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Ein deutsches Geschichtsbuch: Steidl Taschenbücher, Nr.24, Wir Untertanen: BD 1
 
 
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Ein deutsches Geschichtsbuch: Steidl Taschenbücher, Nr.24, Wir Untertanen: BD 1 [Broschiert]

Bernt Engelmann
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 463 Seiten
  • Verlag: Steidl; Auflage: 5., Aufl. (Februar 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3882432012
  • ISBN-13: 978-3882432015
  • Größe und/oder Gewicht: 18,1 x 11,4 x 2,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 237.186 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Bernt Engelmann
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Wir Untertanen
OA 1974 Form Sachbuch Bereich Geschichte
Mit Wir Untertanen schrieb Bernt Engelmann ein kritisches und provokantes Buch zur deutschen Geschichte. Dieses »deutsche Anti-Geschichtsbuch«, wie es der Schriftsteller selbst im Untertitel nennt, ist aus der Perspektive der Beherrschten, der Masse der Untertanen, verfasst. Detailreich und in pointiertem Stil weist es die Kontinuität von selbstgerechter Herrschaft und allgegenwärtiger Unterdrückung auf, welche die deutsche Geschichte durch die Jahrhunderte durchzieht und deren Folgen bis die Gegenwart wirksam sind.
Inhalt: Das Buch behandelt die Geschichte der Deutschen vom Mittelalter bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. Das herkömmliche, durch Schule, Geschichtsschreibung und Medien vermittelte Wissen der Deutschen von der eigenen Geschichte verkürzt sich auf die Geschichte von Staaten und Herrscherhäusern. Der Blick in die Vergangenheit fällt meist nur auf diejenigen, die »im Lichte stehen«, auf die Klasse der Mächtigen und Besitzenden, nicht auf die in oft leidvolle Lebensumstände gezwungene Masse des Volks. Engelmann rückt mit den Leibeigenen, besitzlosen Landarbeitern, Tagelöhnern, einfachen Handwerkern, gemeinen Soldaten und Fabrikarbeitern jene Männer und Frauen ins Zentrum seiner Geschichtsschreibung, auf deren Rücken die »große Geschichte« ausgetragen wurde. Sie finanzierten durch ihre oft erpressten Abgaben den gehobenen Lebensstil der Oberschicht. Sie waren es, die am meisten unter den Kriegen litten, welche von den gekrönten Häuptern – von jenen des Mittelalters bis zu denen des wilhelminischen Reichs – aus eigennützigem Machtkalkül geführt wurden und die – von den Fuggern bis zu den Schlotbaronen – oft nur der Besitzvermehrung der Wohlhabenden dienten. Die unterschiedlichen Kriegsziele der Herrscherhäuser und die ständig wechselnden Kriegskoalitionen waren für das gemeine Volk meist unverständlich und nur insoweit von Bedeutung, als dass es dafür mit Leib und Gut bezahlen musste. Die deutschen Landesväter hatten kaum einmal das Wohl des Volks im Sinn, vielmehr dessen Disziplinierung. Engelmann beschreibt ausführlich die die Jahrhunderte durchziehenden Unterdrückungspraktiken, wie die drakonischen Strafgesetze, die Folter, die Zensur, die rechtlose Stellung der Untertanen, die oft willkürlich ausgeübte hoheitliche Gewalt und nicht zuletzt die grausame Rache, welche die Herrscher immer dann nahmen, wenn das Volk sich gegen ihr despotisches Regiment zu erheben wagte.
Wirkung: Das Verdienst von Engelmann liegt nicht zuletzt in der Schärfung des historischen Bewusstseins für jene Persönlichkeiten der deutschen Geschichte, welche sich für Recht und Gerechtigkeit, für Freiheit und Selbstbestimmung einsetzten, wie der Bundschuhführer Joß Fritz (um 1470–um 1525), der Demokrat in der Revolution von 1848 Robert Blum (1807–48) oder der Arbeiterführer August Bebel (1840–1913). W. v. C.

