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Ein französischer Roman
 
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Ein französischer Roman [Gebundene Ausgabe]

Frédéric Beigbeder , Brigitte Große
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 245 Seiten
  • Verlag: Piper (September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492054145
  • ISBN-13: 978-3492054140
  • Originaltitel: Un roman français
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,6 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 55.465 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Beigbeder, Jahrgang 1965, hat nun sein zweifellos ehrlichstes Buch vorgelegt. Ein französischer Roman rekonstruiert eine Familiengeschichte und eine Kindheit, die dem Verfasser aus dem Gedächtnis entglitten waren. (…) So entsteht die Geschichte einer Familie aus dem Baskenland, einer Mischung aus Bourgeoisie und Aristokratie, Heroischem und Banalem. (…) Mit den Generationen zieht die neuere Geschichte Frankreichs vorbei, einer Nation, die ihren Abstieg nicht verkraftet und deshalb mit Aufständen protestiert.« Der Spiegel »Er ist ein mit allen Wassern der Postmoderne gewaschener Spieler, der sehr wohl weiß, dass er mit literarischen Mustern, mit kulturgeschichtlichen Versatzstücken hantiert. Die Ironiesignale sind von Anfang an gesetzt. (…) Und doch. Trotz allem Spaß an Zuspitzung und Persiflage ist dieses neue Buch des französischen Romanciers und Tausendsassas Frédéric Beigbeder ein ernstgemeintes Buch der Selbstvergewisserung.« Die Welt »Am Ende entlarvt der berufsjugendliche Rebell, der sich dem alles auflösenden Individualismus unterworfen hat, den Spießer in sich selbst. Dass Beigbeder dabei immer wieder die wahren Beweggründe seines autobiografischen Schreibens auslotet, macht den Roman des 1965 geborenen Autors zu einer vielschichtigen und anregenden Lektüre.« Rolling Stone »Wenn ein 42-Jähriger seine Autobiografie schreibt, steht er zwangsläufig unter Eitelkeitsverdacht. (…) Doch Beigbeder unterzieht seine Kindheit und Familiengeschichte einer radikalen Generalinventur mit wohltuender, fast satirischer Distanz zum eigenen Ich, das andere Selbstbeschreiber so sorgsam in die Watte ihrer Prosa packen. (…)Ein französischer Roman ist ein faszinierendes Werk über die Kraft der Erinnerung, es ist Beigbeders bislang bestes Buch.« Münchner Merkur »Frédéric Beigbeder gab sich als konsumkritisches Gewissen der Grande Nation. Andererseits lebt Beigbeder gern ausschweifend. Diese und andere biografische Unverträglichkeiten lotet sein neues Buch aus. In spannend geschilderter Rekonstruktionsarbeit erfährt der Leser, wie der Autor zu dem wurde, der er ist. Zugleich entwirft der Roman ein Sittengemälde der französischen Gesellschaft. Chapeau!« Bild am Sonntag »Der französische Roman ist im Zeitalter der Globalisierung gleichsam universell zu lesen. Die Probleme und Erfahrungen, die Beigbeder beschreibt, sind ebenso in Deutschland oder in Norwegen nachvollziehbar. Und beschreibt er eine Welt, die es so überall nicht mehr gibt. (…) wir kennen ja ebenfalls, dass im Zeitalter der Globalisierung so etwas wie 'nationale Identität' immer mehr verschwindet.« mdr.de (Hörfunk)

