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Produktinformation
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Hierzulande, aber auch in seiner Heimat Amerika wurde der gebürtige Jugoslawe Steve Tesich (Abspann) vor allem für seine teils Oscar-prämierten Drehbücher für Filme wie Breaking Away und Garp und wie er seine Welt sah bekannt -- oder eben nicht bekannt, denn der Ruhm von Drehbuchautoren blüht ja eher im Verborgenen. Dies ist umso erschreckender, als Ein letzter Sommer von 1982 ein ganz und gar wunderbarer Roman ist, in dem jeder Satz auf erschütternde Art und Weise wahr und wahrhaftig ist, das man gar nicht mehr aufhören kann und will mit dem Lesen. Ein letzter Sommer ist ein Buch vom Ende der Kindheit, von Träumen, die platzen und von Lebenswegen, die mit der einmal eingeschlagenen Richtung nur scheitern können. Aber Ein letzter Sommer ist mehr. Ein letzter Sommer ist ein Klassiker der US-amerikanischen Gegenwartsliteratur, ein Meisterwerk eines Autors, der leider schon 1996 verstorben ist. Allzu gerne hätte man Jahr für Jahr wieder etwas neues von ihm gelesen. Denn man merkt auf jeder Seite von Ein letzter Sommer: Steve Tesich hätte noch viel mehr zu sagen gehabt. --Stefan Kellerer
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Dieses ist ein sehr bewegender und aufwühlender Entwicklungsroman. Ich sehe ihn in der Tradition eines Werther von Goethe und eines „ Grünen Heinrich“ von Gottfried Keller, nur um zweihundert Jahre zeitversetzt in eine moderne und ganz und gar andere Welt mit einem anderen Kenntnisstand über die Bewusstwerdung des Menschen.
Drei Absolventen einer High - School erleben nach ihrem Schulabschluss einen letzten Sommer miteinander. Sie leben in einem Industrieviertel von East Chicago und stammen aus einfachen Arbeiterfamilien. Über ihre Zukunft haben sie noch keine genauen Vorstellungen. Werden sie als Arbeiter leben wie ihre Eltern? Werden sie studieren? Werden sie früh Familienväter und im gleichen Trott wie ihre Eltern dahinleben?
Larry, Bill und Danny waren richtige Kumpels in der Schule. Jetzt, in diesem letzten Sommer, gehen sie langsam eigener Wege und verlieren sich aus den Augen.
Der Hauptprotagonist, Daniel, sehnt sich nach einer ersten Liebe. Sie begegnet ihm in der Gestalt von Rachel, die er in einem Haus nicht weit von seinem eigenen Zuhause entdeckt hat. Sie lebt erst seit kurzer Zeit scheinbar mit ihrem Vater alleine dort. Er verliebt sich, sie treffen sich immer häufiger, --er ist ganz und gar entflammt. Dass sie in Rätseln spricht, ihm nie richtige Antworten gibt, Annäherungen nur flüchtig duldet, ihm gewisse Lebensweisheiten voraus zu haben scheint,--das alles macht sie nur immer interessanter für ihn. Die Beschreibungen dieser Liebesszenen sind hinreißend in ihrer verhaltenen und forschenden Suche.
Daneben erkrankt der Vater von Danny an einer schlimmen Art von Krebs, die ihn psychisch gewalttätig und geistig zunehmend verwirrt werden lässt.
Das, was Danny fühlt und denkt über die Liebe, seine Freundin, seinen Vater und seine Mutter, wird so verständlich dargestellt, dass man ganz mit ihm geht. Man fühlt mit ihm und versetzt sich in sein Denken: es ist der Übergang vom kindlichen Märchenglauben an die Unabdingbarkeit von Liebe, Freundschaft und Zugehörigkeit hin zu einer Realität, die anders aussieht. Das Leben führt zu der veränderten Einsicht, dass alles im Leben relativ ist: Trauer, Glück, Freude, Zugehörigkeit zu einem anderen, alles das ist nicht ewig und immer von Bestand. Die elterliche Liebe ist ebenso unwägbar wie die der Freunde und Freundinnen. Die Entfernung von den Eltern, wie sie langsam zu Schemen der Vergangenheit werden, das ist ganz vortrefflich und realitätsnah hier beschrieben.
