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Ein fabelhafter Lügner: Roman [Taschenbuch]

Susann Pásztor
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

14. März 2011
Vom Geheimnis eines Mannes, an dessen Totenbett drei Frauen weintenJoschi Molnár bleibt ein Rätsel. Der famose Fabulierer hat seinen Kindern ein Vermächtnis aus phantastischen Geschichten, tragischen Verstrickungen und faustdicken Lügen hinterlassen.Als sich die Halbgeschwister Hannah, Marika und Gabor in Weimar treffen, um Joschis hundertsten Geburtstag zu feiern, prallen Welten aufeinander. In rasanten Dialogen und skurrilen Szenen nähern sie sich der Wahrheit – und finden zueinander. Während Hannah sich leidenschaftlich mit ihren jüdischen Wurzeln identifiziert und von einem Happy End in Israel träumt, hadert Gabor mit seiner Kindheit. Marika gibt die tapfere Alleinerziehende – und überlässt das Erzählen ihrer Tochter Lily. Überhaupt Lily: Die 16-Jährige hat sich eigentlich für ein Referat über Buchenwald gemeldet und erzählt stattdessen diese bezaubernde Geschichte.

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 208 Seiten
  • Verlag: KiWi-Paperback; Auflage: 2 (14. März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462043102
  • ISBN-13: 978-3462043105
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 14.054 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Einfühlsam und respektlos, ernst und komisch. Und bei alledem mit hinreißender Leichtfüßigkeit." (WDR)

"Die charmanteste Art einer Familienzusammenführung, von der ich je gelesen habe." (Buchhandlung Herwig)

Über den Autor

Susann Pásztor, 1957 in Soltau geboren, lebt als freie Autorin und Übersetzerin in Berlin. Mit ihrem Debütroman »Ein fabelhafter Lügner« (2010, KiWi 1201, 2011) gelang ihr »ein ironisches Lehrstück über Erinnerung und Verdrängen« (Jüdische Allgemeine), das für seine Sensibilität und seinen Witz großes Lob erhielt und in mehrere Sprachen übersetzt wurde.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fabel des Lebens 22. September 2010
Von Tanja Heckendorn TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
"Wobei es ihr selbst nicht ums Verzeihen ginge, wie meine Mutter betonte, sondern um ihren Entschluss, aus dem Hamsterrad dieser elenden Familie auszusteigen, in der pausenlos Frauen geschwängert und Lügen erzählt würden. Mich überrascht, dass sie den Begriff aus dem Hamsterrad aussteigen benutzte, denn meine Mutter hatte als Kind einen Hamster besessen, der den Namen Roger trug und für seine spektakulären Ausbrüche berühmt war. Roger pflegte nachts die Watte aus seinem Schlafnest zu zerren und unter das Laufrad zu stopfen, so dass er außen an dem blockierten Rad hochklettern und durch eine Lücke im Käfigdach, das meine Mutter selten richtig zumachte, entkommen konnte. Der gähnend leere Käfig am Morgen mit seinem manipulierten Laufrad sei ein Manifest des triumphierenden Kleintiers gewesen, erzählte meine Mutter, aber auch ein Zeugnis seiner Grenzdebilität, denn direkt neben dem Käfig stand eine große Vorratstüte mit Hamsterfutter, in die sich der Idiot jedes Mal gleich nach seinem Befreiungsakt versenkte. So fand man ihn dann auch morgens nahezu bewegungsunfähig in der Futtertüte, die Backentaschen so prall wie Autoreifen, und man konnte die Umrisse der einzelnen Mais- und Sonnenblumenkörner von außen deutlich erkennen. Er habe sich wahrscheinlich jedes Mal wieder fürs Fressen statt für die Freiheit entschieden, interpretierte meine Mutter sein Verhalten, aber ich fand immer, dass diese Hamstergeschichte eine Metapher für etwas viel Größeres war, zum Beispiel, dass man das Paradies auch in einer Tüte finden konnte, so lange es nur schwierig genug war, dorthin zu gelangen."
(Ein fabelhafter Lügner, Seite 35/36)

Aus der Sicht der sechzehnjährigen Lily wird dieses ganz besondere Familientreffen geschildert. Sie ist die Enkelin des fabelhaften Lügners Joschi Molnár, der zu diesem Zeitpunkt seinen 100jährigen Geburtstag gefeiert hätte. Dieser Anlass führt die Halbgeschwister Marika, Hannah und Gabor und natürlich Enkelin Lily endlich zusammen. Eigentlich hatte der Teenager nur ein Referat über das KZ Buchenwald schreiben wollen, um die Schulnote zu verbessern und jetzt lässt die Autorin Susann Pásztor sie eben diese einfühlsame, humorvolle, einzigartige Geschichte über Verrat und Versöhnung, Verständnis und Vergebung erzählen.

