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Selten begegnet einem ein Film, in dem wirklich alles stimmt - die romantische Komödie "Ein gutes Jahr" mit Russell Crowe in der Hauptrolle, 2006 nach dem vier Jahr zuvor herausgekommenen Bestseller "Ein guter Jahrgang" von Peter Mayles entstanden, ist eine der löblichen Ausnahmen.

Wenn man erfährt, dass Ridley Scott Regie geführt hat, wundert einen das nicht mehr. Wenn man dann noch weiß, dass Scott seit 15 Jahren selbst in der Provence lebt und dass Peter Mayles ganz in der Nähe wohnt, versteht man, dass die Begegnung eines Engländers mit Frankreich für Scott nicht irgendein Film war, sondern auch ein Resumé seiner eigenen Erfahrungen darstellt.

INHALT & WÜRDIGUNG

Max (Russell Crowe, 42) verdient als Chef-Trader, sogar als Group-Head, in London ein Heidengeld, geht aber auch 100%ig in seinem Job auf - bis man ihn informiert, dass er von seinem Onkel Henry (Albert Finney, 70) das Weingut "La Siroque" bei Gordes, Vaucluse, erbt. Als Kind hatte er jeden Sommer auf dem Château seines Onkels verbracht und eine enge Beziehung zu ihm aufgebaut.

Der Antritt des Erbes gestaltet sich nicht so leicht, wie Max sich das vorgestellt hatte. Da ist das Ehepaar Ludivine und Francis Duflot, das sich das ganze Leben lang um das Gut gekümmert hatte. Aus den USA kommt die junge Frau Christie Roberts (Abbie Cornish, 24) angereist und behauptet, Onkel Henry sei ihr Vater gewesen. Zwischen Max und der schönen Fanny Chenal (Marion Cotillard, 31) beginnt es bald zu knistern. Vor allem aber kommen, je länger Max auf dem Gut aufgehalten wird, sukzessive und unwiderstehlich die Erinnerungen an die unbeschwerte Jugend und den Onkel aus den Tiefen des Gedächtnisses hoch.

Ridley Scott gilt als Perfektionist - und das merkt man diesem Film an jedem Detail an. Spontan wirken an sich geschätzte, bekannte Komödien vergleichsweise unbeholfen, flach und oberflächlich. Russel Crowe wird perfekt geführt und zaubert den vielschichtigen Max glaubwürdig und ohne die unvermeidlichen Klischees zu sehr in den Vordergrund zu rücken. Der "alberne Freund" agiert ebenso zurückhaltend wie die durchaus reizvollen Damen, die den Mix angenehm bereichern, sich aber nie dominant zu werden drohen und somit die Harmonie des Kerngeschehens nicht stören.

Selbstverständlich wird man mit prachtvollen Bildern vom alten Schloss, der sonnendurchfluteten Landschaft und den lebensfrohen Menschen verwöhnt, wobei auch hier die Aufnahmen aus dem hypermodernen London interessante Kontraste dagegen stellen. Wer schon immer mal einen Bloomberg Trading Room von innen sehen wollte - hier kann er es. Natürlich sollen die Bilder "schön" sein, berühren und sentimental machen - das erwartet man in diesem Genre ja wohl. Aber es geht auch um die Frage, welcher Lebensstil einen Menschen wirklich befriedigt. Und vor allem geht es darum, ob der Wille, unbedingt zu gewinnen, die Aufgabe der Ehrlichkeit rechtfertigen kann.

Den absoluten Höhepunkt bildet aber das Buch, das sich scheinbar in berechenbaren Bahnen entwickelt, dabei aber die "Metamorphose" des Erfolgsmenschen zum Genussmenschen nachvollziehbar macht und schließlich einen - nach so vielen Komödien kaum zu erwartenden - gleichzeitig befriedigenden wie raffiniert aufgebauten, überraschenden Schluss entwickelt, der hier natürlich nicht verraten werden kann. Auch gelang Scott und Marc Klein, der das Drehbuch schrieb, ein wunderschöner Bogen mit den Rückblicken auf die Jugend des Helden.

