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Ein ganz gewöhnlicher Jude
 
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Ein ganz gewöhnlicher Jude

Ben Becker , Siegfried Kernen , Oliver Hirschbiegel    Freigegeben ohne Altersbeschränkung   DVD
4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Darsteller: Ben Becker, Siegfried Kernen, Samuel Finzi
  • Regisseur(e): Oliver Hirschbiegel
  • Komponist: Jewels
  • Format: Dolby, HiFi Sound, PAL
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • FSK: Ohne Altersbeschränkung
  • Studio: Euro Video
  • Erscheinungstermin: 7. September 2006
  • Produktionsjahr: 2005
  • Spieldauer: 89 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B000GYJUV0
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 24.169 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Movieman.de

Ein Monolog darüber, was es heutzutage bedeutet, ein Jude zu sein? Auf jeden Fall ein gewagtes Experiment, denn sehr unterhaltsam oder gar spannend hört sich das auf den ersten Blick nicht an. Weit gefehlt! Oliver Hirschbiegel ("Der Untergang") komponiert mit "Ein ganz gewöhnlicher Jude" einen überraschenden Film mit Tiefgang wie Weitsicht. Natürlich ist ihm schon allein mit der Besetzung ein großer Coup gelungen, denn Ben Becker schafft es mit erstaunlicher Kraft, Ausdauer und Eloquenz den fulminanten Text so zu vermitteln, dass zu keinem Zeitpunkt Langeweile oder gar Anstrengung im Zuschauer entstehen. Dabei erweckt der Protagonist keinesfalls Sympathie oder gar Antipathie. Er zeigt seine Wunden, Schwächen und Verletzlichkeit ohne dabei Mitleid zu erregen. So ergibt sich im Ganzen ein Drama von großer Würde und Intelligenz, das sich, einmal abgesehen von Anfang und Ende, in nur einer Wohnung abspielt, ohne dabei jemals räumliche Enge oder gar eine unangenehme Begrenztheit des Ortes auszustrahlen. Und abschließend rundet das geschickte Ende das Geschehen ungemein glücklich ab. Experiment gelungen! Fazit: Intelligent!

Moviemans Kommentar zur DVD: Das klare, farblich etwas nüchterne Bild bietet gute Schärfewerte, die nur selten von Rauschen und Artefakten beeinträchtigt werden. Der Ton ist äußerst präzise angelegt und vermittelt, obwohl nur Stereoton vorliegt, eine recht gute räumliche Kulisse. An Extras gibt es zwei anregende Interviews.

Bild: Schärfe-, Kontrast- als auch Farbwerte ergeben sich sehr natürlich und pointiert. Im Detail zeichnen sich in Gesichtern nicht bloß Falten, sondern sogar einzelne Hautporen ab (Becker, 00:07:10). Die Farbpalette bietet ein breites Spektrum an natürlichen Tönen, die keinesfalls zum Überstrahlen neigen, sondern eher ein wenig nüchtern bleiben. Überbelichtungen können zwar hin und wieder bemerkt werden, generell aber bieten sich auch in dunkleren Einstellungen einwandfrei aufgefächerte Schwarzwerte, so dass das Kontrastspektrum vollkommen befriedigen kann. Artefakte kommen zwar vor (Treppchenbildung auf Schultern im Gegenlicht, 00:49:03), stechen aber kaum unangenehm auffällig ins Auge. Rauschen findet sich gerne auf den monochromen Wandflächen ein, während es Gesichter hingegen verschont.

Ton: Da der Film weniger auf eine lebendige Kulisse als die Sprache als Monolog setzt, sind es hauptsächlich die sprachlichen Signale, auf die Wert gelegt wurde. Dies hat sich gelohnt, denn die DVD bietet einen wirklich hoch akzentuierten, sehr präzisen Umgang mit der Sprache des Protagonisten. Einzelne Geräusche, die von Außen in die Wohnung dringen, kommen äußerst lebhaft und dynamisch an. So zum Beispiel Autoverkehr, der stellenweise gar durch den Raum zu fahren scheint (00:42:56). Hier mischt sich auch der Subwoofer ins Spiel und überträgt Signale auf die hinteren Boxen, was den Eindruck von Weiträumigkeit noch verstärkt.

