Eins vorweg, Vonnegut ist für mich einer der größten amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und ich habe alles von Ihm gelesen.
Es gibt aber durchaus nicht so gute Werke, nämlich aus seiner frühen Schaffensperiode, wo er seinen typischen Stil noch nicht gefunden hat, und seine letzten Werke, wo er diesen Stil wieder verloren hat.
Die Kurzgeschichten in diesem Band gehören wohl alle zu seiner frühen Zeit. Es hatte einen guten Grund, warum diese Geschichten jahrzehntelang in den unteren Schubladen irgendwelcher Verleger verstaubten. Sie sind einfach schlecht, banal, teilweise einfältig und lächerlich (nicht zu verwechseln mit witzig). Geschichten wie "Die versteinerten Ameisen" sind eigentlich unerträglich.
Aus irgendeinem Grund, man kann es Leichenfledderei nennen, ist irgendjemand der Meinung, dass man möglicherweise noch ein paar Dollar verdienen kann, in dem man postum noch alles auf den Markt wirft, selbst die Sachen, die zu Lebzeiten des Autors nicht gut genug waren.
Nach dem ebenfalls enttäuschenden "Der Taubenblaue Drache" ist dies nun der zweite, und hoffentlich letzte Versuch, mit dem toten Vonnegut Geld zu verdienen.
Die 2 Sterne gibt es nur aus Respekt an das Lebenswerk und weil in "Die netten kleinen Menschen" zumindest schon ein kleines bisschen von dem enthalten ist, was Vonnegut zu einem großen Schriftsteller gemacht hat.
Lasst Kurt Vonnegut in Frieden ruhen, bitte!