Es wird wenige Filmfreunde geben, die Ridley Scott nicht zu den ganz Großen zählen - so wie es stets unzählige Kritiker gegeben hat, die zunächst kein gutes Haar an ihm lassen. Dieselben, die 20 Jahre brauchten, um Blade Runner zu begreifen, stehen jetzt da in ihrer angestaubten Verkrampftheit und erkennen wieder mal die Qualität nicht. Der Hauptgrund, warum es so schwer für Macher ist, das Genre zu wechseln, sind eben bornierte Kritiker.

Doch ein Künstler vom Format eines Ridley Scott braucht sich glücklicherweise nicht um Kritiker zu scheren. Dass Scott, der übrigens in unmittelbarer Nähe von Gordes seine Wahlheimat gefunden hat, mit so leichter Hand eine so feine, humorvolle und herzliche Komödie mit durchaus ernsthaftem Hintergrund zaubern könnte, dürfte dennoch viele überraschen. Was herausschaut, ist für alle, die sich fallen lassen können, Wohlbefinden - oder in Neudeutsch "feelgood" - pur, aber auch ein Stück Lebensweisheit zum Genießen.

Für diejenigen aber, die es nun mit der feinen Küche immer noch nicht haben, bietet das vorzügliche "Postkarten aus der Provence" eine großartige Einführung von gut zwei Stunden in die Hintergründe dieses großen Films. Wenn selbst das nicht hilft - manche sind ja selbst mit "Blade Runner" nie warm geworden - gilt eben die fatalistische Empfehlung: "MacDonalds ist in Avignon - Fish & Chips in Marseille!"

TECHNIK & AUSSTATTUNG

Im Original 118 Minuten, Format 2,35:1 auf 35 mm, 4K Intermediate, DTS|D (IMDB)

Man muss sich fragen, warum Scott immer noch auf 35 mm dreht. Nun, er setzt durchaus Digitalkameras ein, man sieht das in den "postcards". Vermutlich liegt die richtige Antwort zwischen einer gewissen Technologie-Übermüdung und dem Gefühl, dass zu einem "richtigen" Kino-Film in seinen Augen einfach ein bisschen Rauschen und Korn gehört. Jedenfalls kann man aus 35 mm heute sicher nicht mehr herausholen.

Warum es ausgerechnet von diesem Augenfilm der Sonderklasse noch keine BD gibt? Hier lag jedenfalls die DVD von 2009 vor. Neben dem schon erwähnten Top-Feature "postcards from provence" 2:17:39 h(!) gibt es einen 2:29 min. langen, lustig auf alt gemachten Werbefilm mit Scott und Russell Crowe, zwei Trailer und drei Musikvideos: "One Good Year", "Weight of a Man" und "Testify". Der Ton steht in Englisch und Deutsch zur Verfügung, Untertitel werden in Deutsche, Englisch und Türkisch angeboten.

FAZIT

"Ein gutes Jahr" entführt uns in eine glückliche Zeit an einem warmen Ort voller Schönheit - ähnlich, wie das auch "Dem Himmel so nah" vermag. Diesem voraus hat Scotts Werk aber den Tiefgang. Man kann sich den feinfühligen und intelligenten Betrachtungen zum "Sinn des Lebens" kaum entziehen. Handwerkliche Mängel und vor allem die Verweigerung einer zeitgemäßen Ausgabe auf Blu-ray zwingen zu einer Abwertung.