Während Danny anfänglich noch an das Schicksal glaubt, so weiß er zuletzt, dass er sein Leben selbst in die Hand nehmen und einen eigenen Weg für sein Leben suchen muss--- ganz in Anlehnung an das Buch von Gorki, „ Kindheit“, das ihm während einer Zeit der Orientierungslosigkeit in die Hände gefallen war.
Dieses Buch von Tesich ist mit einer unglaublichen Spannung geschrieben.
Die Fähigkeit, den beschriebenen Bewusstseinswandel von der Jugend zum Erwachsenwerden in eine so atemberaubende Handlung zu fassen, ist für mich unübertroffen.
Schade, dass wir von diesem Autoren mehr nicht lesen werden, denn er ist bereits 1996 im Alter von 53 Jahren gestorben.
Cl.B.
Zum Plot. Es geht um drei Freunde, die im Jahre 1969 in einem Arbeitervorort von East-Chicago leben. Dort leben der Ich-Erzähler Daniel, der korpulente Billy und der schreckliche Larry. Sie haben die Highschool besucht, den Abschluss gemacht und glauben, dass jetzt das Leben vor ihnen liegt. Es folgt der Sommer der Entscheidungen, denn sie wollen aus diesem Kaff und aus diesen miesen Verhältnissen raus. Natürlich wollen sie auch nach Möglichkeit als Freunde zusammen bleibe. Doch wie so oft im Leben, trennen sich ihre Wege schneller als erwartet, denn die Interessenerweisen sich als zu unterschiedlich und es zeigt sich wieder einmal, der eigentliche Zusammenhalt war die Schule.
Der fette Billy findet eine rundliche Freundin und beide wählen das gemütliche und behagliche Leben in East Chicago. Er sucht einen Job, der ihm nicht viel abverlangt.
Larry, der zwischenzeitlich ein Verhältnis mit einer verheirateten Frau hat, macht sich über Nacht aus dem Staub. Er wählt die Revolte und kommt später als heimatloser Mensch zurück.
Und Daniel bleibt bei seiner Familie. Seine schöne, exotische anmutende montenegrinische Mutter und sein vergrämter Vater haben sich einmal sehr geliebt, leben aber jetzt in ständigem Zoff miteinander. Und in diesem letzten Sommer seiner Jugend, muss Daniel seinem Vater zusehen, wie dieser schrecklich leidend, langsam an Krebs stirbt.
Und in diesem Sommer verliebt sich Daniel erstmals unsterblich, in Rachel. Es ist eine kraftvolle, Liebesgeschichte, die das Leben des Helden Daniel gänzlich verändert.
Und als dann plötzlich der Tod des lebenswilligen Vaters vor der Tür steht, wird alles harmonisch und man merkt wie sehr sich diese Eltern doch lieben.
Und man erfährt das Geheimnis dieser Ehe. Es ist ein Schlüsselerlebnis von bleibender Erinnerung im Leben der Eltern. Der Vater hat die Mutter einmal gesehen, wie sie einen anderen Mann anlächelte, ein Lächeln das sie ihm so nicht geschenkt hatte. Und sie reflektiert über die vielen verschiedenen Arten der Liebe. Eine Liebe die es als großen Überbegriff gar nicht gibt. Es ist letztlich ein Roman über die Liebe. Daniel fürchtet, dass Rachel vielleicht auch einmal einen anderen Mann so anlächeln könnte, dass sich das Schicksal seines Vaters und seiner Mutter wiederholt.
Und er kommt aus diesem Sommer, mit den unterschiedlichsten Empfindungen zwischen dem Tod seines Vaters und nicht erfüllter Sehnsüchte wie ein neugeborener Mensch hervor. Er weiß, er muss weg. Und in Anlehnung an Maxim Gorki endet das Buch mit dem Satz, „und so ging ich in die Welt hinaus“.
Berühmte Autoren wie Salters und Fox haben über das Erwachsen werden wunderschöne Geschichten geschrieben. Und auch dieses Buch „Ein letzter Sommer“ ist ein absolutes Meisterwerk, ein schönes, bewegendes Buch, unglaublich behutsam und von sprachlicher Feinheit. Die intensive Liebesgeschichte zwischen Rachel und Daniel und die erbarmungslose Sterbebeschreibung, das ist ganz großartige Literatur. Das Buch wird einen großen Weg machen und wer dieses aufrichtige, wunderbare und spannende Buch liest, der wird begeistert sein. Die atemlose Spannung der ganzen Geschichte erzeugt eine unglaubliche Sogwirkung.
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