In den Jahren 1977 und 1978 wurden von Georg Danzer hintereinander im Wechsel "wienerische" und (jedenfalls fast) reine "Hochdeutsch"-Alben auf den Markt gebracht. Es gibt aber nie "2 inhaltlich gleiche Scheiben in unterschiedlichen Idiomen", sondern vielmehr gibt es dabei eine Schnittmenge gleicher Lieder, während jeweils noch etliche Sücke vertreten sind, die es eben nur auf einer Veröffentlichung gibt.
Ich schicke dies voraus, um die Kaufentscheidung zu erleichtern und Enttäuschungen wegen falscher Erwartungen vorzubeugen.
Ich finde, Danzer hatte in "beiden Sprachen" seine Stärken, die er in ungezählten Titeln auch voll ausgespielt hat. Ich besitze alle seine Tonträger und habe mir nie die Frage gestellt, ob ich ihn nun "auf Wienerisch" oder "auf Hochdeutsch" mehr mag.
Für mich steht aber eines fest: Die Lieder, von denen es zwei Versionen gibt, bevorzuge ich ausnahmslos in der Mundart-Variante. Es handelt sich nämlich um Stücke mit viel Lokalkolorit und/oder mit einer gehörigen Portion "Schmäh". Und bei aller Liebe: Da gibt es immer Verluste bei der Übersetzung.
Nun konkret zu dieser Scheibe:
Die übersetzten Stücke "Niemand kann den Blues so blasen, wie er wirklich ist" (im Original: "I schdiab boid"), "Lasst's mich aus (Narrenhaus)" und "Ich bin ein Kriecher" sind zwar sehr gut - die wienerischen Versionen auf "Narrenhaus" sind aber eben -wie ich zu erklären versucht habe- einfach authentischer und somit noch einen Tick besser.
Macht aber nichts: "Ein wenig Hoffnung" wartet noch mit Danzer-Klassikern wie "Ein wenig Liebe (Hey Baby)", "Ist schon gut", "Ich sehne mich", "Die Folter" und "Morgenrot" auf. Auch die von mir nicht näher erwähnten Titel sind von ordentlicher Qualität, so dass ich dieses Album auf jeden Fall mit dem Prädikat "unverzichtbar" versehen möchte (...wie -zugegebenermaßen- sehr viele weitere Danzer-Alben...)