film-jury 3* A0696 9.8.2011eg Genre: Komödie | Drama | Romanze

Sir Ridley Scott (* 30. November 1937 in South Shields, England)
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1979 5* A0811 Alien Anthology [Blu-ray]
....... R: Ridley Scott (AA) D: Sigourney Weaver
1982 5* A0090 Blade Runner - Final Cut [Blu-ray]
....... R: Ridley Scott B: Philip K. Dick D: Harrison Ford, Rutger Hauer, Sean Young
1989 5* A0000 Black Rain (limited Steelbook Edition) [Blu-ray]
....... R: Ridley Scott D: Michael Douglas, Andy Garcia, Ken Takakura
1991 5* A0000 Thelma & Louise [Blu-ray] B: Callie Khouri (AA)
....... R: Ridley Scott D: Susan Sarandon, Geena Davis, Harvey Keitel, Michael Madsen, Brad Pitt
2000 5* A0000 Gladiator [Blu-ray] (AA)(GG)
....... R: Ridley Scott D: Russell Crowe (AA), Joaquin Phoenix, Connie Nielsen, Oliver Reed
2006 5* A0696 Ein gutes Jahr
....... R: Ridley Scott D: Russell Crowe, Albert Finney, Marion Cotillard, Isabelle Candelier
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2004 habe ich das Buch zum vorliegenden Film rezensiert, den ich bereits im Dezember 2006 im Kino sah und nun als DVD besitze. Der Film schlägt Mayles Buch um Längen.
Ich möchte kurz erklären weshalb das so ist und stelle deshalb den Rezensionstext zum Buch vor die heutige Rezension zum Film.
Wer bei sommerlicher Hitze - selbst nach dem Genuss einer wohltemperierten Flasche Rose - nicht schlafen kann, ist gut beraten sich Peter Mayles neuen Besteller " Ein guter Jahrgang" als Lektüre vorzunehmen, um auf diese Weise an dessen Lavendel-Träumen Anteil haben zu können.
Max Skinner, ein junger Engländer erbt von seinem Onkel ein Weingut in der Provence. Um die notwendigen juristischen Erbformalitäten zu erledigen, reist Max nach Frankreich. Dort erwarten ihn schöne Frauen, guter Wein, vorzügliche Speisen und eine Menge Turbulenzen...
Der Autor bringt dem Leser in diesem Buch in erster Linie südfranzösische Lebensart nahe. Er zeichnet das Bild pittoresker, kleiner Orte und beschreibt farbenfroh, womit sich deren Bewohner dort beschäftigen. Außerdem nutzt Mayle die Gelegenheit den Leser durch ein kurzweiliges Weinseminar bei Laune zu halten. Über Bodenbeschaffenheit, Reduktion, Ernte und Verarbeitung der Trauben im Keller, wie auch über den notwendigen Reifeprozess erfährt man ebenso Interessantes, wie über teilweise abenteuerliche Vermarktungsmethoden und die Preisgestaltung des Rebensaftes. Als Weinkenner übt der Autor Kritik an den so genannten " Garagenweinen " , in welchen er in erster Linie Prestigeobjekte für Neureiche wittert. Auch ist er skeptisch gegenüber der Verbalakrobatik, die selbsternannte Connaisseure bei Degustationen in jüngster Zeit an den Tag legen.
Wertet man die Fülle von Klischees und übertrieben blumig ausgefallenen Wortschöpfungen als verzeihlichen Erzähl-Überschwang eines überaus frankophilen Autoren, so kann man im Ergebnis festhalten, einen federleichten, gleichwohl amüsanten Roman gelesen zu haben, der einen - mit sehr viel Raffinesse - dazu verführt, die eigenen Lavendel-Träume so schnell als möglich in die Tat umzusetzen...!

Der Reiz Films besteht besteht in der Visualisierung von ungebremster Lebensfreude. Das lässt sich textlich nur bedingt darstellen. Selbst der frankophile Mayle schafft dies bei allem Erzählüberschwang nur zum Teil und hinterläßt dabei den Eindruck des Überzeichnens, weil man seiner Euphorie nicht völlig glauben mag. Das ist allerdings ein großer Fehler.
Er hat ja so Recht!

