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Ein halbes Leben
 
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Ein halbes Leben [Gebundene Ausgabe]

V.S. Naipaul , Sabine Roth , Dirk van Gunsteren
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 222 Seiten
  • Verlag: Claassen Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe. (1. Dezember 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3546003063
  • ISBN-13: 978-3546003063
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,2 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 375.638 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Vidiadhar S. Naipaul
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

'Naipaul ist ein Meister englischer Prosa, und die Prosa von 'Ein halbes Leben' ist so sauber und so kalt wie ein Messer.' DIE ZEIT 'Ein halbes Leben' ist ein kostbarer Roman, ein klassischer Schatz, der nicht beim ersten Ansch

Kurzbeschreibung

Naipaul erzählt von dem immer nur »halb gelebten Leben« des Schriftstellers Willie Chandran. Ein Leben am Schnittpunkt dreier Welten: der brahmanischen Tradition des indischen Subkontinents, der Boheme-Szene im London der späten fünfziger Jahre und der Zeit des scheiternden Kolonialismus in Afrika. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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36 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen V. S. Naipaul, "Half a Life", 21. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Ein halbes Leben (Gebundene Ausgabe)
V. S. Naipaul, "Half a Life"
New York (Vintage), 2001

Ui! Gerade fühle ich mich in einer sehr positiven Weise etwas überfahren.

Das Buch ist recht dünn, 200 Seiten, und liest sich auch stilistisch sehr flott.

Eine Art Prolog erzählt etwas über Willie Chandrans Vater - eine irgendwie gescheiterte Existenz, die Willie nicht werden will.

Und so verläßt Willie sein indisches Heimatdorf und gelangt über ein Stipendium ans College nach London, wo er anfangs ganz gut mithält, bis er die Partyseite des Lebens entdeckt. Kurz bevor sein Stipendium abläuft lernt er Ana kennen und zieht als deren Gatte auf ihren Großgrundbesitz in einer langsam verfallenden portugiesischen Kolonie in Afrika.

Die Beobachtungen des indischen Einwanderers in England kennt man eigentlich schon aus "The Enigma of Arrival" und das fragile Leben in der morbiden Kolonie aus "A Bend in the River", und so hatte ich anfangs ein wenig den Eindruck, Naipaul hätte nur hastig ein paar bekannte Motive neu zusammengewürfelt um seinem Verleger anläßlich der Nobelpreisverleihung etwas zum Verkaufen zu liefern.

Weit gefehlt! Motive zweitverwertet hat er zwar, aber diesmal ist es eben Willie, der in diesen Settings lebt, aber eben nicht heimisch wird. Willie lebt - und wie! Der Leser wird buchstäblich Zeuge wie Willie lebt und wie sich dabei seine Erkenntnisse über das Leben im allgemeinen und besonderen, über seine Mitmenschen, sich selbst, seine eigene Sexualität und die seiner Frauen und viele andere kleine Dinge immer weiter verdichten. Und im Gleichschritt mit Willies sich verdichtenden Erkenntnissen und sich schärfenden Sinnen verdichtet sich auch das Buch, um schließlich schon fast mit einem Knall zu enden, aber doch nichts ungesagt zu lassen.

Zurück bleiben betrogene Frauen, betrogene Gefühle, betrogene Anleger und entlarvte Lebenslügen. Und Willie - betrogen um ein halbes Leben.

Genial!

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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die ewig Heimatlosen, 18. Dezember 2002
Von 
B. Fitzky "baer" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Ein halbes Leben (Gebundene Ausgabe)
Ein halbes Leben - das bezieht sich nicht auf den Zeitraum eines halben Lebens sondern darauf, nie richtig dazuzugehören. Sein ganzes Leben ein ewig Heimatloser, so oft ein Thema in den Büchern von Naipaul, ist Willie Chandran. Die Geschichte seines Grossvaters und Vaters in Indien werden vom Vater über viele Jahre erzählt. Dieser ist Mitglied einer Brahmanenfamilie und doch nicht dazugehörig weil er seine eigene Familie als Ausdruck seines 'Opferlebens' mit einer Kastenlosen, einer 'Rückständigen' gründete und diese deswegen auf ewig hasst. Willies Leben im Abseits setzt sich im Immigrantenleben im London der fünfziger Jahre fort, wohin ihn ein Stipendium führt, und schliesslich aus Liebe zu Ana in den portugiesischen Kolonien Afrikas. Meist nur beobachtend, zu sehr in seiner Denkweise versponnen oder zusehr mit seinen Ängsten und Dünkeln beschäftigt, ist er oft völlig ausserstande zu verstehen, was da um ihn herum geschieht. Das Leben zieht dahin wie hinter einer Glasscheibe. Naipaul ist Meister der Worte, Herr der Geschichten und Magier der Phantasie. Der Fluss des Lebens nimmt einen auf und entlässt einen nur widerwillig am Ende des Buches, wenn Chandran seiner Schwester in Berlin, wiederum über Wochen und Monate, aus seinem Leben erzählt. Ein absoluter Lesegenuss!!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Enttäuschung auf hohem Niveau, 3. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Ein halbes Leben (Gebundene Ausgabe)
Enttäuschung:

