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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Eben Gavalda...,
Rezension bezieht sich auf: Ein geschenkter Tag (Gebundene Ausgabe)
Was mir an Anna Gavalda gefällt, ist ihre Freude am Erzählen. Ihre Romane sind durchweg ein wenig platt, die Figuren hart an der Grenze zum Klischee, und die Handlung plätschert mehr oder weniger ziellos vor sich hin - aber dies wird eben in der Regel aufgewogen von Gavaldas Erzähllust, ihren breiten Schilderungen völlig nebensächlicher Details. Deutlicher und lebendiger als in jeder noch so präzisen Formulierung wird auf diese Weise der Alltag ihrer Figuren deutlich, die alle ihr kleines, privates Elend mit sich herumschleppen. Mehr noch: Man glaubt aus den Zeilen das stille Wohlbefinden der Autorin beim Schreiben herauszulesen, und dieses Wohlbefinden geht auf den Leser über, der sich mit jeder Seite behaglicher fühlt.Ebendiese Behaglichkeit kann bei der Lektüre von "Ein geschenkter Tag" nicht aufkommen, und auch ihre Erzähllust kann Frau Gavalda hier nicht austoben - das Buch ist einfach zu kurz. Sicher gibt der Ausflug, zu dem Garance und Lola mit ihrem Bruder Simon und seiner unerträglichen Frau Carina aufbrechen, einen schönen Rahmen für die Handlung ab. Zugleich ist er das Symbol ihrer Hilflosigkeit als junge Erwachsene, die noch ihrer Kindheit nachtrauern und gleichzeitig die Verlogenheit der älteren Generation erkennen müssen, während sie plötzlich ihr Leben in die eigene Hand nehmen sollen. Die "normale" Garance, die "verdrehte" Lola, der ruhige Simon, der "verplante" Vincent und die entsetzliche Carina sind schöne Beispiele dafür, wie unterschiedlich auf diese Herausforderung reagiert werden kann, und Frau Gavalda zeigt ihr Dilemma gekonnt ehrlich und ohne falsches Pathos. Aber so kühn der Handlungsbogen gespannt ist, so billig und klischeehaft sind die einzelnen Szenen gestaltet. Immer die alte Geschichte: Schwägerinnen, die sich dauernd zanken müssen, Schwestern, in deren Vertrautheit niemand eindringen kann, ewig unverstandene Kinder, die kein Bein auf den Boden kriegen, alles ist furchtbar tragisch, und am Ende nimmt Garance einen kleinen Hund mit nach Hause... Hundertmal hat man diese Topoi in anderen Büchern vom gleichen Niveau gefunden, und "Ein geschenkter Tag" hebt sich kaum von ihnen ab, zumal die Handlung, wie gewohnt, nie recht in Gang kommt. Ich lese Anna Gavalda gern, aber originell kann ich ihre Bücher nicht nennen. Nur wo sie Raum hat, kann sie ihren Charme entfalten; in der Novelle ist sie nicht daheim. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
42 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Eine Komödie im Mai",
Rezension bezieht sich auf: Ein geschenkter Tag (Gebundene Ausgabe)
Vielleicht hat sich Anna Gavalda von Louis Malles Filmklassiker inspirieren lassen, denn ihr neuestes Buch "Ein geschenkter Tag" hat eine ähnlich heiter-melancholische Grundstimmung wie seine "Komödie im Mai" und erzählt von ganz besonderen Familienbanden.Schon die Autofahrt zu einer Familienhochzeit wird zu einer besonderen Zerreißprobe. Simon und seine Frau nehmen Lola, die jüngere Schwester Simons aus Paris mit aufs Land. Lola ist ihrer Schwägerin in herzlicher Abneigung zugetan und die Temperamente beider Frauen sind so unterschiedlich, dass es bereits auf der Fahrt einen wortreichen Schlagabtausch gibt, der sich noch zuspitzt, als die ältere Schwester der beiden zusteigt. Diese hat sich gerade von ihrem Mann getrennt und ist völlig aus dem Gleichgewicht. Als die Geschwister angekommen sind, stellen sie fest, das Vincent fehlt. Er hat sich erfolgreich vor dem Fest seiner Cousine gedrückt. Ganz spontan lassen die drei Geschwister Simons Frau zurück und beschließen, ihren Bruder zu besuchen. Vincent, der in einem halbverfallenen Schloss in der Touraine als Fremdenführer arbeitet, freut sich riesig über den unverhofften Besuch. Anderthalb gestohlene Tage verbringen die vier in alter Verbunden- und Vertrautheit. Sie besuchen eine Dorfhochzeit, die soviel anders ist als das gediegene Fest, dem sie entflohen sind, picknicken auf den Feldern, streunen durch das alte Gemäuer. Sie beschwören gemeinsame Erinnerungen herauf und erneuern noch einmal ihren Bund, der - und das ist das große und sie alle gleichermaßen überraschende Geschenk - auch der erwachsenen Wirklichkeit standhält und ein Bollwerk in stürmischen Zeiten ist und bleibt. Anna Gavaldas neue Erzählung "Ein geschenkter Tag" ist eine leichte Lektüre. Auf knapp 100 Seiten entfaltet Gavalda dennoch die ganze Magie ihres schriftstellerischen Könnens. Sie erzählt leichtfüßig und atmosphärisch, farbig und lebensklug. Das sehr Besondere an diesem Buch ist, das Anna Gavalda nur einen flüchtigen Ausschnitt ihrer Protagonisten zeigt und sie dennoch unvergesslich für den Leser macht. In diesem Buch stehen Sätze, die man am liebsten in Stein gemeißelt sähe, die Wärme zwischen den Geschwistern hat etwas Rührendes und zugleich auch Ruppiges. Man möchte in dieses Buch hineinkriechen wie in eine blühende Frühlingswiese. Hundert Seiten zum Genießen! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
33 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein immer-wieder-Buch!,
Rezension bezieht sich auf: Ein geschenkter Tag (Gebundene Ausgabe)
Ich muss schon manchmal den Kopf über die Rezensionen hier schütteln. Da wird geurteilt über Stil und Nichtstil, es wird Bedeutungslosigkeit attestiert und es fehlt bei all dem dann auch noch, dass man behauptet, es selber besser schreiben zu können.Ich wünschte mir manchmal qualitativ bessere Kritiken zu den Büchern! Das mediale Zeitalter verführt so viele zu reinem Rummeckern und Abkanzeln. Schade. Über Geschmack lässt sich bekanntlich vortrefflich streiten. Ich finde das Buch von Frau Gavalda einfach vortrefflich gelungen. Diese kurze Geschichte enthält so viele schöne Nuancen, dass ich gerne einiges mit dem Textmarker anstreichen möchte. Ich dachte beim Lesen oft, dass ich sie um die Fähigkeit beneide, Dinge so gut auf den Punkt bringen zu können. Ihr erstes Werk mit den Kurzgeschichten war für mich schon ein Klassiker - hier hat sie es wieder mal bewiesen: Sie ist eine erstklassige, erfrischende und sehr unterhaltsame Autorin. Ich lese jedes Buch von ihr immer wieder mit großer Freude. Fünf Sterne, ganz klar. Habe das Buch schon mehrmals verschenkt. Danke, Frau Gavalda! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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