Die Franzosen und Französinnen im Film sind alle zum Verlieben charmant. Kein Wunder also , dass sich der coole Banker Mac Skinner( Russel Crowe)in eine bildschöne Provencalin( Marion Cotillard) unsterblich verliebt und sein Leben völlig verändert....
Die vielen pittroseken Bilder von der Provence versetzen den Zuschauer in einen Rausch der Sinne. Marc Streitfelds Filmmusik mit Anklängen an die Musik der 30er Jahre tut das Übrige. Im Grunde wird die hübsche Filmhandlung völlig nebensächlich. Man taucht in eine hinreissende Bilderflut ein und lässt sich wegtragen in eine der schönsten Gegenden Europas. Man riecht die Speisen, die im Film aufgetischt werden, nimmt die die Kräuter der Provence und das feine Knoblaucharoma wahr und glaubt einen guten Wein auf der Zunge zu haben : einen Bandol, einen einfachen Cote de Provocene oder etwas Drittes . Man spürt die Sonne und sieht die herrliche Landschaft. Das macht glücklich. Ich versichere es Ihnen!

Ein toller Film!

Sehr empfehlenswert, für Menschen , die die französische Lebensart zu schätzen wissen.
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am 17. März 2007
"Ein gutes Jahr" erinnert eher an einen Lasse Hallström Film. Wirklich ziemlich überraschend, das Ridley Scott der Regisseur ist. Eine positive Überraschung. Der Film hält, was der Klappentext verspricht. Eine wunderschöne Geschichte über Heimat, Moral und Liebe. Ohne Anspruch auf gnadenlosen Tiefgang. Nicht mehr und nicht weniger. Der skrupellose Londoner Broker Max Skinner ist in seinem Job ein Schwein. Für ihn zählt nur der Profit und die Arbeit. Ein Privatleben findet praktisch nicht statt. Als er erfährt, dass sein Onkel Henry verstorben ist und ihm das Weingut in Frankreich vermachte, auf dem er viele Tage seiner Kindheit verbrachte, will Skinner das Gut so schnell wie möglich zu Geld machen. Sein Besuch in der Provence verläuft jedoch anders als gedacht. Die Schatten der Vergangenheit holen ihn ein und er sehnt sich an Momente der Kindheit zurück. Langsam aber sicher erkennt Skinnner, was wirklich im Leben zählt. Aber der Weg dorthin ist mit Stolpersteinen gesäumt. Um Zufriedenheit, Glück und die Liebe seines Lebens zu erobern, muss Max Skinner sich völlig verändern.
Scott hat wunderbare Landschaftsaufnahmen mit den Stilelementen der Komödie der 60er und 70er Jahre verwoben. Mit Albert Finney und Russel Crowe stehen ihm zwei Vollblutmimen zur Seite, die aus ihren Rollen alles herausholen. Marion Cottilard, als Skinners Objekt der Begierde, überzeugt ebenfalls voll und ganz.
Wer sich für zwei Stunden mitnehmen lassen will in die französische Art zu leben; wer genießen und nichts überstürzen will; wer Lachen und schmunzeln möchte, der ist mit "Ein gutes Jahr" bestens bedient. Dazu begleitet ein wunderbarer Soundtrack, der originell und stilgerecht passt. Ganz ehrlich Mr. Scott, einen Film dieser Machart hätte ich ihnen nicht zugetraut.
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Max Skinner (Russel Crowe) ist ein kaltblütiger Börsenmakler in London, für den das Geld zum Lebensinhalt wurde. Schon als Kind hatte er stets rational gedacht und Gefühle von sich geschoben. Als er vom Tod seines Onkels Henry (Albert Finney) und dem ihm wohl nun zufallenden Weingut in der Provence erfährt, denkt er auch sofort an einen gewinnbringenden Verkauf jenes Ortes, an dem er als Waisenkind glückliche Ferientage verlebte. Eher widerwillig reist er zur zügigen Abwicklung der notwendigen Formalitäten nach Südfrankreich. Schnell holen Max die Erinnerungen an seine Jugendzeit und seinen Onkel ein, zu dem er in den letzten 10 Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Nach dem Anwaltstermin geht einiges schief und Skinner verbringt weitere Tage auf dem Weingut, um dessen Verkauf bestmöglich vorzubereiten. Plötzlich taucht eine angebliche uneheliche Tochter des Onkels auf - und da ist auch noch die reizende Kellnerin Fanny (Marion Cottilard) ...

