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Ein bisschen unsterblich wie Schach [Gebundene Ausgabe]

Gerhard Josten
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: Books on Demand Gmbh; Auflage: 1., Aufl. (April 2005)
  • ISBN-10: 3833421010
  • ISBN-13: 978-3833421013
  • Größe und/oder Gewicht: 22,6 x 17,8 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.324.855 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Kundenrezensionen

3.7 von 5 Sternen
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4.0 von 5 Sternen Die Geschichte eines Suchenden 21. Dezember 2006
Von R.S.
William Cartwright ist eine seltsame Persönlichkeit. Bis zu einem gewissen Grad ein Eigenbrötler, vor allem aber hat er sein Leben der Idee verschrieben, dass Außerirdische im Himalaya gelandet sind. Der Großteil der Geschichte spielt sich während der Zeit des zweiten Weltkrieges ab und die Geschichte läuft bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts. Auf der Jagd nach Beweisen für seine seltsame Idee trifft er auf interessante Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, die alle in einer Beziehung zu Schach stehen (darunter Stefan Zweig [Schachnovelle], Alan Turing [der neben dem Knacken des Enigma-Codes eines der ersten Schachprogramme entwickelte] und Bobby Fischer [Schachweltmeister]). Erst sehr spät findet er heraus, dass er ein Phantom jagt und findet über die Vermittlung von zwei Frauen doch noch zu seiner Bestimmung und sein Glück.

Sprachlich ist Gerhard Josten ein sehr gutes Werk gelungen, die Dialoge sind allerdings manchmal in eben dieser geschliffenen Sprache verfasst, was sie ein wenig hölzern wirken lässt. Glücklicherweise kommt diese Schwäche nur selten zum Tragen, denn über weite Strecken ist es Josten, gelungen natürlich wirkende Dialoge zu entwickeln. Als Geschichte mit einem "inneren Plot" (also weniger handlungs- als charakterbezogen), darf man sich natürlich nicht den Spannungsbogen eines Thrillers erwarten, dafür muss man besonderen Wert auf die Charakterentwicklung legen - und auch in dieser Beziehung hat der Autor sehr gut gearbeitet. Dennoch muss man festhalten, dass stilistisch noch ein wenig Feinschliff notwendig gewesen wäre. So will z.B. der Rückblick auf Cartwrights Kindheit nicht in das Gesamtkonzept passen. Natürlich ist dieser Rückblick richtig und wertvoll für ein solches Werk, bloß das gezeichnete Bild ist mit der entwickelten Persönlichkeit nicht stimmig. Ebenso hat man manchmal den Eindruck, der Autor habe sich stärker darum gekümmert, mehr Verbindungen zum Schach in das Werk zu verpacken, anstelle sich darum zu bemühen, eine runde Geschichte des Protagonisten zu entwickeln. Es gibt gerade im Stilistischen noch weitere Schwächen, die aber insgesamt nicht so schlimm sind.

Wenngleich der Autor nicht an im Buch erwähnte Größen wie Nabokov und Zweig herankommt, so hat er doch ein brauchbares und gut lesbares Buch vorgelegt, dessen größte Schwachstelle wohl der Titel und die Inhaltsangabe auf der Rückseite sind. Der Inhalt ist doch deutlich besser, als diese beiden ersten Eindrücke vermuten lassen. Mit ein wenig Arbeit an den Dialogen und der Stimmigkeit des Gesamtbildes würde es zweifellos fünf Sterne verdienen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gut ausgedachte Romanstruktur, schwacher Stil 16. Juli 2005
Das großformatige "Ein bisschen unsterblich wie Schach" gewinnt sofort durch das Titelbild von Samuel Bak, das ansprechende Format und das Lesebändchen. Allerdings wird der gute erste Eindruck getrübt durch die Kapitelüberschriften. Sie folgen Zug für Zug der unsterblichen Schachpartie Adolf Anderssen - Lionel Kieseritzky, London 1851, doch in Großbuchstaben (z. B. "14.DF3 - SG8), was jeden Schachspieler die Haare sträuben läßt. Dass die Überschriften mit der Handlung nichts zu tun haben, merkt man erst später.
Der New Yorker William Cartwright fällt schon als Kleinkind durch ungewöhnliche Begabung auf. Er studiert Archäologie und steigt in den familieneigenen Rüstungsbetrieb ein. Bald stößt er auf unentzifferbare Notizen aus dem Innern Asiens. Sein archäologischer Instinkt wird geweckt und er jagt der Entschlüsselung der Schrift hinterher. In Jostens Roman fesselte die Verknotung der Romanereignisse mit historischen aus dem 20. Jahrhunderts. Cartwright trifft Stefan Zweig in New York und Persepolis; er schaltet den Mathematiker Alan M. Turing in die Decodierung ein; er spielt mit Bobby Fischer Schach. Alle haben ihre Bezüge zum Schach. Die Romanstruktur legt sich wie eine zweite Schicht über die Historie. Die Berührungspunkte der beiden Ebenen ergeben sich zwanglos.
Die gut ausgedachte Romanstruktur hebt nicht die zahlreichen Unstimmigkeiten im Feingewebe und den unnatürlichen, ausufernden Stil auf. Während also die Grundthematik überzeugt, macht das die mangelhafte Ausarbeitung und der Stil zunichte.
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein bisschen unsterblich wie Schach 24. Dezember 2006
"Ein bisschen unsterblich wie Schach" - ein Roman, der dem Leser zunächst einiges abverlangt. Etliche handelnde Personen, ein Gestrüpp von Beziehungen, über den Globus verteilte Schauplätze müssen erfasst und verarbeitet werden, bevor das Gefühl aufkommt, wirklich in der Geschichte angekommen zu sein. Der Autor hat ein Loblieb auf das Schachspiel singen wollen, und wie das Schachspiel hat er sein Werk angelegt - Figuren, die miteinander in vielfältigen Beziehungen stehen, verteilen sich über das Brett.

