Ich lese viel, aber dieses Buch war in diesem Jahr bisher der absolute Höhepunkt unter allen Büchern, die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Und es ist eins von denen, die ich sicher ein zweites Mal lesen werde.
Andreas Kieling beschreibt hier nicht nur aus der Sicht des Naturfilmers seine 1400 Kilometer lange Wanderung durch Deutschland entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. (Darum hatte ich es mir ursprünglich gekauft, weil mich die Ökologie des Grünen Bandes interessiert.) Gleichwertig mit den Naturbeobachtungen schildert er auch die Erlebnisse mit charaktervollen Menschen, die er auf seinem Wege traf. Kulturelle Besonderheiten wie die Wartburg, der Brocken und Höhlen werden lebendig. Und nicht zuletzt ist das Buch auch ein Stück Biographie seiner Jugend in Ostdeutschland.
Dabei ist der Tonfall, in dem er von seinem "deutschen Wandersommer" erzählt, sehr persönlich und emotional - ich habe mich mitgenommen gefühlt und bin im Geiste mit ihm und seinem Hund Cleo mitgewandert. Und habe mitgezittert, als kurz vor Schluss eine Begegnung mit Nandus richtig spannend wurde.
Mich hat dieser Bericht aber auch zu eigener Aktivität angeregt. Bis zur hessisch-thüringischen Grenze ist es ja nicht weit, und an dieser entlang möchte ich im Sommer ein Stück wandern. Danke, Andreas Kieling, für's Neugierig-Machen!
Danke auch an den Verlag für die liebevolle Ausstattung des Buches mit einem umfangreichen Farbfoto-Block in der Mitte, schwarz-weißen stimmungsvollen Fotos an jedem Kapitelanfang, Karten auf der Umschlaginnenseite und sogar einem Lesebändchen.