Als einzige Komödie nimmt A GOOD YEAR eine Sonderstellung im Rahmen des Gesamtwerkes des vielseitigen Regisseurs Ridley Scott (*1937)ein, der hier nach GLADIATOR (2000) zum zweiten Mal mit Hauptdarsteller Russel Crowe zusammenarbeitete. Der Film wurde 2006 an Originalschauplätzen in der Provence nach dem 2003 entstandenen gleichnamigen Roman (deutscher Titel: Ein guter Jahrgang) von Peter Mayle gedreht, der seiner Tätigkeit als erfolgreicher Werbetexter 1975 den Rücken kehrte und aus England dauerhaft in die Provence übersiedelte. Seine Romane sind Liebeserklärungen an seine neue Heimat, die viel französisches Lebensgefühl vermitteln. Das tut auch Ridley Scotts Komödie, in der der kaltblütigen Banker über denn Sinn seines stressigen Lebens nachdenkt und sich daran erinnert, wie ihm sein Onkel zu vermitteln versuchte, dass man mit Erfolg auch umzugehen verstehen muss. Ein schöner und unbeschwerter Film, bei dem der Zuschauer auch im Winter an sonnige Urlaubstage denken kann.

FOX veröffentlichte A GOOD YEAR nun in hervorragender Bild- und Tonqualität erstmals auf Blu-ray. Neben Englisch (DTS-HD MA 5.1) und Deutsch (DTS 5.1) sind Tonspuren in Französisch, Spanisch (auch lateinamerikanisch), Russisch, Tschechisch, Polnisch (Voice over), Thailändisch sowie Englisch für Sehbehinderte vorhanden - auf dem Cover nur unvollständig angegeben. Die Extras beinhalten einen erweiterten Wiedergabemodus "Postkarten aus der Provence", bei dem Audiokommentare und Featurettes in den Film integriert werden, den Kinotrailer sowie drei Musikvideos. Ein Wendecover ist leider nicht vorhanden.

Eine sehr empfehlenswerte Veröffentlichung für breiter sortierte Sammlungen!
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Ein herzloser englischer Broker erbt das Weingut seines Onkels in der Provence, auf dem er einst als kleiner Junge glückliche Sommerferien verlebte. Natürlich kommen die verdrängten Erinnerungen beim Besichtigen des Erbes langsam zurück, und natürlich folgt dann etwas verzögert die Sinnkrise. Ach ja, es hätte so ein schöner Film werden können. Aber bereits nach zehn Minuten weiß man, dass man Hollywood-Unterhaltung gekauft hat.

Der in die Kindheit zurückblickende Anfang ist viel versprechend, aber dann kommen wilde Schnitte nach London, wo unser Broker Max Skinner (Russel Crowe) heftig an den Finanzmärkten herummanipuliert. Was uns da gezeigt wird, ist billig und nichts weiter als das Klischee, das man immer zeigt, wenn man keine Ahnung von der Wirklichkeit hat. Als sich dann Max in die Provence aufmacht, merkt man leider, dass die Regie auch hier nicht gewillt ist, dem Rhythmus der Landschaft zu folgen und sich der Stimmung langsam anzupassen. Stattdessen wird das Tempo noch schneller und endet in Slapstick-Einlagen. Erst danach fängt sich der Film langsam. Wer nun gedacht hat, dass die Stimmung in der Provence endlich zum tragenden Element dieses Streifens wird, sieht sich leider getäuscht.

