Dieses Buch habe ich mir wegen dem Titel gekauft, klar, Rache kann doch auch was Schönes sein. Nämlich dann, wenn man es allen zeigt. Und zwar: Mit einem guten Leben. Viele kleine Kurzgeschichten reihen sich zu einem Gesamtwerk aneinander. Aber ob die jeweiligen Hauptpersonen ein gutes Leben führen, bleibt für mich ein Rätsel. Vielleicht nach dem Ende der jeweiligen Kurzgeschichte? Vielleicht wird ja doch noch alles gut?
Die erste Story ließ mich etwas ratlos zurück und ich dachte mir, wird bestimmt noch. Wurde es auch. Am Ende es ersten Drittels des Buches war ich von der Genialität des Autors überzeugt und beglückwünschte mich selbst zum Buchkauf. Die Geschichte: „Die Prinzessin und der Hirte“ fand ich zum Beispiel so brillant und unerwartet, dass ich sie sogar guten Freunden vorlas.
Sprachlich blieb der Autor zwar gleich bleibend gut, aber die folgenden Erzählungen blieben inhaltlich hinter dem Beginn des Buches zurück. Gewalt, Drogen, Sex werden zum Hauptbestandteil der nachfolgenden Geschichten. Dieses muss nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen sein, es gibt ohne Frage auch gute Story´s, die über Sex und Drogen geschrieben werden. Hier habe ich allerdings immer wieder das Gefühl, dass der Autor versucht sich zu profilieren, ihm allerdings die guten Ideen ausgegangen sind.
Alles in Allem kann das Buch durch sprachliche Feinheiten beeindrucken, aber ab Seite 42 sollte man sich meiner Meinung nach nur noch auf die ausgeklügelten Formulierungen konzentrieren. Der Inhalt sollte Nebensache werden, sonst ist das Lesen kein Vergnügen mehr.