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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ian Rankins Inspector John Rebus ist absolut einzigartig in der Krimiszene- eine der besten Krimireihen, die es gibt, 10. Januar 2008
Als der Schotte Ian Rankin 1987 mit "Verborgene Muster" seinen ersten Kriminalroman mit seinem Detective Inspector John Rebus aus Edinburgh veröffentlichte, das ahnte er nicht , daß er auch noch 2005 an dieser Reihe schreiben sollte. Es dauerte damals auch vier Jahre, bis er den zweiten Band "Das zweite Zeichen" vorlegte. Dann aber folgten weitere 13 Bände quasi im Jahresrhythmus. In Deutschland wurde Ian Rankin erst im April 2000 mit seinem ersten Band von Goldmann präsentiert, und er schlug ein wie eine Bombe. Kein Wunder, daß nun mit dem vorliegenden Buch bis auf eine letzte Ausnahme alle Werke von Ian Rankin auf Deutsch vorliegen.
John Rebus, Rankins Hauptfigur, ist ein altgedienter Detective, den sein Beruf immer wieder in die dunklen Winkel seiner Heimatstadt Edinburgh führt. Weit ab von der Postkartenromantik der offiziellen schottischen Metropole ermittelt er in Mordfällen, in denen das Böse nicht als singuläres Verbrechen erscheint, sondern als komplexes, unterirdisches Geflecht, das überall an die Oberfläche brechen kann. Rebus ist Mitte fünfzig, geschieden, Einzelgänger - und das nicht nur privat, sondern zum Ärger seiner Vorgesetzten auch im Berufsleben. Im Grunde hat er nur eine Vertraute: seine Kollegin Siobhan Clarke. Rebus raucht zu viel, trinkt zu viel ( auch wenn er im vorliegenden Buch eine trockene Phase hat), und seine Stammkneipe, die Oxford Bar, ist wohl die einzige der Stadt, die über einen Noteingang verfügt. Doch trotz aller Probleme und Reibereien mit seinen Vorgesetzten braucht Rebus seinen Beruf wie die Luft zum Atmen. Vielleicht weil er sein eigenes Leben für eine Weile vergisst, wenn er in das Dasein anderer Leute und in die Abgründe seiner Stadt eintaucht.
Eine der besten Krimireihen, die ich kenne.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Komplizierte Wirklichkeit, 27. Dezember 2005
Ein Selbstmord zweier Jugendlicher, die, von der Polizei nach einer vermeintlichen Entführung eingekesselt, gemeinsam von einer Brücke springen, und ein zweiter Selbstmord - ein gerade aus der Haft Entlassener erschießt sich in einer Bürgersprechstunde - bringen Rebus auf die Spur einer Korruptionsaffäre in Sachen Wirtschaftskriminalität und ihn selbst in die Nähe einer endgültigen Suspendierung. Verbissenheit und bösartigen Humor zeichnen Rankins Serieninspector Rebus aus, und nur mit diesen beiden Eigenschaften lassen sich die Fälle lösen, an die er immer wieder gerät. Was so aussieht wie völlig verschiedene Selbstmorde, mündet in einen einzigen riesigen Skandal. Die Zusammenhänge sind kompliziert und nicht immer bis ins Detail zu kapieren, aber eines kapiert man: Dass die bisherigen Erpressungen um Geld oder Leben nun um eine gewaltige Variante reicher geworden sind: Arbeitsplätze. Wer Einfluss darüber hat, Arbeitsplätze in großem Stil zu vergeben oder zu vernichten, ist allmächtig. In seinen Händen liegen Glück oder Elend von Menschen, Blühen oder Sterben von Regionen. Man braucht Rebus keine Pistole an die Stirn zu halten um seine Gefügigkeit zu testen. Die Erpressung "Arbeitsplätze gegen Geld" wirkt auf jeden, und Rebus ist nur das kleinste Glied in der Kette. Ich vermute, dass dieser Krimi einer der realsten ist, die ich in der letzten Zeit gelesen habe, denn wer in strukturschwachen Gegenden - wie hier Schottland - in großen Mengen Arbeitsplätze zu vergeben hat, besitzt eine Macht, die größer ist als Titel oder Reichtum. Ob das Geld letztlich wirklich Arbeitsplätze schafft oder nur in privaten Taschen verschwindet, ist eine Frage, die auch das Buch nicht völlig eindeutig beantwortet. Auch hierbei lässt die Realität grüßen.
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
hervorragende Kriminalliteratur, 19. Mai 2005
Inspektor Rebus, der Protagonist der Serie von Kriminalromanen des schottischen Autors Ian Rankin, ist ein Getriebener. Privat gründlich gescheitert, über die Jahre (der erste Roman erschien 1986 und Rankin läßt seinen Serienhelden dem Erscheinungsdatum der Bücher entsprechend altern, dieses Buch hier erschien im Original 1995) mehr und mehr dem Suff verfallen ist ihm seine Arbeit der einzige Halt. Diesmal wird ihm die besonders schwer gemacht. Nicht zuletzt weil er, der, weil er ständig aneckt, nie befördert wird, als Vorgesetzte eine ehemals gleichrangige Kollegin erhält, mit der er vor gar nicht allzu langer Zeit ein Verhältnis hatte. Aber der wahre Druck kommt von außen. Rebus ermittelt nämlich gegen Politiker und Wirtschaftsbosse und es dauert nicht allzu lange, dass er "beurlaubt" wird. Das hindert Rebus nicht daran, auf eigene Faust weiter zu ermitteln - was soll einer wie er auch anderes tun? Schließlich obsiegt das "Recht" in Gestalt des Helden, aber auch dieser Sieg ist zweischneidig, weil er zum einen vermutlich Arbeitsplätze vernichten wird, zum anderen am korrupten System sowieso nichts ändert. Was bleibt da einem wie Rebus, der nicht dumm ist und weiß, dass er Sisyphus-Arbeit leistet, schon anderes übrig, als im nächsten Pub das Gehirn zu betäuben? Rankin ist ein hervorragender Plotter. Seine Romane sind von mal zu mal besser konstruiert. Dazu kommt ein geradezu literarischer Stil mit viel Wortwitz, von dem sogar in der Übersetzung noch einiges übrig bleibt. Trefflich vermag der Autor Charaktere, zeitgeschichtliches Umfeld, gesellschaftliche Realität darzustellen. Natürlich hat dies zur Folge, dass sich die Romane, auch dieser hier, manchmal langsam entwickeln. Es geht nicht von der ersten bis zur letzten Seite um rasante Action (obwohl der Autor auch derartige Passagen hervorragend gestalten kann). Das ist auch gut so!
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