Kurzbeschreibung

'Wir Untertanen' ist Bernt Engelmanns kritische, zutiefst demokratische Darstellung eines Jahrtausends deutscher Vergangenheit. Er schreibt Geschichte von unten, steht auf der Seite des Volkes, bezieht klare Position, wenn es um die großen Männer und ihre vermeintlich großen Taten geht, die immer mit dem Schweiß und dem Blut der Namenlosen errungen wurden.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Was Bernt Engelmann mit diesem Buch geleistet hat, kann man erst abschätzen hat, wenn man es selber gelesen hat und am besten noch das Thema gerade mit "herkömmlichen" Material bearbeitet. Bernt Engelmann stellt die Geschichte aus einer völlig neuen und unüblichen Weise dar. Es handelt sich zwar immernoch um Ereignisgeschichte, allerdings werden die Handlungen vollkommen anders beleuchtet und vielmehr hinterfragt. So wird auch die Person Bismarcks viel kritischer Hinterfragt, als man in Deutschland gewohnt ist - wohl aber in anderen Ländern. Es werden die niedrigen Interessen der herrschend Klassen deutlich benannt und nicht nur in Nebensätzen geliefert, endlich werden die Ziele und Taten nicht herorisiert oder beschönt. Wer dieses Buch und den Nachfolgeband "Einig gegen Recht und Freihteit" gelesen hat, stellt sich auch über die heutige Politik Fragen, an die man vorher nicht gedacht hat. Zumindest erscheint es einen da unglaublich, dass Adenauer gerade zum bedeutesten Deutschen gewählt wurde.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Augenöffner! 31. Juli 2004
Format:Broschiert
Ich hatte dieses Buch kurz vor meinem Abitur entdeckt und es vor kurzem noch einmal gelesen. Es ist einer meiner Augenöffner, der mir hilft die deutsche Gesellschaft und ihre -bis auf 1989- mißlungenen eigenen Befreiungsversuche zu verstehen. Engelmanns Geschichtsschreibung erfolgt konsequent aus gesellschaftlicher Sicht - genauer: der nicht-privilegierten Gesellschaftsschichten. Sie erklärt, dass unser häufig als nur noch blockierend empfundenes föderales System ein Erbe der späten deutschen Einigung ist. Waren es früher die pfründesichernden deutschen Fürsten, so sind es heute die Ministerpräsidenten der Länder, die lieber die zweiten in der Provinz als die ersten in Berlin sind.
Es erklärt die stete Ambivalenz der Liberalen. Zu Beginn vereinte die Sehnsucht nach Freiheit alle Leistungsträger und Denker, die keiner Dynastie angehörten. Kaum arrangierten sich aber die Großbürgerlichen mit Junkern und Fürsten zu neuen Synergien, relativierten sie ihre freiheitlichen Ambitionen. Die unteren Schichten sollten denn mal schön in den Fabriken funktionieren anstatt ihre Flausen im Kopf zu pflegen.
Sie erklärt sogar die in Deutschland unterentwickelten Fähigkeiten und Neigungen in Handel und Marketing, wurde doch den deutschen Arbeitern immer von oben mitgeteilt, was ihre Arbeitskraft wert ist. Es galt als unbotmäßig, den Lohn für Arbeit und Produkte verhandeln zu wollen.

Erschütternd haben mich die Passagen, in denen Engelmann darüber berichtet, wie deutsche Rüstungsunternehmer wie Krupp nicht davor zurückschreckten, ihre Produkte auch an den damaligen "Feind" zu liefern.

Das alles und noch viel mehr steckt unserer Gesellschaft mehr in den Knochen, als uns bewusst sein sollte. Inzwischen haben ja einige andere Historiker den Blickwinkel Engelmanns aufgegriffen und eine gesellschaftliche Perspektive eingenommen.

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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Bernt Engelmann beschreibt in seinem Buch WIR UNTERTANEN tausend Jahre deutscher Geschichte - vom Frankenreich Karls d.Gr. bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Mittelpunkt der Darstellung sind stets die Lebensverhältnisse der einfachen Leute, also der Masse des Volkes, deren Lebensverhältnisse sich, wenn überhaupt, nur geringfügig besserten und auf deren Rücken die Entscheidungen der hohen Politik und der sog. Großen ausgetragen wurden. Wenn auch der Blickwinkel nicht ganz so neu und ungewöhnlich ist, wie der Autor meint - auch in besseren Schulbüchern und in allgemeinen und speziellen historischen Darstellungen werden die Lebensverhältnisse der kleinen Leute während des Dreißigjährigen Krieges, die Bauernkriege und deren Ursachen und die Anfänge der Arbeiterbewegung im 19. Jahrhundert beschrieben - , so ist die Konsequenz des Blickwinkels doch neu. Wegen des Gegenstandes, der Dichte der Darstellung und des flüssigen, packenden Stils unbedingt empfehlenswert!
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