Zeitreiseromane sind meist spannend und lustig durch die Verwicklungen und Probleme der Zeitreisenden und ihrer Handlungen.
Dieses Buch mag ein Klassiker sein aber ich fand es langweilig und, -ja lacht ruhig- diskriminierend. Normalerweise lese ich so ein kl.Buch in 2 Tagen durch. Diesmal musste ich mich immer wieder zwingen weiter zu lesen, in der Hoffnung das es noch spannend wird.
Ein Überheblicher, Wichtigtuerischer, Angeberischer Hauptcharakter. Er kommt in die Vergangenheit und will mit Gewalt diesen Menschen unsere heutige Zivilisation aufzwingen. Er macht sich lustig über die Rückständigkeit der damaligen Epoche. Vielleicht reist mal jemand in Mark Twains Zeit zurück und amüsiert sich darüber, dass er seine Bücher noch auf der Schreibmaschine schreibt und nennt ihn dummen Hinterwäldler.
Er lässt die Ritter mit Werbetafeln behängt durch die Gegend reiten. (obwohl zur damaligen Zeit keiner lesen konnte, außer Mönche)
Er baut ein weitverzweigtes, verborgenes!!, geheimes!! Netz aus Universitäten, Militärakademien, Fabriken, Bergwerken und Werkstätten auf und verlegt Telefonkabel. Nur wie er das macht, erfährt der Leser nicht. Das ist auf einmal alles da. Obwohl das, mit all seinen Problemen und Stolpersteinen, doch erst so richtig einen Zeitreiseroman ausmacht. Stattdessen ellenlange,langweilige und sinnlose Schachtelsätze.
EINE LESEPROBE: "Es wäre auch ein guter Gedanke, ihm noch fünfhundert Offiziere beizugeben, ja, sogar so viele Offiziere, wie es Adlige und deren Verwandte im Lande gab, selbst wenn zum Schluß fünfmal so viel Offiziere wie Gemeine im Regiment wären, und auf diese Weise zum Eliteregiment, zum beneideten Regiment, zu des Königs eigenem Regiment zu machen, welches das Recht hätte, auf eigene Faust und Verantwortung auf seine eigene Weise zu kämpfen, zu gehen, wohin es ihm beliebte, in Kriegszeiten zu kommen, wann es ihm behagt, und ganz piekfein und unabhängig zu sein." (Seite 213,erster Abschnitt)
Die Ritter macht er dann zu Schaffnern und Zugführern.....
Aus einem Eremiten baut er eine Nähmaschine...
lauter hanebüchener Mist.
HIER NOCH EINE LESEPROBE: in welchem Stil die Geschichte geschrieben ist: Der Zeitreisende fragt ein Fräulein nach dem Weg
"Wo ungefähr liegt die Burg? In welcher Richtung von hier?"
"Ach , ich bitte Euch, Herr, in gar keiner Richtung von hier, weil die Straße nicht gerade verläuft, sondern sich überallhin windet, deshalb dauert die Richtung jenes Ortes nicht an und liegt einmal unter dem einem Himmel und ein andermal unter einem anderen, so daß, wenn Ihr meint, sie ginge gen Osten,und Euch deselbst hinbegebt, Ihr feststellt, das der Weg der Straße wieder umkehrt in einem halben Kreis, und weil dieses Wunder wieder und immer wieder geschieht, wird es Euch betrüben, das Ihr in der Eitelkeit Eures Geistes vermeint habt, den Willen Dessen zu durchkreuzen und zunichte zu machen, der keiner Burg von einem bestimmten Punkt aus eine Richtung gibt, es sei denn, dass es Ihm gefällt, ist es eher Sein Wille, dass alle Burgen und alle Richtungen, in denen sie liegen, von der Erde verschwinden und den Platz, auf dem sie gewesen, öde und leer lassen, und Er also Seine Geschöpfe warnt, dass, wo Er will, dort will er, und wo er nicht will,dort..." (Seite 77,mittlerer Abschnitt)
Solcherart geht es zum Teil Seitenweise zu.
Wie gesagt, vielen hat das Buch gefallen mein Geschmack war es nicht.
Die Deklaration dieses Buches als Zeitreiseroman ist irreführend. Man sollte es lieber in die Sparte Satire einordnen.
Ist mir auch ein Rätsel, wie so ein Buch, wo sich über die Lebensweise der Menschen in der Vergangenheit lustig gemacht wird, ein Klassiker genannt werden kann. Hier gilt wahrscheinlich die Devise, "man (der Künstler) muss sich nur erstmal einen Namen gemacht haben, damit danach jeder Mist von ihm hochgelobt wird".
Übrigens ist das Buch als Kinderfilm unter dem Namen: "Zeitsprung in die Tafelrunde" USA 1989 erschienen. Da macht ein 12-jähr. Mädchen diese Zeitreise und das war allemal lustiger und hat durch die kindliche Adaption keine Spur von Überheblichkeit hinterlassen.