Meine 18jährige Tochter und ich haben das Buch jeweils an einem Tag gelesen. Es stimmt, man konnte es einfach nicht aus der Hand legen. Ich war besonders ergriffen über die Wandlung der Hauptperson, da ich sie persönlich kannte und als sehr bodenständig erlebt habe. Bei allem Pragmatismus verfügte sie aber auch über eine Offenheit und Akzeptanz gegenüber unterschiedlichen Lebensformen bzw. Lebensphilosopien und damit stand sie im Streben nach persönlicher Weiterentwicklung ja nicht alleine. Dass es dennoch möglich war, die Eigenverantwortung für ihr Leben und das Ihrer Kinder in die Hand dieses "Gurus" zu legen und sich jede anstehende Entscheidung - und die von großer Tragweite - u.a. auch telefonisch für viel Geld absegnen zulassen, ist für mich schwer nachvollziehbar. Es ist nur damit zu erklären, in welchem Strudel starker (Lebens-)Unsicherheit sie geraten sein muss und dadurch nicht absehen konnte, wie ihr eigenes Leben auseinanderfällt und die Familie zerbricht. Die Verantwortungslosigkeit des "Gruppenführers" in das Leben anderer Menschen aktiv und massiv einzuwirken und sich die Schwächen der Personen für seine eigenen Zwecke (seines Geldbeutels) zu Nutzen zu machen, sollte juristisch nicht ungestraft bleiben. Ein gutes Buch, welches hoffentlich zu mehr Aufklärung verhilft, dass man für sein Leben auch Selbstverantwortung übernehmen muss. Keine Sekte, keine anderen Glaubensrichtungen und auch keine Kirche sollte die Macht über unser eigenes Wohl gegeben werden. Die eigenen Lebenszügel sollten stets in unseren Händen bleiben sowie die Macht der Entscheidungsfreiheit und -verantwortung.