Pressestimmen
"Ein anderes Blau" von Benjamin Stein ist kein einfaches Buch. Zum einen sind da das Thema und seine Umsetzung, die alles andere als einfach zu verdauen sind. Antworten werden keine gegeben und wenn es einen Grund gibt, weshalb mich dieses Buch persönlich beunruhigt, dann ist es der, dass er Fragen nicht nur in Bezug auf den Tod aufwirft, sondern in erster Linie über das Leben. Ich habe mich in einigen Stimmen wiedergefunden, von Vielem könnte ich sagen, so oder ähnlich ist mir das auch schon durch den Kopf gegangen. Das Buch wirft mich auf mich zurück. Zum anderen ist es ein ungemütliches Buch, weil es die eingespielten Lesegewohnheiten und strategien unterläuft. Es bietet keine Handlung, an der man sich festhalten könnte, es belässt vieles im Unklaren. Will man sich diesem Buch wirklich nähern, muss man neu zu lesen lernen. (Hanging Lydia 28.05.2007)
Kurzbeschreibung
In einer Großstadt bricht ein Bus durch die Straßendecke hindurch in einen U-Bahn-Tunnel. Mehrere Menschen sterben. Zwei von ihnen - ein Mann Mitte Dreißig und eine junge Frau - können erst nach Wochen geborgen werden. Unterdessen fristen die beiden eine Existenz in einem scheinbar zeitlosen Reich zwischen Leben und Tod, Träumen und Ahnungen, Tanz und Taumel. Sie finden sich wieder in der dünnen Wand zwischen zwei Wohnungen, einem leeren Raum zwischen zwei fremden Leben, in dem nur sie sich bewegen können. In Enge und mitunter in Furcht versuchen sie, sich noch einmal selbst in die Seele zu gehen und den Abschied hinauszuzögern, den Abschied von ihren Irrtümern und sorgsam verborgenen Gefühlen, liebevollen und erschreckenden Erinnerungen. Und wenn sie auch nicht umkehren können, verändert sich auf dem letzten Stück Wegs doch noch einmal ihr Leben und das der Menschen zu beiden Seiten der Wand auf magische Weise und unbemerkt vom lebendigen Rest der sie umgebenden Welt.