Extras: Zu den Extras gehört ein Interview mit Oliver Hirschbiegel (5:34 Min.), welches die Motivation, Konflikte und Charaktergestaltung des Filmes erläutert. Ein weiteres Interview mit Ben Becker (6:56 Min.) bringt Ansichten des Schauspielers zu seiner Rolle, zu Religion und Glauben sowie die Vorbereitungen auf den Film. Außerdem enthält die Disc noch zwei Programmtipps. --movieman.de

Produktbeschreibungen

Über die Jüdische Gemeinde Hamburgs erreicht den Journalisten Emanuel Goldfarb (Ben Becker) der Brief eines ihm unbekannten Lehrers namens Gebhardt, der höflichst einen Juden einlädt, seinen Sozialkundeunterricht zu besuchen, um sich den Fragen der Klasse zu stellen.

Doch der 1959 in Deutschland geborene Jude will nicht vor Schülern stehen und seine Geschichte erzählen. Er stellt sich mögliche Unterrichtssituationen vor: "Was soll ich für ein Gesicht dabei machen? Freundlich lächelnd? So? Oder besser so? Die Last von viertausend Jahren Geschichte auf meinen Schultern? Oder lieber so, dass man die Nase besser sieht?"

Der Journalist beginnt dem Lehrer seine Absage zu formulieren. Was als knappe Erklärung gedacht war, entwickelt sich zu einem überraschenden Dialog zwischen Goldfarb und seinem imaginären Gegenüber und wird zur Bilanz seines Lebens - Biografie und Innenansicht eines nach 1945 in Deutschland

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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von R. Brandt
Also, ich muss mal sagen - eigentlich mag ich Ben Becker ja nicht.

Aber:

Ich habe selten ein so brillantes Ein-Personen-Stück gesehen (obwohl ich aus der Kleinkunst komme), Ben Becker lebt in den knapp 90 Minuten dieses Films einen Juden, der seine Rolle in Deutschland, der Welt und sich selbst versucht zu definieren und zu ergründen, der im Monolog mit sich selbst seine Grenzen erreicht, überschreitet, respektiert...mit Wut, mit Trauer, mit beißendem Sarkasmus und Zynismus, mit Träumereien, ohne sich von der Realität zu entfernen.

Wer mal wieder richtig gute Schauspielkunst im TV erleben will, wie man sie heutzutage sonst nur noch auf der Bühne zu sehen bekommt UND seinen Horizont erweitern möchte, dem sei dieser Film (Erscheinungstermin Anfang September für den Handel, in den Videotheken gibts den schon) sehr nah ans Herz gelegt.

Eben ein ganz normales Meisterwerk.
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28 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
brillianz 27. Juli 2006
Zum Inhalt: ein journalist, in eine jüdische familie geboren, wird von einem Lehrer aufgefordert am unterricht teilzunehmen und den schülern zu erklären, wie man als jude mit der schwierigen vergangenheit umgeht. der journalist, erzürnt über das bittschreiben des lehrers, geht daran, in seiner wohnung, dem lehrer zurückzuschreiben.

aus dem zurückschreiben wird ein monolog, den der journalist auf tonband aufzeichnet, und aus dem schließlich ein buch wird.

der journalist legt in seinen monolog seine familiengeschichte und seine auseinandersetzung mit dem judentum, tradition, toleranz, familie, mitmenschen, leben in deutschland, ...

im ganzen film sieht man den protagonisten über sich und alles reden, mehr handlung gibt es nicht - der inhalt ist allerdings brilliant.

gestochen scharfe analysen und empfindungen machen den protagonisten ungemein interessant.

der film ist gut gemacht, allerdings nichts für aktion-fans.

es geht um die ewige auseinandersetzung mit dem judentum, den juden, ihrer vergangenheit, ihrem platz in der gesellschaft,

das allerdings brilliant erzählt und inhaltlich ausgezeichnet.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von K.B.
Wir haben nicht viele Schauspieler von einem solchen Format, dass sie einen kompletten Film allein meistern können - für Ben Becker kein Problem, wie dieses Werk zeigt.

Inhaltlich geht es um das Konterkarieren der politisch als korrekt geltenden Umgangsweise mit den Juden hierzulande, nach dem Exodus an ihnen zu Zeiten Nazi-Deutschlands. Der Monolog des deutschen Juden - Verzeihung, des jüdischen Deutschen - Emanuel Goldfarb illustriert unmissverständlich das unterschwellige Problem der hiesigen Erinnerungskultur. Um es mit einem Zitat aus dem Film auf den Punkt zu bringen: "Die Deutschen werden uns (= die Juden) den Holocaust nie vergeben."

Ich persönlich hätte mir bestenfalls noch ein wenig stärkeres satirisches Feuer auf die Betroffenheitsindustrie wünschen können - aber das ist freilich ein sehr (oder zu?) schmaler Grat im Hinblick auf die Gefahr, sogleich in die Rechte Ecke abgestempelt zu werden.
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