre 1969 in einem Arbeitervorort von East-Chicago leben. Dort leben der Ich-Erzähler Daniel, der korpulente Billy und der schreckliche Larry. Sie haben die Highschool besucht, den Abschluss gemacht und glauben, dass jetzt das Leben vor ihnen liegt. Es folgt der Sommer der Entscheidungen, denn sie wollen aus diesem Kaff und aus diesen miesen Verhältnissen raus. Natürlich wollen sie auch nach Möglichkeit als Freunde zusammen bleibe. Doch wie so oft im Leben, trennen sich ihre Wege schneller als erwartet, denn die Interessenerweisen sich als zu unterschiedlich und es zeigt sich wieder einmal, der eigentliche Zusammenhalt war die Schule. Der fette Billy findet eine rundliche Freundin und beide wählen das gemütliche und behagliche Leben in East Chicago. Er sucht einen Job, der ihm nicht viel abverlangt. Und man erfährt das Geheimnis dieser Ehe. Es ist ein Schlüsselerlebnis von bleibender Erinnerung im Leben der Eltern. Der Vater hat die Mutter einmal gesehen, wie sie einen anderen Mann anlächelte, ein Lächeln das sie ihm so nicht geschenkt hatte. Und sie reflektiert über die vielen verschiedenen Arten der Liebe. Eine Liebe die es als großen Überbegriff gar nicht gibt. Es ist letztlich ein Roman über die Liebe. Daniel fürchtet, dass Rachel vielleicht auch einmal einen anderen Mann so anlächeln könnte, dass sich das Schicksal seines Vaters und seiner Mutter wiederholt. Und er kommt aus diesem Sommer, mit den unterschiedlichsten Empfindungen zwischen dem Tod seines Vaters und nicht erfüllter Sehnsüchte wie ein neugeborener Mensch hervor. Er weiß, er muss weg. Und in Anlehnung an Maxim Gorki endet das Buch mit dem Satz, „und so ging ich in die Welt hinaus“. Berühmte Autoren wie Salters und Fox haben über das Erwachsen werden wunderschöne Geschichten geschrieben. Und auch dieses Buch „Ein letzter Sommer“ ist ein absolutes Meisterwerk, ein schönes, bewegendes Buch, unglaublich behutsam und von sprachlicher Feinheit. Die intensive Liebesgeschichte zwischen Rachel und Daniel und die erbarmungslose Sterbebeschreibung, das ist ganz großartige Literatur. Das Buch wird einen großen Weg machen und wer dieses aufrichtige, wunderbare und spannende Buch liest, der wird begeistert sein. Die atemlose Spannung der ganzen Geschichte erzeugt eine unglaubliche Sogwirkung. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Lebensnah,
Von Tysan "tysan8" (Zürich) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Ein letzter Sommer (Gebundene Ausgabe)
Wie fühlt man sich, ausgekippt aus dem sicheren Hafen einer aufgezwungenen Schulzeit, die uns nicht nur für eine bestimmte Zeit Perspektive und Sinn gibt, sondern auch dafür sorgt, dass wir uns in dieser Gesellschaft arrangieren und Verbündete suchen. Diese Zeit und das Abnehmen aller Entscheidungsfreiheiten endet einmal und entlässt uns in eine andere Welt, die unsere Eltern vielleicht gerne die "harte Alltagwelt" genannt haben. Und plötzlich scheint da garnichts mehr zu passen. Ich glaube, solche Entwicklungsphasen kennen wir alle aus eigener Erfahrung.Drei Freunde verlieren sich in einem Sommer aus Augen und Sinn, gerade abgegangen von der Schule scheinen sie plötzlich so gar nichts mehr gemeinsam zu haben, ihre unterschiedliche Entwicklungsziele driften derart auseinander, ein weiteres Zusammensein scheint ganz naturgemäss unmöglich. Dieser Abschied bleibt zwar eigentlich im Hintergrund, zieht sich aber immer wieder klar sichtbar durch alle übrigen Handlungsstränge dieser grossartig und einfühlsam geschilderten Geschichte. Wir erleben vor allem Daniel, der hier als Icherzähler auftritt und so deutlich sein Erleben schildert, seine erste Liebe in Rachel findet, die selber so unaufhörlich auf dem Weg ist und immer wieder gestört wird: 'So vieles zerrt an mir'! Die sehr vielschichtigen Gegebenheiten im Leben von Daniel: -die Mutter, die von einem andere Leben träumt, aber ein anderes Danielbild vor sich herträgt; -der Vater, der schliesslich an Krebs stirbt und dessen Sterben so vieles in Bewegung bringt; -Larry und Billy, die beinahe wütend nach einer anderen Perspektive für sich suchen, dabei aber merken, dass sie sich ähnlich zufrieden zu geben drohen, wie einmal ihre Eltern; -schliesslich Daniel selbst, der sich selber in all dem zu finden sucht, seine Liebe im Fokus und doch schon eingebunden in Erwartungen anderer. Er bewältigt dies schliesslich, indem er für all diese Menschen um ihn herum Tagebücher verfasst, wohl vor allem, weil er seine eigene Geschichte noch nicht fassen kann und die der anderen für viel interessanter hält. Steve Tesich nimmt sich all dieser Thematik an, führt uns quasi zurück in unsere eigene Suche nach dem ganz eigenen Sinn, Platz und Weg im Leben. Die sehr lebendig geschilderte Entwicklung und der so vereinfachte Zugang macht dieses Buch zu einem Genuss. Tessin stellt hier wieder sein grosses Talent unter Beweis und es macht zugleich etwas wehmütig, dass es nicht mehr von ihm zu lesen geben wird ' mit dem, was er auf dieser Welt abgeliefert hat, müssen wir also zufrieden sein. Da hat jemand wohl nicht einfach nur ein Handwerk beherrscht sonder auch noch etwas mehr über das Leben verstanden. Danke Steve Tesich, wo immer du jetzt auch bist. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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