Als Joschi Molnár, ein Jude mit ungarischen Wurzeln, an einem milden Septembertag im Jahre 1956 im Krankenhausbett liegt, stehen drei Frauen an seinem Bett: Seine Ehefrau, seine Exfrau und seine Geliebte, die von den anderen beiden Frauen in seinem Leben keine Ahnung hatte. Aber kann man einem Mann überhaupt Vorwürfe machen, der eben beschlossen hatte, seinem Leben ein Ende zu setzen und dabei gescheitert und etwas verlegen seinen Lieben entgegen blickt? Natürlich müssen sich die Nachkommen der zweiten und dritten Generation mit dieser Geschichte und mit all den anderen auseinandersetzen, die Joschi im Laufe seines Erdendaseins erlebt oder ausgedacht hat. Aber die Suche nach der Wahrheit wird für die vier, sie sich in einem Hotel in Weimar für ein Wochenende eingebucht haben, abgelöst durch das viel wichtigere Gefühl der plötzlichen Verbundenheit. Denn auch die drei Kinder von Joschi haben Geschichten zu erzählen. Gabor, der berufsmäßig Teddybären in die Luft jagt und von seinem Vater verlassen wurde, nachdem der für Tod erklärte 1. Ehemann seiner Mutter nach Jahren doch noch nach Hause zurückkehrte, spricht über seine Zweifel an Joschis Abstammung. War er wirklich Jude? Für Hannah, die als kleines Mädchen bereits sämtliche Konzentrationslager namentlich benennen konnte, kommt dieser Gedanken fremd vor. Schließlich wurde sie von ihrer Mutter von klein auf fast schon mit Gewalt mit dem Judentum vertraut gemacht, obwohl sie eigentlich nur eine Vaterjüdin ist und erst konvertieren müsste, um voll dazu zu gehören. Für Marika, Lilys Mutter, ist es dagegen weniger entscheidend, ob ihr Vater wirklich Jude war, oder als ehemaliger Häftling des KZ Buchenwald nur eine angemessene Entschädigung einklagen wollte. Für sie ist die Frage nach dem wahren Joschi Molnár, seiner Persönlichkeit, wichtiger. Lily beobachtet aufmerksam die Erwachsenen und ihren Geschichten, während sich ihre eigene zu formen beginnt. Ein Besuch in Buchenwald wird für alle Beteiligten zu einem unvergesslichen Erlebnis, welches nachwirkt und die Familie Joschis schließlich zu einem ungewöhnlichen Abschiedsgruß inspiriert.

Die Erzählung ist erfrischend jung und frei erzählt. Die Gefühle werden offen und nachvollziehbar geschildert. Es ist ein guter Einfall, die unbefangene Lily als Erzählerin zu wählen, die nicht wie eine junge Erwachsene spricht, sondern wirklich wie ein neugieriger Teenager, der sich nach Familie und Geborgenheit sehnt und doch die Realitäten des Lebens sorgfältig erforscht und eigene Rückschlüsse zieht.
Als die Familienmitglieder beim letzten Frühstück im Hotel sitzen, bevor sie sich wieder trennen werden, hat man als Leser fast das Gefühl, dazu zu gehören. Man teilt ihre Gefühle der neugewonnen Verbundenheit, ihre Freude, aber ihre Trauer. So muss ein Abschied gefeiert werden! Danke, Frau Susann Pásztor, für diese zauberhaften Momente.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Thorsten Wiedau HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
Format:Audio CD
Vielleicht ist die Geschichte Anfangs ein wenig schwierig, denn es geht um eine quasi jüdische Familie mit Bezug zum KZ Buchenwald. Was heißt aber nun Schwierig in diesem Zusammenhang? EIN FABELHAFTER LÜGNER von Susann Pasztor entführt uns in eine Familie die gar nicht normal ist, deren Vorfahren nicht ganz sauber waren und deren aktuelle Geschichte, je mehr man darin stochert, umso verworrener wird. Einer lügt hier mindestens und auch die Frage ob man Jude sei wenn nur der Vater Jude ist, wird thematisiert. Alles aus einer unnachahmlich distanzierten und doch zutiefst emotionalen Sicht der Enkelin Lily - die aus ihrer eignen Familie oft nicht recht schlau wird.

Man hört gerne zu, wenn Lily im Plauderton über ihre Familie spricht, ihren Vater, ihren Großvater und die komplizierten verwandtschaftlichen Verhältnisse. Sie selbst wurde auch schon aufs Glatteis geführt und der Spruch:

Er liebte die Frauen,
er hatte keine Ahnung von Verhütung,
er log wie gedruckt,
und wenn es eng wurde,
verpisste er sich.

gewährt einen tiefen Einblick - denn er bezieht sich auf ihren Großvater.

War dieser nun wirklich im KZ Buchenwald oder war das fabelhaft erlogen?

Gesprochen wird die Geschichte von Katja Danowski und sie bringt die junge Lily glaubhaft herüber.

Im charmanten Plauderton unterhalten sich zumeist die weiblichen Familienmitglieder über alles und jeden und offenbaren eine vertrackte und verstrickte Situation nach der anderen - auch ein Familienbesuch in Buchwald steht an und die Frage ob die Deutsche Armee in Ungarn 1944 oder schon 1943 war offenbart weitere kleine Unwahrheiten beim Großvater.

