Ramatoulaye ist seit kurzem Witwe und schreibt Ihrer Freundin Aissatou tagebuch-artig, wie es ihr nun geht. Vor 5 Jahren wurde sie von ihrem Mann nicht etwa verlassen, sondern er hat sich unerwartet eine junge Studentin als Zweitfrau genommen. Nach 30 Jahren Ehe, 12 geborenen Kindern und ihrer immer wieder vollen Unterstützung seiner Karriere.
Mariama Bâ berichtet in Briefform über das auch heute noch immer wieder auftretende Schicksal afrikanischer Frauen in muslimisch geprägten Ländern: sie sind in der Regel die, die sich um Haushalt und Kinder kümmern, nicht wenige verdienen auch noch das Geld, um alle ernähren zu können. Und wenn die Männer keinen Bock mehr auf ihre nach vielen Kinder nicht mehr ganz so knackigen Frauen haben, dann nehmen sie sich halt eine Neue. Aber man merkt auch, dass die Frauen aufstehen, sich für Politik interessieren, lernen wollen und sich auch gegen ihre Männer durchsetzen.
Bâ schreibt dabei wunderbar poetisch, teilweise recht ausschweifend, so dass man aufmerksam lesen muss, um nicht den Faden zu verlieren. Ich hatte den Eindruck, dass sie zumindest zum Teil ihre eigenen Erfahrungen einbaut. Schade, dass es nur weniger Bücher von Miriam Bâ gibt, ich würde gern noch mehr von ihr lesen.