Kurzbeschreibung

Als Frédéric Beigbeder vor etwa zwei Jahren auf offener Straße beim Koksen erwischt wurde, war das für die gesamte Pariser Kulturszene ein gefundenes Fressen. Für ihn selbst entwickelten sich die darauf folgenden 48 Stunden U-Haft zum Anlass, sein Leben einer Generalinspektion zu unterziehen. Beigbeder versucht, zunächst vergeblich, sich an seine Kindheit zu erinnern. Erst, als er auch die Geschichte seiner Großeltern und Eltern ausleuchtet, formieren sich in seinem Kopf allmählich wieder Bilder. Entstanden ist auf diese Weise ein kluges, nachdenkliches Buch, das in seiner Beschreibung der Umbrüche und Entwicklungen der letzten 50 Jahre, der gesellschaftspolitischen Revolution, die unsere Generation definiert hat, weit über eine private Geschichte hinausreicht.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Ich hatte das Glück, Monsieur Beigbeder auf der Frankfurter Buchmesse zu treffen. Non, non, gesprochen habe ich ihn nicht. Aber es hat ausgereicht, mir sein neues Buch zu besorgen und es auf der Zugfahrt nach Wien zu lesen. Generell tue ich mir schwer, gegenwärtige Literatur zu finden, die mich packt. Beigbeder hat es in seiner Marc Maronnier-Trilogie bestens verstanden, eine kalte nihilistische Atmosphäre zu beschreiben, in der es Hoffnung gibt. Die anderen Bücher kenne ich nur vom Hineinblättern, werde sie mir aber sicherlich noch einmal genauer anschauen. "Ein französischer Roman" liest sich unangestrengt und ist flüssig geschrieben. Der Ich-Erzähler Beigbeder erzählt über die Nächte in einer Gefängniszelle und erinnert sich an seine Kindheit. Hin und wieder blitzt auch eine moralische Anklage gegen das bestehende gesellschaftliche System durch, das sicherlich seine Berechtigung hat. Im Großen und Ganzen aber fabuliert Beigbeder angenehm leicht dahin. Manchmal kommt mir die Übersetzung ein wenig plump vor, scheinen mir manche Wörter nicht stimmig zu sein. Ansonsten kann ich das Buch nur empfehlen. Es ist, als würde man mit Monsieur Beigbeder beisammen sitzen und plaudern. Wer dem Autor nichts abgewinnen kann, wird sich vermutlich fragen, warum er das Buch lesen sollte. Tiefgründiges erfährt man freilich nicht. Aber manchmal ist es einfach nur schön ein paar Stunden mit einem intelligenten und reflektierenden Schriftsteller zu verbringen. Très bon!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von a_kep
Format:Gebundene Ausgabe
Dass Frederic Beigbeder einen Roman schreiben würde, der gänzlich ohne Drogen auskommt, war nun wirklich nicht anzunehmen. So erschließt sich ihm selbst seine eigene Geschichte erst, nachdem er wegen Koks im Gefängnis landet.
Die 48-stündige Untersuchungshaft verdankt er seiner eigenen Prominenz und einem harten Staatsanwalt mit Hang zu medienwirksamen Exempeln. Doch die zwanghafte Enge, gepaart mit Schlafentzug und Hunger, bringen den Autor erst dazu, sich Schritt für Schritt seiner eigenen Geschichte zu nähern. Meint er am Beginn noch, keine Erinnerungen an seine Kindheit gehabt zu haben, so treten Stunde um Stunde neue Bilder und Szenen aus seinem Unterbewusstsein hervor. Vom noch immer währenden Neid auf den älteren Bruder und der Trennung der Eltern bis hin zu den Erzählungen aus den Jugendjahren seiner Großeltern. Je verzweifelter seine Situation im Kerker unter dem Justizpalast wird, desto mehr reflektiert Beigbeder seine eigene Vergangenheit und setzt sich mit seiner komplexen Familiengeschichte auseinander.

Schon in Beigbeders früheren Büchern war die Grenze zwischen dem Autor und seiner literarischen Figur fließend, doch diesmal stellt sich der ehemalige Werbetexter zum ersten Mal selber ins Rampenlicht. Er erzählt überraschend unprätentiös von seiner Herkunft und seinen Gedanken zu gesellschaftlichen Umbrüchen der letzten 50 Jahre.
Für Fans von 'Neununddreißigneunzig. 39.90', 'Der romantische Egoist' oder den 'Memoiren eines Sohnes aus schlechtem Hause.' wohl eher ungewohnte Kost des als Skandalautor verrufenen Franzosen, aber durchaus lesenswert.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Bruderkampf 4. Oktober 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Vorweg muss bemerkt werden, dass der Titel des Buches ein Stück irreführend ist.
Nicht in Romanform legt Frederic Beigbeder seine Geschichte vor, eher als autobiographische Eindrücke kommt das Buch daher, versehen und ergänzt durch innere Erläuterungen, Gedanken zur eigenen Familiengeschichte und hier im speziellen zu seinem Verhältnis zu seinem Bruder einerseits und zur korrespondierenden Zeitgeschichte andererseits.

