Günter Lamprecht, Jahrgang 1930, knüpft mit "Ein höllisches Ding, das Leben" an seine Kindheitserinnerungen "Und wehmütig bin ich immer noch" an.
Berlin erholt sich langsam aus den Trümmern und "Jünta" ist Orthopädiemechaniker geworden. Damit hat er so kurz nach dem Krieg ein schönes Auskommen. Aber da schlummert noch etwas in ihm, der Wunsch und die Fähigkeit zum Schauspielberuf.
Nach einem Stipendiat am Max-Reinhard-Institut spricht sich in der Theaterszene schnell herum, das Lamprecht ein Riesentalent ist. Und so engagiert ihn Schalla nach Bochum, schon damals eine der ersten Theater-Adressen.
Ihm fällt der Abschied von Berlin schwer, zumal er sich plötzlich in einer recht voreilig geschlossenen Ehe wiederfindet, die ihn eher bremst als beflügelt.
Günter Lamprecht ist ein eher unbequemer Geist. Er hinterfragt und hält mit seiner Meinung nicht hinterm Berg, ihm widerstreben Kultursnobismus und Ungerechtigkeiten. So fällt er schnell den 68ern auf, zu diesem Zeitpunkt ist er Ensemble-Mitglied am Kölner Schauspielhaus, die ihn gerne für ihre politischen Zwecke instrumentalisieren wollen. Doch Günter Lamprecht geht seinen eigenen Weg.
Die vielleicht wichtigsten Schauspielerfahrungen macht Lamprecht an der Seite Rainer Werner Fassbinders. In der Darstellung des Franz Bieberkopf in "Berlin Alexanderplatz" findet er seine Lebensrolle.
Günter Lamprecht verarbeitet in seinen Erinnerungen auch die traumatischen Erlebnisse im Herbst 1999 in Bad Reichenhall, als er gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Claudia Amm Opfer eines Amokschützen wurde. Beide werden schwer verletzt und überleben nur knapp -- nehmen heute bewusster denn je ein Leben wahr, in dem die Bretter, die die Welt bedeuten, noch immer eine Hauptrolle spielen...
Mit Berliner Schnauze und auch mit echtem schriftstellerischen Talent erzählt Günter Lamprecht aus seinem bewegten und bewegenden Leben. Von den Anfangsjahren, als er kaum wusste, wie er die Miete zahlen sollte bis hin zu den großen Erfolgen auf der Bühne und beim Film bleibt er sich selbst doch immer treu, bleibt eben "Jünta"...