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Ein kurzes Buch über die Liebe
 
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Ein kurzes Buch über die Liebe [Gebundene Ausgabe]

Jochen Schimmang


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Jochen Schimmang
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Das Unkalkulierbare

Jochen Schimmang über die Liebe

Programmschriften in eigener Sache, das waren die Bücher des 1948 geborenen Jochen Schimmang von Anfang an. Schon der erste, Ende der siebziger Jahre erschienene Roman trug seinen Titel wie eine Flagge vor sich her: «Der schöne Vogel Phönix. Erinnerungen eines Dreissigjährigen». Inzwischen ist der Schwanengesang auf die Studentenbewegung fast schon ein Klassiker der damals «neu» genannten Subjektivität. Und Jochen Schimmang, sein Autor, geht auf die Fünfzig zu.

Der Schriftsteller Wolbeck hat sich gerade so richtig eingerichtet im Alleinsein, hat allen Träumen von einem Paar- oder gar Familienleben abgeschworen, sie als Trugbilder der Film- und Buchindustrie entlarvt, da begegnet ihm Vera Ruben, die ideale Geliebte. Sie ist nicht nur schön, klug und auf angenehme Weise abgebrüht, sondern verfügt über einen weiteren, dem Verlieben förderlichen Vorteil: Sie ist verheiratet, glücklich verheiratet wohlgemerkt, und will das auch bleiben. Der Endvierziger Wolbeck und die um zwanzig Jahre jüngere Vera passen perfekt zusammen.

Ein gelungenes Arrangement, dieses erotische Tauschverhältnis auf «vernünftiger Geschäftsgrundlage». «Verlieb dich nicht», erheben die beiden Partner zur Devise und schreiben sich fröhlich «Gefühl und Härte» auf die Fahnen, einen Szeneslogan aus den frühen achtziger Jahren. Sobald die Begierde nachlässt, wollen sie die Beziehung beenden, ohne künstliche Wiederbelebungsversuche. Zunächst klappt das auch wunderbar. Man sieht sich, man schläft miteinander, man verreist sogar. Doch irgendwann geschieht das Unkalkulierbare: Aus der Affäre mit beschränkter Haftung wird eine Liebe ohne doppelten Boden. Aber keine Sorge. Niemand stürzt ab. Und am Ende lassen die Gefühle auch wieder nach, und alles ist wie gehabt. Veras Begierde erlischt, und Wolbeck ist wieder allein. Immerhin hat er nun etwas zu erzählen: «eine schöne kleine Geschichte», eine, «die jeder verstehen kann».

Jochen Schimmang geht es erkennbar darum, seine «kleine Geschichte» unterhaltsam darzubieten. Das gelingt ihm auch. Man liest seinen Roman mit Vergnügen – so wie man einen Kinoabend geniesst, an dem man sich statt des gepriesenen Experimentalfilms einen durchschnittlichen Erfolgsstreifen ansieht. Doch wie jene Filme wartet auch Jochen Schimmang, der nachdenklichen Attitüde und den philosophischen Einsprengseln zum Trotz, mit Klischees auf. Beispielsweise Vera. Die unabhängige Karrierefrau, die durch ihre Stärke verführt, wird im selben Masse, wie ihre Liebe wächst, infantil. Am Ende ist sie ängstlich, schutzbedürftig und hat die erotische Ausstrahlung eines Mädchens – und erst so, ihm völlig ausgeliefert, erregt sie Wolbecks Liebe. Der Lesegenuss hängt davon ab, wie weit man über solche Albernheiten hinwegsehen kann. Wer mag, kann diesen Roman goutieren wie ein Hochglanzmagazin: als vergnüglichen Konsumartikel.

Meike Fessmann

Kurzbeschreibung

'Ein kurzes Buch über die Liebe' erzählt die Geschichte einer großen und letztlich traurigen Liebe in unseren Tagen. Der Schriftsteller Wolbeck beginnt ein illegitimes Verhältnis mit Vera Ruben, einer glücklich verheirateten Immobilienmaklerin in Köln, die er während einer Lesung kennenlernt. Wenig später vermittelt sie ihm eine Wohnung, bei deren erster Besichtigung Vera, das kühle berechnende Kind der achtziger Jahre, ihre andere, ihre spontane Seite zeigt. Die von beiden Seiten anschließend vereinbarte Regel "Verlieb' dich nicht" ist von Beginn an gefährdet und läßt sich schließlich nicht mehr einhalten.
Der Autor zeigt, wie heute über die Liebe zu schreiben, wie das älteste Thema der Welt in einem Roman zu behandeln ist: als Verteidigung des Diskurses der Liebe.Jochen Schimmang erzählt in seinen von der Kritik begeistert aufgenommenen Geschichten von drei Königswegen ins Paradies. Der 1948 in Nordheim geborene und heute in Köln lebende Autor zeigt sich dabei als stilsicherer Chronist seiner Generation.

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