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Ein fröhliches Begräbnis
 
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Ein fröhliches Begräbnis [Gebundene Ausgabe]

Ljudmila Ulitzkaja , Ganna-Maria Braungardt
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 184 Seiten
  • Verlag: Volk und Welt (28. Juli 1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3353011331
  • ISBN-13: 978-3353011336
  • Größe und/oder Gewicht: 21,1 x 12,5 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 186.034 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

In Aliks New Yorker Wohnung, inmitten von Ölbildern, auf denen zinnoberne Granatäpfel schimmern, geht es zu wie im Taubenschlag. Verwandte, Freunde, Gäste drängen sich munter plappernd in den Räumen, als "könne man den gestrigen Tag getrost streichen, weil das Leben erst am Montag beginnt": Sie trinken Tee, (be-)gießen mit Wodka manch gemeinsame, noch in Rußland verankerten Wurzeln. Hunderte großer und kleiner Trennungen haben sie hinter sich: von den Eltern, dem Beruf, dem Haus, "von der Luft und dem Wasser", von ihrer Sprache. Und nun finden sie sich hier zusammen, am Ort der "Fröhlichkeit und menschlichen Wärme". Inmitten all des Trubels liegt der todkranke Alik, lauscht dem Stimmengewirr und wechselt mal mit dieser, mal mit jenem ein Wort. Schwach, mit eingefallenen Wangen, bewegungslos, wartet er geduldig, sogar die Einreibung mit stinkender Kräutersalbe ertragend, auf sein nahes Ende. Nur seine hellen Augen blicken noch gewitzt. Alik war nie geschäftstüchtig - der große Erfolg als Maler ist ihm versagt geblieben. Aber gemocht haben ihn alle, die Barkeeper, die Händler vom Fischmarkt, besonders die Frauen. Sie sind es, denen das Herz schwer und schwerer wird. Nina will unbedingt, daß er getauft wird - woraufhin Pope Viktor und Reb Menasche wetteifern, den Todgeweihten jeweils auf ihre Seite zu ziehen. Alik wäre nicht Alik, wenn er sich nicht, "bevor sein letzter, noch arbeitender Muskel, das Zwerchfell, aussetzte", für die Trauergäste eine Überraschung ausgedacht hätte: "Für einen einzigen Augenblick durchbrach er die Mauern der Ewigkeit, warf ein Steinchen herüber vom anderen Ufer, das in undurchdringlichen Nebel gehüllt ist..."

Über den Autor

Ljudmila Ulitzkaja, Jahrgang 1943, arbeitet mehrere Jahre als Genetikerin, bevor sie zu schreiben begann.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Ein wunderbarer Roman, der mir hier auf den Gabentisch gelegt wurde und den ich fast einem Zug lesen musste.

Ulitzkaja hat ein Buch über die großen literarischen Themen geschrieben, die Liebe, das Leben und den Tod, ein Buch über den Abschied. Keine Melancholie dabei, keine Schwere der Vergänglichkeit.

Da sind ein paar Freunde, Geliebte, Eltern und Kinder, der Rabbi und der Priester, die sich im Loft des Sterbenden begegnen. Sie scheinen gar nicht zu wissen warum sie sich dort treffen - ich meine, um Abschied zu nehmen.

Was ist das denn eigentlich: Abschied nehmen? Das Buch stellt ein paar Möglichkeiten vor, und sicher nicht die schlechtesten. Ein fröhliches Vorübergehen ist das - die Emigration zunächst,das Ein- und Austreten in diesen kleinen Raum, in dem der Roman spielt, Erinnerungen an ein erstes Kennenlernen, das Miteinander und Auseinander, die Rückkehr, Einkehr und Abkehr. Dabei gelingen Ulitzkaja Momente äußerster Leichtigkeit, in denen Abschied eine humorvolle Form des menschlichen Seins ist, mal subtil, mal derb und immer getragen von einer Gelassenheit, die mich dieses Buch uneingeschränkt empfehlen lassen.

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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Exilrussen, vor allem nackte Exilrussinnen, zelebrieren mit ihren ans Bett gefesselten Freund Alik seinen letzten, sehr heißen Sommer im New Yorker Künstlerviertel. Beruflich ist der nun todgeweihte Maler nie besonders erfolgreich gewesen, dafür aber um so mehr bei den Frauen. Neben Alik werden sehr unterschiedliche, meist exzentrische Charaktere porträtiert, die eines miteinander verbindet: die gemeinsame Heimat, der sie den Rücken gekehrt haben. Da ist zum Beispiel die ehemalige Zirkusartistin Irina, erste Geliebte von Alik, der als einzige der American way of life gelungen ist oder ihre altkluge, psychisch gestörte Tochter T-Shirt, die mit keinem Erwachsenen kommuniziert, außer mit Alik. Der Leser erfährt einzelne Lebensstationen der Auswanderer und kehrt immer wieder in das Jetzt zurück, wo Freunde, Bekannte, aber auch Fremde und vor allem Frauen den Maler in den Tod begleiten. Frauen, die einen Sterbenden umhegen: dieses Bild erinnert an mythologische Momente: die Penaten, die sich um einen sterblichen Halbgott scharen. Aber die ausschließlich positiven Eigenschaften, die der Todkranke in sich vereint lassen ihn stark überhöht erscheinen. Doch die Funken seines Charmes, die allen Figuren in seinen Bann ziehen, springen auf den Leser leider nicht über. Die vielleicht eindrucksvollste Passage ist die Nachricht vom Putsch in Moskau. Sie schlägt wie eine Bombe bei den Auswanderern ein. Für kurze Zeit vergessen sie den Sterbenden und ängstigen sich um die Zukunft ihrer ehemaligen Heimat. Jeder hat sich mit dem Weggang aus Rußland bewußt gegen sein Land entschieden. Der Putsch könnte die Bestätigung sein, daß ihre Entscheidung damals richtig war. Doch statt dessen empfinden sie Trauer und Wut; vielen wird jetzt erst bewußt, wie tief sie mit ihrem Land verwurzelt sind. Das Werk läßt sich in die Tradition des russischen Existentialismus einordnen und stellt die schwierigste aller Fragen: Wie lebt man richtig? Alik kann noch kurz vor seinem Tod eine Antwort darauf finden. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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