Schon die ersten Seiten des Buches verdeutlichen dies, auf denen Beigbeder den Tod eines seiner Onkel an der Front des ersten Weltkrieges elegant wertend verknüpft mit Hinweisen seiner adeligen (und reichen) Herkunft. Dazu reicht bereits die Erwähnung der diversen Schlösser, die von diversen Onkels bewohnt wurden und, in Teilen, noch werden.

Den Anlass des Buches erwähnt Beigbeder ebenfalls. Er wird verhaftet, just am gleichen Tag, an dem sein Bruder für das Kreuz der Ehrenlegion vorgeschlagen wird.
In der Zelle beginnt er, über seine Lebensgeschichte zu sinnieren und stellt fest, wie schwer ihm die Erinnerung, vor allem an alle Ereignisse vor seinem 15. Lebensjahr, fällt. Also gräbt er tiefer in sich nach.
Keine glücklichen Kindheitsjahre sind es, die er so erfolgreich verdrängt hat und die nun Seite für Seite mehr nach oben drängen, die er aus seiner ganz persönlichen Sicht heraus beschreibt, bewertet, in Zusammenhang bringt mit der Zeitgeschichte jener Zeitspanne, die bei seinem Urgroßvater beginnt und im Epilog bei seiner 9jährigen Tochter in der Gegenwart anlangt.

Erinnerungen, in denen sein Verhältnis zu seinem Bruder eine entscheidende Rolle spielt. In diesen Augenblicken des Buches springt einem der Zorn, der Kampf, die Reibung mit dem Bruder fast aus den Seiten des Buches entgegen. Frederic Beigbeder, der sich selbst als "Bruder des Vorangegangene" erlebt, als schwindsüchtigen Schatten des perfekten Erstgeborenen, der nur anderthalb Jahre älter ist und damit nicht genügend Abstand zu Frederic hat, um in einem ganz eigenen Universum zu leben.
Ob Charles aber wirklich vorhatte, in der Kindheit seinen, ihn bis auf die Weißglut reizenden, kleinen Bruder Frederic auszumerzen durch ertränken, ersticken, erstechen? Drastisch scheint es gewesen zu sein, wenn einer der Vettern, der mittlerweile als Menschenrechtler arbeitet und massivste Gräuel zu sehen bekommt, immer noch Erinnerungen an die Schreie des kleinen Frederic mit sich trägt.

Trotz dieser dramatischen Ereignisse und der, natürlich treffend und höchst eleganten sprachlichen Möglichkeiten Beigbeders, ist die Familiengeschichte letztlich nicht von solchem Gehalt oder besonderen Ereignissen, dass 250 Seiten damit spannend gefüllt wären.
Im Gegenteil, das äußere Erleben der Lebensgeschichte der Beigbeder Brüder glänzt geradezu von Harmlosigkeit, Privilegien und Erfolg. Nur im inneren Kampf der Brüder liegt jene nachvollziehbare Dynamik, die den roten Faden in Frederics Leben als Rebell letztlich zu erklären vermag.

Dass das Buch dennoch nicht enttäuscht und zu fesseln vermag liegt an eben jenen sprachlichen Möglichkeiten, die Frederic Beigbeder auszeichnen.
Oft ironisch, gegen den Kamm gebürstet, immer wieder den Finger in die Wunde der Lebensweise und Lebenshaltung der Moderne legend, entsteht ein intensiver Blick auf die Zeit und ihre Auswürfe.
Selbst Charles, trotz aller inneren Familienbande, die im Vordergrund beleuchtet werden, steht ja letztlich auch für eine allgemein Lebenshaltung, gegen die sich Beigbeder ebenso brüsk und entlarvend wendet, wie gegen der Bruder in Person sich gegen ihn gewendet hat in Kindertagen. Tabubruch ist ihm immer noch wie eine zweite Natur, obwohl sich dies mittlerweils des Öfteren eher indirekt hinter der geschliffenen und eleganten Sprache verbirgt.
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