-
Suhrkamp-Insel-Shop:
Hier finden Sie Neuheiten des Verlags, Taschenbuch-Highlights, Bücher im Großdruck, Schullektüren und mehr. Zum Suhrkamp-Insel-Shop
| ||||||||||||||||||
Produktinformation
|
So wenig spektakulär beginnt Martin Walsers wohl immer noch erfolgreichstes Buch Ein fliehendes Pferd. Die Novelle von 1978 wurde von Lesern und Kritikern gleichermaßen begeistert aufgenommen. Walser stellt parabelhaft die Biographien beider Männer gegenüber, hier der etwas behäbige, Kierkegaard lesende Studienrat Halm, dort der freie Journalist und Aussteiger Klaus Buch und seine Vorzeigefrau Hel, bronzefarben, erfrischend junggeblieben. Halm ahnt, diese Quälgeister wird man in diesem Urlaub nicht mehr los. Klaus Buch, außer sich vor Freude über das unverhoffte Wiedersehen mit seinem alten Studienfreund, beginnt, die Urlaubsplanung zu übernehmen.
Walsers Auge für allerfeinste Details im Zwischenmenschlichen, seine Fähigkeit, scheinbar Banales in große Zusammenhänge zu bringen, macht diese Novelle zu einem Jahrhundertwerk. Alles bleibt klein und erst dadurch wird es groß. Die Schilderung des wachsenden Konfliktes der einstigen Freunde, die grelle, missionierende Aufdringlichkeit des Klaus Buch, auf die Halm nur mit hilfloser Ironie zu reagieren vermag (schließlich gerät beinahe noch Halms Ehe ins Wanken, da sich Sabine von Buchs zupackender Art angezogen fühlt), all dies bringt uns Walser mit einer Wortgewalt herüber, die in der Literatur ihresgleichen sucht.
Lassen wir uns also in einem furiosen Schlusskapitel auf das Segelboot entführen, das auf dem sturmdurchtosten Bodensee treibt. Der ängstliche Halm und der tollkühne Buch, diese im Innern sich doch sehr ähnlichen Männer, treten noch einmal zu einem dramatischen Schlußgefecht an, das in einer völlig unerwarteten Wendung der Ereignisse zu seinem überraschenden Höhepunkt findet. --Ravi Unger
Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden(Was ist das?)Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
|
Die Geschichte nacherzählt, hört sich profan an: Zwei Studienfreunde treffen sich nach Jahren zufällig im Urlaub am Bodensee, beide haben sich total unterschiedlich entwickelt, und beide beneiden heimlich ein bisschen den anderen. Das besondere an diesem Buch: zum einen natürlich Walsers Umgang mit der deutschen Sprache, ich könnte ihm ewig "zuhören", egal, wie die Handlung ist, zum anderen die Einblicke in das Leben dieser 2 Hauptakteure und ihrer Frauen. Dazu ein fulminante Ende, kein Satz zuviel, keiner zuwenig, ein Buch, das man immer mal wieder in die Hand nimmt, Walsers bestes.
Die beiden Schulkameraden deren Leben so unterschiedlich ist, treffen einander in einem Urlaub am Bodensee wieder und dort beginnt ein Kampf zwischen beiden Lebensbildern. Zunächst entlarvt Walser den lebensmüden (im wahrsten Sinne des Wortes) Protagonisten, als angepasst und antriebslos. Als dieser am Höhepunkt der Geschichte mitverantwortlich für den vermeintlichen Tod des Antagonisten wird, entlarvt er diesen als Blender, der seinen Lebenshunger als Fluchthilfe vor sich selbst und dem herannahenden Alter einsetzt.
Die Darstellung der Psychen dieser beiden Männer hätte wohl kaum besser gelingen können. Dafür gibt es klar 100% der möglichen Punkte. Warum dann nur vier von fünf Sternen? Nun, sprachlich ist das Werk zunächst absolut abstoßend. Walser verletzt sämtliche "Regeln" des Schreibens. Er baut Sätze die kürzer sind als in Groschenromanen und wiederholt das Wort "sagt" bis zu erbrechen. Zusätzlich entschied er sich, auch direkte Rede nicht unter Anführungszeichen zu setzen. Dieser Stil quält über lange Strecken des Buches, bis man *endlich* daran gewöhnt ist und ihn vielleicht sogar als interessant empfindet. Man mag diese Art zu schreiben als künstlerisch interessant empfinden, sogar als bahnbrechend ansehen, mir jedenfalls hat es lange Zeit kalte Schauer über den Rücken gejagt. Dafür erlaube ich mir einen Stern abzuziehen. Sie finden das ist ungerecht, weil es schließlich Teil des Kunstwerkes ist? Dem kann ich Nichts entgegensetzen. Addieren Sie diesen Stern im Geiste dazu.
Eines jedoch kann ich abschließend jedenfalls sagen. "Ein fliehendes Pferd" ist ein Buch das ich nicht missen möchte, ein Buch das man auch ein weiteres Mal lesen muss. Vielleicht sollte ich doch fünf Sterne geben.
|
Das Forum zu diesem Produkt
Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|