Den amerikanischen Machern dieses Films ist die europäische Kultur offenbar ein Rätsel. Sie verfallen in ein recht hilfloses und klischeehaftes Beschreiben der französischen und englischen Mentalität, weil sie deren Wesen nicht verstehen. Hätten sie den Film nach Kalifornien und New York verlegt, wäre er garantiert besser geworden.

Einen wunderschönen französischen Farbtupfer bringt Marion Cotillard in diesen leider nur durchschnittlichen Streifen. Ich musste allerdings zweimal hinsehen, ehe ich begriff, dass dies dieselbe Frau ist, die wir aus "La Vie en Rose" in so grandioser Erinnerung haben.

Fazit.
Wahrscheinlich habe ich zu viel erwartet und wurde deshalb enttäuscht. Dies ist ein recht guter Unterhaltungsfilm aus Hollywood, der mit allen Klischees arbeitet, die man sich bei Thema und Figuren so vorstellen kann. Nicht schlecht, wenn man keine anderen Filme kennt, die in der Provence spielen und nur Unterhaltung sucht.
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am 5. Mai 2007
In London ist Max ein erfolgreicher Börsenmakler. Er hat gute Chancen in die Chefetage aufzusteigen. Da ereilt ihn die Nachricht vom Tode seines Onkels in Frankreich. Max hat als Junge lange Zeit bei seinem Onkel auf dem französischen Weingut gelebt. Er spielte mit ihm Schach und hörte aufmerksam zu, wenn sein Onkel ihm vom Wein und vom Leben erzählte. Dieses Weingut soll Max nun erben. Es ist seine Absicht nach Frankreich zu fliegen und das Gut schnell zu verkaufen.

Doch in Frankreich auf dem Lande ticken die Uhren anders. Da ist der sture und eigenwillige Winzer und Verwalter des Weinguts mit seiner Frau, den Max noch aus seinen Kindertagen kennt. Sein Wein schmeckt wie Essig und ein Gutachter bestätigt Max Befürchtungen. Der Boden ist für Wein ungeeignet und schmälert den Wert des Gutes erheblich. Vor Ort gibt es eine Schönheit, die Max gefällt und eine unbekannte nichteheliche Tochter des Onkels taucht ebenfalls noch auf.

Der Film ist eine Laudatio an Frankreichs schöne Weinlandschaften. An das Leben auf dem Lande in pittoresken Weingütern. Sorgenfrei entwickelt sich der workoholiker und Städter Max zu einem weisen Landmenschen, wie es sein Onkel war. Ein harmonischer angenehmer Film fürs Auge.
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am 31. August 2015
Mir gefällt der Film gut.
Man muss hier nicht viel sagen: Abgebrühter Londoner Broker (Max) erbt das Haus, den Besitz, samt Weintrauben von seinem Onkel Henry, der ein Winzer gewesen war, naja sowas ähnliches. ;-) Das Gut weckt die Kindheitserinnerungen von Max, der darin unter der Obhut seines Onkels aufgewachsen ist.
Leider hatte das Leben , vielleicht auch schlechte frühkindliche Erfahrungen, da Max ein Waise war, ihn zu einem - nicht sehr warmherzigen Menschen werden lassen, nur noch aufs Geld verdienen aus.
Aber als Max zwangsläufig wegen dem Erbe zurück nach Frankreich kehrt, in das Haus seines Onkels, dessen verstorbener Geist dort offensichtlich noch wohnt, da erinnert sich Max, er erinnert sich an alles, nämlich wie gut das Leben mal zu ihm gewesen war, eigentlich.
Das Ende möchte ich natürlich nicht erzählen, nur – ganz so vorhersehbar ist es nicht. Einige Erzählstränge erscheinen mir auch nicht schlüssig. Zum Beispiel die Sache mit dem Wein: Warum schmeckte er nicht – aber der andere (unter Sammlern bekannte) Wein war so genial? Hm, Onkel Henry hatte eben seine Geheimnisse….
Auch der Wechsel vom lieben Neffen zum Broker-Gangster erscheint mir nicht ganz nachvollziehbar. Warum gab es keinen Kontakt mehr zwischen dem kleinen Jungen Max der dort praktisch aufgewachsen war und eine wirklich enge Verbindung zu seinem Onkel hatte? Irgendwann schreibt man sich doch, oder? Max selber begründet es im Film so: „Wahrscheinlich, weil ich ein A-Loch geworden bin.“
Aber warum wurde er das? Gabs da einen Auslöser?

