Viele Kritiker sehen diesen Film als Argument gegen die Todesstrafe. Am Titel des Films kann man jedoch deutlich erkennen, dass dieser Film nicht nur gegen die Todesstrafe, sondern gegen das Töten allgemein ist. Dazu benutzen Regisseur Krzysztof Kieslowski und Kameramann Slawomir Idziak, dessen Arbeit aus "Harry Potter und der Orden des Phönix" bekannt sein sollte, einfache und zugleich geniale Motive.
Der Film zeigt uns drei Figuren, deren Geschichten zunächst völlig unabhängig voneinander verlaufen: Jacek Lazar, der sich scheinbar ziellos durch Warschau treiben lässt, Piotr Balicki, der gerade seine Prüfung zum Rechtsanwalt bestehen muss, und einen Taxifahrer, der noch nicht weiß, welches Schicksal ihn erwartet. Durch den Mord, den Jacek am Taxifahrer ausübt, kommen die Ereignisse ins Rollen, wodurch die drei Figuren untereinander agieren. Jacek wird gefasst und zum Tod durch den Strang verurteilt.
Die beiden Tötungen werden gleichgestellt. Beide Täter, sowohl Jacek als auch der Staat, können ihre Opfer nur mit großer Mühe unschädlich machen. Zwischendurch keimt sogar etwas wie Gnade auf - Jacek schaut sich den Taxifahrer einen Moment lang schockiert an und einer der Gefängniswärter gibt ihm kurz vor der Hinrichtung eine Zigarette zur Beruhigung - aber letztendlich werden die beiden Morde zu Ende geführt.
Krzysztof Kieslowski stellt die beiden Morde bewusst nebeneinander und behandelt sie gleich. Wenn man den Film das erste Mal sieht, beginnt man, die Figur Jacek Lazar dafür zu hassen, dass sie ihr Opfer so lange bearbeitet, bis es wirklich tot ist. Doch wenn er später hingerichtet werden soll und die Wärter seine Hinrichtung ebenso kalt durchziehen wie Jacek zuvor seinen Mord, kehren sich diese Gefühle genau ins Gegenteil. Nun beginnt man den Staat für sein systematisches Morden zu hassen und Mitleid für Jacek zu empfinden. Mord und Strafe werden gleichgestellt, sodass eine eindeutige Lösung unmöglich wird. Hinzu kommt, dass dem Zuschauer kein richtiger Grund für den Mord an dem Taxifahrer geliefert wird, sodass man die Hinrichtung nicht ablehnen oder befürworten kann. Der Zuschauer soll die Charaktere selber bewerten.
Die Mittel, die im Film verwendet werden, stellen den kalten Charakter der Figuren noch deutlicher heraus. Durch den Grünfilter wirken die gezeigten Orte noch trister und leerer, als sie es sowieso schon sind. Außerdem wirkt der Film dadurch krimineller, da dieser Farbton irgendwie an Verbrecherfotos erinnert.
Außerdem sieht man kurz vor dem Mord einen Passanten, der ein großes Maßband in der Hand trägt. Die Zahl 5 ist darauf gut zu erkennen und befindet sich genau in der Mitte des Bildes. Dies ist ein Verweis auf das fünfte Gebot: "Du sollst nicht töten".