Dies ist ein Buch über einen völlig normalen Durchschnittsmenschen, der zusammen mit seinem etwas heruntergekommenen, geistig recht beschränkten Bruder und dessen versoffenem Kumpel zufällig auf 4,4 Millionen Dollar stößt. Von hier an führt der Weg dieser ungleichen Typen fast unabänderlich in die Katastrophe.
Wer hat sich nicht schon einmal die Frage gestellt, wie man wohl selbst in einem ähnlichen Fall entscheiden würde? Und was passiert, wenn man dann erst einmal die falsche Entscheidung getroffen hat und sich immer mehr unvorhergesehene Hindernisse und Gefahren in den Weg stellen, man einfach nicht mehr aussteigen kann oder will? Es gibt einige beinahe fanatisch wirkende Negativkritiken zu diesem Buch und zu seinem Protagonisten, der sich fast zwanghaft in einen immer tieferen Strudel der Gewalt hineinmanövriert, nachdem er die erste schockierende Fehlentscheidung getroffen hat. Ich kann dazu nur sagen, gepriesen seien diejenigen, die allein schon beim Lesen der Lektüre sich in wahrer Entrüstung wälzen können und so sehr von ihrer eigenen unantastbaren Rechtschaffenheit überzeugt sind... Die Realität sieht bekanntlich nicht selten etwas anders aus.
Der Autor versteht es vortrefflich, sowohl die vermeintlichen Beweggründe des Protagonisten Hank als auch mit kleinen Nebensächlichkeiten die Atmosphäre des recht trostlosen winterlichen Handlungsortes und die Befindlichkeiten der dortigen Bewohner wiederzugeben.
Um Sympathie mit dem Protagonisten oder um dessen Verabscheuung geht es hier gar nicht vordergründig, das mag jeder für sich selbst entscheiden. Letztendlich geht es um die nie erahnten Abgründe, in die ein scheinbar völlig normaler Mensch durch einen einzigen falschen Schritt, durch eine einzige fatale Fehlentscheidung und die damit verbundene Gier nach Reichtum hinabgerissen werden kann. Es geht um die hypnotisierende Macht des Geldes.
"Ein ganz einfacher Plan" ist ein spannendes, außergewöhnliches und lesenswertes Buch.