Die Art wie Regisseur und Schauspieler dieses Thema aber umsetzen, die wahrscheinlich viel Spaß bei den Dreharbeiten gehabt haben, wirken dennoch wirklich bezaubernd, genau wie dieses Haus, dieser Ort, das Thema (Weinanbau) inklusive der Rat, wie man mit Niederlagen am besten umgehen sollte.
Auch die Filmmusik, die komischen Zwischenfälle, z.B. als R. Crowe hilflos in einem Smart durch die Province fährt, mit einem „stotternden GPS“, erinnert an so manche Situation die man selber erlebt hat, und nie erleben möchte, hier aber komisch wirken. Das "Timing stimmt" in dieser Komödie denke ich. ;-)
Vier Sterne für die für mich nicht ganz schlüssigen Wechsel in der Story, ansonsten Top! Nächstes Jahr schaue ich ihn mir bestimmt wieder an. :)
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am 19. Juli 2015
Erfolg ist im Leben das Eine - wahrer Reichtum aber kann auch anders entstehen...
Mit einem spannenden Einblick in das gegenwärtige London - ein Finanzmarktplatz der Superlative, an dem Gewinn und Verlust Hand in Hand einhergehen, wird der Zuschauer in das Leben des Max Skinner (Russel Crowe) eingeführt.
Dieser hat sich mit teilweise skrupellosen Schachzügen in eine einzigartige Position hochgearbeitet, als er unverhofft damit konfrontiert wird, dass das Leben auch endlich sein kann. Sein Onkel Henry, bei dem er viele Jahre seiner Jungenzeit in Südfrankreich verbrachte und so manche Erkenntnis und Erinnerung aufbaute, war gestorben und Max sollte das Weingut mit allem Inventar erben.
Wenn ein gebagter Regisseur wie Ridley Scott sich der Vorlage von Peter Mayle annimmt - eine hinreißende Komödie mit perfekten Schauspielern wie etwa in der Person der Funny Chenal - besetzt mit Marion Cotillard - in Szene setzt, dann muss es einfach turbulent werden, wenn auf einmal eine unbekannte Cousine aus Amerika als direkte Erbin auftaucht, wenn ein berühmt/berüchtigter Wein zum Mittelpunkt der Interessen wird, wenn.......ja, einfach selber anschauen - denn dieser Reichtum öffnet sich nur dem Zuschauer.
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am 15. April 2011
Russell Crowe spielt einen eiskalten Investmentbanker der zu den gefeierten Helden der Londoner Finanzwelt gehört. Plötzlich erfährt dieser, dass er von seinem Onkel, welchen er seit zehn Jahren nicht gesehen hat, ein Anwesen in der Provence geerbt hat. Rational wie der Finanzmann denkt, will er dieses schleunigst zu Geld machen. Als er jedoch in den Süden Frankreichs reist um sich die alten Gemäuer anzusehen, erkennt er langsam den Geist seines Onkels. Er erinnert sich an seine Kindertage, welche er auf dem Grundstück verbracht hat. Dies stimmt ihn zunehmend nachdenklich und führt ihn langsam zurück zur Menschlichkeit.

