Ein Reisetagebuch aus dem November 1838. Die Autorin schreibt über ihre Reiseerlebnisse auf der Balearen-Insel aus der Sicht einer Französin. Dabei kommen die Mallorquiner nicht allzu gut weg. Plumpe, stumpfsinnige und fremden- abweisende Bauern (Schweinezüchter), die bauernschlau überwiegend auf ihr eigenes Wohl bedacht sind. In detailverliebter, fast redundanter Sprache des frühen 19. Jahrhunderts, mit belustigenden, uns oft fremdartigen Vokabeln erfährt man einiges über Gegend, Baustil, Infrastruktur, spanische Kriege auf dem Festland, Essen, Schweinezucht und Schweineknappheit (aufgrund der Kriege), Karnevalsbräuche, Klima und klösterliches Leben, speziell in der Kartause Valdemossa. Die Reisebegleitung, Frédéric Chopin, mit dem Sie unverheiratet, in wilder Partnerschaft dort lebt, wird quasi gar nicht erwähnt. Kein spannendes Buch aber amüsant und lehrreich.