Thorsten Wettcke hat hier nicht einfach eine nette deutsche Komödie gedreht, sondern ein wunderbares kleines Filmjuwel geschaffen, das ich mir immer wieder mit Genuß anschauen kann. Die Geschichte um den faulen, lustlosen, miesepetrigen und stets bekifften Erdengott Jonathan (herrlich: Thierry van Werveke), der sich nach 1.000 Jahren endlich auf seine Ablösung und den Aufstieg ins Götterparadies freut und den erfolglosen Comiczeichner Niklas (entspannt und oftmals angemessen verwirrt: Oliver Korittke) hat so viele liebenswerte und schrullige Momente auf Lager, dass es eine helle Freude ist.
Die Besetzung ist bis in die kleinste Nebenrolle derart gelungen, dass ich Schwierigkeiten damit habe, wenigstens all jene aufzuzählen, die mir besonders gefallen haben. Andrea Sawatzki (bekannt durch ihre Rolle als TV-Kommissarin und ihr mutiges Playboy-Shooting als 40-jährige zweifache Mutter) brilliert als Yolanda, große Göttin des Univerums mit unnachahmlich skurrilen Handbewegungen ebenso wie Heike Makatsch als übereifriger Schutzengel Katinka Sirena, die zugleich hin und wieder so eine Art Moderatorenrolle im Fim übernimmt. Auch Martin Semmelrogge als in die von der Moderatorin Minh-Khai Phan-Thi gespielte Moderatorin verknallter technisch versierter schnodderiger Nachbar Kruse geht ebenso ans Herz wie Bela B. als vom Arzt zu "MC Ingo" mutierter Techno DJ, der auf einer Theologenparty gehörig einheizt. Natürlich ist auch Tamara Simunovic als Tess recht goldig, in die Niklas sich mit gütiger (aber von Jonathan verbotener) Mithilfe von Katinka Sirena verliebt.
Alles in allem eine wunderbar schräge aber stets liebenswerte Komödie, die sicher weder politisch korrekt noch dem Thema entsprechend gesellschaftskritisch geraten ist, sondern die statt dessen eine derart anarchische Lebensfreude versprüht, dass auch billigste Kulissen und eine nicht so einfallsreiche Kameraführung dem Vergnügen keinerlei Abbruch tun.