Der Film ist sehr ruhig und langsam. Er zeigt deutlich wie unterschiedlich zwei Welten sein können. Die kühle Finanzwelt Londons und das schöne Leben auf dem französischem Weingut. Besonders schön ist die Kulisse des Films. Die Bilder der französischen Landschaft entschädigen für die fehlende Action allemal.
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2004 habe ich das Buch zum vorliegenden Film rezensiert, den ich bereits im Dezember 2006 im Kino sah und nun als DVD besitze. Der Film schlägt Mayles Buch um Längen.
Ich möchte kurz erklären weshalb das so ist und stelle deshalb den Rezensionstext zum Buch vor die heutige Rezension zum Film.
Wer bei sommerlicher Hitze - selbst nach dem Genuss einer wohltemperierten Flasche Rose - nicht schlafen kann, ist gut beraten sich Peter Mayles neuen Besteller " Ein guter Jahrgang" als Lektüre vorzunehmen, um auf diese Weise an dessen Lavendel-Träumen Anteil haben zu können.
Max Skinner, ein junger Engländer erbt von seinem Onkel ein Weingut in der Provence. Um die notwendigen juristischen Erbformalitäten zu erledigen, reist Max nach Frankreich. Dort erwarten ihn schöne Frauen, guter Wein, vorzügliche Speisen und eine Menge Turbulenzen...
Der Autor bringt dem Leser in diesem Buch in erster Linie südfranzösische Lebensart nahe. Er zeichnet das Bild pittoresker, kleiner Orte und beschreibt farbenfroh, womit sich deren Bewohner dort beschäftigen. Außerdem nutzt Mayle die Gelegenheit den Leser durch ein kurzweiliges Weinseminar bei Laune zu halten. Über Bodenbeschaffenheit, Reduktion, Ernte und Verarbeitung der Trauben im Keller, wie auch über den notwendigen Reifeprozess erfährt man ebenso Interessantes, wie über teilweise abenteuerliche Vermarktungsmethoden und die Preisgestaltung des Rebensaftes. Als Weinkenner übt der Autor Kritik an den so genannten " Garagenweinen " , in welchen er in erster Linie Prestigeobjekte für Neureiche wittert. Auch ist er skeptisch gegenüber der Verbalakrobatik, die selbsternannte Connaisseure bei Degustationen in jüngster Zeit an den Tag legen.
Wertet man die Fülle von Klischees und übertrieben blumig ausgefallenen Wortschöpfungen als verzeihlichen Erzähl-Überschwang eines überaus frankophilen Autoren, so kann man im Ergebnis festhalten, einen federleichten, gleichwohl amüsanten Roman gelesen zu haben, der einen - mit sehr viel Raffinesse - dazu verführt, die eigenen Lavendel-Träume so schnell als möglich in die Tat umzusetzen...!

Der Reiz des Films besteht besteht in der Visualisierung von ungebremster Lebensfreude. Das lässt sich textlich nur bedingt darstellen. Selbst der frankophile Mayle schafft dies bei allem Erzählüberschwang nur zum Teil und hinterläßt dabei den Eindruck des Überzeichnens, weil man seiner Euphorie nicht völlig glauben mag. Das ist allerdings ein großer Fehler.
Er hat ja so Recht!

Die Franzosen und Französinnen im Film sind alle zum Verlieben charmant. Kein Wunder also , dass sich der coole Banker Mac Skinner( Russel Crowe)in eine bildschöne Provencalin( Marion Cotillard) unsterblich verliebt und sein Leben völlig verändert....
Die vielen pittroseken Bilder von der Provence versetzen den Zuschauer in einen Rausch der Sinne. Marc Streitfelds Filmmusik mit Anklängen an die Musik der 30er Jahre tut das Übrige. Im Grunde wird die hübsche Filmhandlung völlig nebensächlich. Man taucht in eine hinreissende Bilderflut ein und lässt sich wegtragen in eine der schönsten Gegenden Europas. Man riecht die Speisen, die im Film aufgetischt werden, nimmt die Kräuter der Provence und das feine Knoblaucharoma wahr und glaubt einen guten Wein auf der Zunge zu haben : einen Bandol, einen einfachen Cote de Provence oder etwas Drittes . Man spürt die Sonne und sieht die herrliche Landschaft. Das macht glücklich. Ich versichere es Ihnen!
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