Hellinger als Therapeut hat in der Psychotherapie-Szene viel bewirkt und wurde gerade in letzter Zeit angegriffen, sein name verschwand aus den Lebensläufen seiner Anhänger und Nachfolger. Dieses Buch zeigt nicht nur den Verlauf einer kontinuierlichen Lebens-und Lerngeschichte, sondern auch den Mystiker, der von der Kontemplation ausgehend das "Schauen" im übergeordneten Sinne übte, um es in seinen systemischen Aufstellungen anzuwenden. In seinen politischen Aufstellungen, in denen es um "die Bewegungen der Großen Seele" geht, führt diese Schau zu Ergebnissen, die für den bigotten Normalverbraucher unbequem sind. So zum Beispiel die Aussage, dass unter dem Vorzeichen des "guten Gewissens" die größten Verbrechen verübt wurden. Hellinger setzt sich für Versöhnung ein, aber nicht um moralische oder gar politisch korrekte Vorgaben zu erfüllen. Ganz im Gegenteil - er ermutigt durch seine Gedanken, die hier einen gelungenen Ausdruck finden, Wege abseits des allgemeinen und dualistischen Verständnisses von Gut und Böse zu gehen. Vielleicht fehlt ihm zum wahren Therapeuten die Freundlichkeit und Empathie. Abr sicher ist er eine bedeutende Persönlichkeit und ein reflektierender Zeitzeuge, dem ich meinen höchsten Respekt zolle.