Ein Selbstmord zweier Jugendlicher, die, von der Polizei nach einer vermeintlichen Entführung eingekesselt, gemeinsam von einer Brücke springen, und ein zweiter Selbstmord - ein gerade aus der Haft Entlassener erschießt sich in einer Bürgersprechstunde - bringen Rebus auf die Spur einer Korruptionsaffäre in Sachen Wirtschaftskriminalität und ihn selbst in die Nähe einer endgültigen Suspendierung.
Verbissenheit und bösartigen Humor zeichnen Rankins Serieninspector Rebus aus, und nur mit diesen beiden Eigenschaften lassen sich die Fälle lösen, an die er immer wieder gerät. Was so aussieht wie völlig verschiedene Selbstmorde, mündet in einen einzigen riesigen Skandal. Die Zusammenhänge sind kompliziert und nicht immer bis ins Detail zu kapieren, aber eines kapiert man: Dass die bisherigen Erpressungen um Geld oder Leben nun um eine gewaltige Variante reicher geworden sind: Arbeitsplätze.
Wer Einfluss darüber hat, Arbeitsplätze in großem Stil zu vergeben oder zu vernichten, ist allmächtig. In seinen Händen liegen Glück oder Elend von Menschen, Blühen oder Sterben von Regionen. Man braucht Rebus keine Pistole an die Stirn zu halten um seine Gefügigkeit zu testen. Die Erpressung "Arbeitsplätze gegen Geld" wirkt auf jeden, und Rebus ist nur das kleinste Glied in der Kette.
Ich vermute, dass dieser Krimi einer der realsten ist, die ich in der letzten Zeit gelesen habe, denn wer in strukturschwachen Gegenden - wie hier Schottland - in großen Mengen Arbeitsplätze zu vergeben hat, besitzt eine Macht, die größer ist als Titel oder Reichtum. Ob das Geld letztlich wirklich Arbeitsplätze schafft oder nur in privaten Taschen verschwindet, ist eine Frage, die auch das Buch nicht völlig eindeutig beantwortet. Auch hierbei lässt die Realität grüßen.