- Humor. Rezensenten rühmten Half a Life als witzigsten Naipaul-Roman. Ich selbst fand seine vier frühen Trinidad-Romane (Biswas, Masseur, Elvira, Miguel Street) ebenso deutlich witziger wie auch Mr. Stone and the Knights' Companion oder einige Kurzgeschichten, etwa The Night Watchman's Occurrence Book.
- Qualität. Allgemein viel besser als Half a Life ist auch Naipauls A Bend in the River - die Afrikateile von Half a Life reichen bei weitem nicht an Bend in the River heran.
- Wiederholung. Wer andere mittlere und späte Naipaul-Romane wie A Bend in the River kennt, findet Pufftouren und Rabiatsex mit verheirateten Frauen nicht mehr so spannend. Ganz abgesehen davon, dass der ganze Roman wieder nur aus Menschen besteht, die auf die eine oder andere Art entwurzelt sind.
- Sammelsurium der Orte. Half a Life zerfällt in sehr disparate Teile: die Vorgeschichte in Indien, die Jugend in Indien, die Studentenzeit in London, dann Mosambik und am Ende Berlin und das nicht ganz chronologisch, sondern mit Rückblenden erzählt. Die einzelnen Teile - vor allem London und Afrika - haben hohe atmosphärische Dichte; doch sie sind zu kurz, um den Leser richtig aufzunehmen. Der Mosambikteil am Ende hat mich aber so fasziniert, dass ich nicht mehr unter vier Sterne komme.
- Sammelsurium der Begegnungen. Naipaul reiht offensichtlich Erlebnisse und Bekanntschaften aneinander, die kaum zusammengehören, so dass selbst die Szenen innerhalb eines Orts schlecht harmonieren. Die verschiedenen Portraits hätte man fast lieber als separate Artikel gelesen, im Roman wirken sie zu willkürlich, als ob der Autor eine bestimmte Buchlänge erreichen wollte.

Aber Enttäuschung auf hohem Niveau:

- Schreibkunst. Half a Life zeigt wieder hohe Schreibkunst ("beautifully controlled English", hieß es in einer Rezension).
- Details. Naipaul beobachtet seine Umwelt genau und schreibt haarsträubend präzise.
- Sprachspiele. Der dünne Roman hat besondere Momente, wenn der junge Willie Somerset Chandran Geschichten erfindet und mit Satzbau experimentiert - meisterliche Vignetten eines Sprachconnaisseurs, dessen Sätze man bewusst genießt wie alten Cognac. Ein Rezensent bezeichnete Half a Life als Reihung exzellenter Vignetten und "a string of gemlike snapshots".

Im London-Teil verwendete Naipaul offenbar seine eigenen, ein halbes Jahrhundert zurückliegenden Erfahrungen als Neuankömmling im Zentrum des Commonwealth und als junger BBC-Mitarbeiter. Für seine Verhältnisse schildert Naipaul diesmal junge Leute als relativ eigenständige Gruppe, auch wenn die Gefühlsseite wie üblich fade herüberkommt. Die Fortsetzung von Half A Life, Magic Seeds, kenne ich noch nicht, sie bekommt allgemein schlechtere Kritiken.

Ein paar Jahre vor Half a Life hatte Naipaul die Romanform noch allgemein für tot erklärt. Dann kursierten Gerüchte, sein Verleger habe ihn zu einem Roman gezwungen - danach erschien 2001 der Roman-Verhau Half a Life. So jedenfalls die Darstellung des dauer-eifersüchtigen Naipaul-Beobachters Paul Theroux, der Half a Life auf guardian.co.uk verriss: "The novel ends nowhere. It is about nothing, just an assortment of Naipaul situations and remarks. Anyone who does not know his work will find it clumsy, unbelievable, badly written, wilful and weird." Weitere Kollegenschelte gibt's von J.M. Coetzee auf nybooks.com.
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