Die Hauptfigur, William Cartwright, ist eine hochintelligente Person, zugleich aber auch etwas eigentümlich. Das Leitmotiv vieler seiner Handlungen ist sein Streben nach "ein bisschen Unsterblichkeit". Er verrennt sich in die Vorstellung, dass ein tibetanisches Schriftstück einen früheren Besuch Außerirdischer belegt. Diese Wurzel seiner Vorstellungen kann er nicht selbst entschlüsseln, er bedient sich deshalb verschiedener Hilfen. Mit jeder neuen Interpretation der Schrift, die sich als Weissagung offenbart, ergibt sich eine neue Version, die zum Teil gänzlich von anderen abweicht.

Einen besonderen Reiz übt "Ein bisschen unsterblich wie Schach" dadurch aus, dass der Autor Gerhard Josten Wirklichkeit und Dichtung bisweilen eng miteinander verwoben hat. So begegnet Cartwright unter anderem dem Autor Stefan Zweig, dem Mathematiker Alan Turing und, aus der Sicht der Schachspieler besonders interessant, dem jungen Robert (Bobby) Fischer. Letztgenannter beweist nicht nur seine besondere schachliche Begabung, er gibt Cartwright auch eine eigene, auf sich selbst bezogene Interpretation des geheimnisvollen asiatischen Textes an die Hand.

Der Roman spielt vor allem während des 2. Weltkriegs und läuft in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts aus. Er ist weniger wegen seiner Handlung lesenswert; vielmehr sind es die Beschreibungen der verschiedenen Charaktere, deren Entwicklungen, und eben auch die Anlehnungen an das Schachspiel, die fesseln. Zu den Anleihen beim Schach ein Beispiel: Cartwright verliert seine große Liebe Joan, die von den Deutschen kurz vor Ende des Krieges ermordet wird. Er ist der Aufgabe (dem Selbstmord) nahe, fängt sich aber wieder. Über eine neu eingestellte Haushaltshilfe, die für ihn immer wichtiger wird, findet er eine neue Partnerin, deren Tochter, eine neue Dame. "Ja, ab heute bin ich Ihre Joan, so lange Sie es wollen!", bietet sie ihm an, als sie "bis zum Umwandlungsfeld vorgerückt ist."

Gerhard Josten stellt mit seiner Geschichte eine verantwortungsvolle Recherche unter Beweis. Er hat nicht nur die Verbindung realer und erdachter Personen geschafft, er hat diese und ihre erdachten Handlungen zugleich in reale Abläufe, in die Geschichte eingefasst. Stefan Zweigs Reisen und die Vorgänge um den Enigma-Code sowie die ersten Versuche der Schachprogrammierung sind nur Beispiele.

Nicht immer gefällig sind die Dialoge, die nach meinem Geschmack teilweise doch etwas zu lang geraten sind und bisweilen ein wenig hölzern wirken. Diese Abstriche ausgenommen ist das Buch gut zu lesen, der Autor hat Wert auf eine gute bis edle Sprache gelegt.

Über kleine inhaltliche Ungereimtheiten und Fehler kann man gut hinwegsehen, sie sind ohnehin selten und versteckt. Drei Beispiele: Ein Mal überträgt Gerhard Josten Besonderheiten des deutschen Schulsystems auf das amerikanische, ein anderes Mal passt ein historisches Zitat nicht in einen englisch sprechenden Mund. In einem dritten Fall sieht die Mitarbeiterin des Geheimdienstes, die er in der Öffentlichkeit trifft, nicht wie eine solche aus, was aber allzu natürlich ist.

Inhaltlich war nur eine Passage nicht ausreichend überzeugend für mich. Den Verlust seiner großen Liebe Joan hat William Cartwright nicht ausreichend erlitten, seinen Selbstmordgedanken fehlt der "psychologische Unterbau."

Kommen wir nun zu weiteren besonderen Stärken des Werks. Es erscheint im Hardcover, hält ein Lesebändchen bereit und zeigt ein dekoratives Titelbild von Samuel Bak.

Ein bisschen unsterblich wie Schach" ist nicht nur etwas für Schachliebhaber und eine schöne Ergänzung für das Bücherregal, sondern auch für nicht so mit dem Schach verbundene Lesefreundinnen und -freunde.

Zum Abschluss noch ein kleiner Hinweis für alle, die sich zukünftig an das Werk machen: Die Kapitelüberschriften folgen Zug für Zug der unsterblichen Schachpartie Adolf Anderssen - Lionel Kieseritzky, London 1851, haben mit der Romanhandlung aber nichts zu tun.
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