Eine fabelhafte Familie - unkompliziert, modern und mit viel Situationskomik, so werden wir von traurigen Abschnitten in wieder Urkomische gestoßen - als ob im Hintergrund immer wieder Klezmer Musik laufen würde, mal lustig, mal aber auch wieder traurig.

Empfehlenswert!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Identitätssuche mal anders 10. Juni 2011
Von Villette TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Vorweg möchte ich sagen, dass ich dem Buch eigentlich 4,5 Sterne gebe, weil es mir wirklich gut gefallen hat. Nur ist es keine Geschichte, bei der man am Ende atemlos und staunend dasteht und die man nie vergisst. Aber schön zu lesen ist sie trotzdem. Der Stil ist locker und leicht, aber nie trivial. Die Geschichte ist, trotz des eigentlich ernsten Schwerpunkts: der Besuch und die Wirkung von Buchenwald, mit einem Lächeln geschrieben und auch so zu lesen. Zwar geht es die ganze Zeit um die Frage und die Suche nach Identität, aber nie auf eine Art, dass die Geschichte nahe an einer Depression oder der Verzweiflung steht. Vielmehr gehen Frage und Suche auf eine Art vonstatten, die der Hauptfigur angemessen ist: dem fabelhaften Lügner Joschi, schon lange tot, aber nun seinen hundertsten Geburtstag feiernd im Kreise seiner Familie. Das sind ein Sohn und zwei Töchter, alle von verschiedenen Frauen, sowie eine Enkelin, die die Geschichte aus ihrer Perspektive erzählt. Keiner weiß etwas vom anderen und noch weniger von Joschi und dieses Jubiläum wird zum Anlass genommen, ihn und sich gegenseitig kennenzulernen. Das fällt erst nicht leicht, so verschieden sind die vier und so tief ist auch manche Wunde, aber im Laufe der Feier kommt man sich immer näher. Das liegt wiederum nur an Joschi und seiner Verrücktheit. Durch seine Geschichten überträgt sich diese auf die Feiernden. Am Ende ist es dann gar nicht mehr wichtig, was von den Geschichten wahr ist und was nicht. Die eigene Identität steht nicht mehr in Gefahr, zerstört zu werden durch die mögliche Aufdeckung einer Lüge. Am Ende geht man einfach gestärkt aus der Feier raus, weil, ja weil ... Das muss man selbst lesen und ich empfehle es sehr.
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5.0 von 5 Sternen Prima
Dieses Buch zeigt eine weitere Sicht auf unsere Vergangenheit und ist nur zu empfehlen. Die Charaktere werden lebensnah gezeichnet. Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von KM veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Kleine Perle
Als eine Freundin mir dieses Buch in die Hand drückte, hatte ich weder von der Autorin gehört noch fand ich den Einband besonders vielversprechend. Lesen Sie weiter...
Vor 21 Monaten von Sabine Kieffer-Haupt veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Tragisch, komisch...einfach fabelhaft!
Im Prinzip ist mit dieser Überschrift alles gesagt; doch ich führe gerne aus:
So seltsam es für ein Buch, welches das Thema Buchenwald beinhaltet, klingen mag,... Lesen Sie weiter...
Vor 22 Monaten von Bücherwurm veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ernst und leicht, traurig und komisch - und berührend
Zum Inhalt von '"Ein fabelhafter Lügner'" wurde an anderen Stellen schon genug gesagt. Ich habe das Buch nun schon zwei Mal gehört (ich habe mir nämlich gleich die... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. April 2011 von Dietmar Schuck
3.0 von 5 Sternen Ein bißchen Witz, ein bißchen Zynismus...
...aber was sonst?

Das Buch ist nett geschrieben, zweifelsohne. Es gibt genügend Szenen und Aussagen, bei denen man grinst, der Humor ist manchmal zynisch und... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. Januar 2011 von B. Preuschoff
3.0 von 5 Sternen Joschi - Jude oder doch nicht???
Aus der Sicht der sechzehnjährigen Lily wird hier das Thema "Ahnen" und Familiengeschichte aufgearbeitet. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Dezember 2010 von audiobookfan H.
1.0 von 5 Sternen Gut gemeint, politisch korrekt und langweilig.
Sorry, aber ich kann mich all den positiven Rezensionen nicht anschließen. Dieses Buch ist gut gemeint, darum bemüht, politisch korrekt zu sein und dabei... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 2. Juli 2010 von Larissa Baumgärtner
5.0 von 5 Sternen Fabelhaft!
Was für eine hinreißend liebevolle, feinsinnige, warmherzige, humorvolle und bewegende erzählung! Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 31. März 2010 von anita von hertel
5.0 von 5 Sternen Eine Störung der Totenruhe
Gegen Ende dieses höchst unterhaltsamen, mitreißend erzählten Romans kommt es zu einer Handlung, die von Amtes wegen verfolgt wird als eine «Störung der... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. März 2010 von Frischknecht, Martin
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