Pressestimmen
"Eine phänomenale Serie: James Bond meets Dracula. Jaz Parks ist meine neue Lieblingsheldin!" (Charlaine Harris )
"Bond meets Dracula – nur besser!" (Patricia Briggs )
"Bond meets Dracula – nur besser!" (Patricia Briggs )
Kurzbeschreibung
Mein Name ist Parks. Jaz Parks. Ich jage Vampire ...
»Hi, ich bin Jaz Parks. Mein Boss ist Vayl. Er wurde 1744 in Rumänien geboren. Dort ist er auch gestorben – umgebracht von seiner Vampirbraut Liliana. Doch das alles ist finstere Vergangenheit. Jetzt arbeitet Vayl für die CIA und macht das, was er am besten kann: Er legt Vampire um. Und ich helfe ihm dabei. Man könnte sagen, ich bin ein Hilfskiller. Aber sagen Sie das ja nicht zu laut …«
»Hi, ich bin Jaz Parks. Mein Boss ist Vayl. Er wurde 1744 in Rumänien geboren. Dort ist er auch gestorben – umgebracht von seiner Vampirbraut Liliana. Doch das alles ist finstere Vergangenheit. Jetzt arbeitet Vayl für die CIA und macht das, was er am besten kann: Er legt Vampire um. Und ich helfe ihm dabei. Man könnte sagen, ich bin ein Hilfskiller. Aber sagen Sie das ja nicht zu laut …«
Klappentext
"Eine phänomenale Serie! Jaz Parks ist meine neue Lieblingsheldin!" Charlaine Harris
"Eine phänomenale Serie: James Bond meets Dracula. Jaz Parks ist meine neue Lieblingsheldin!" Charlaine Harris
"Bond meets Dracula - nur besser!" Patricia Briggs
Über den Autor
Jennifer Rardin wurde 1965 in Evansville, Indiana geboren. Beeinflusst von den Märchen ihrer Kindheit und der nordischen Mythologie begann sie bereits mit 12 Jahren zu schreiben. Später studierte sie Englisch. „Ein Vampir ist nicht genug“ war ihr erster Roman.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Angst ist Bockmist. Denn man weiß nie, wann sie einen überfällt. Manchmal schleicht sie sich von hinten an, kichernd wie deine beste Freundin aus der siebten Klasse. Dann zieht sie dir eins über den Hinterkopf und zwingt dich in die Knie, bevor du überhaupt realisieren kannst, was dich da erwischt hat. In anderen Fällen sieht man sie kommen, wie einen kleinen Punkt am Horizont, aber man sitzt in der Falle wie ein Kanarienvogel in seinem Käfig. Alles, was man dann noch tun kann, ist, sich festzuhalten und zu hoffen, dass man nicht seekrank wird und die alten Zeitungen vollkotzt.
Als ich auf dem einsamen hölzernen Klappstuhl saß, den mein Boss Pete in seinem Büro für Besucher bereithielt, war mir schon ziemlich mulmig. Eigentlich hatte ich in der ganzen Zeit, seit ich für ihn arbeitete, noch nie solche Angst gehabt. Noch nicht einmal als ich, ungefähr zehn Stunden nach Beginn meiner ersten Mission, in mein Hotelzimmer kam und dort neben meinem Bett einen Vampir vorfand, der eine Armbrust in der Hand hielt. Meine Armbrust. Die, mit der ich ihn hatte eliminieren wollen.
Anders als in dieser Situation war das hier kein Fall, in dem ich einfach gehen und es später noch einmal versuchen konnte. Oder, wie es in Wirklichkeit der Fall gewesen war, ihn mit beiden Füßen ins Gesicht treten, damit er aus dem Gleichgewicht geriet, ihm mit der 38 er, die ich zur Sicherheit unter meinem Rock trug, die Kniescheiben wegblasen und ihn dann mit der Armbrust erledigen, die er fallen gelassen hatte, als seine Knochen brachen. In diesem Fall hier war ich gezwungen, absolut still zu sitzen und zu versuchen, nicht auf die streng geheimen Akten zu kotzen, die in zwei und stellenweise sogar drei ordentlichen Reihen Petes grünen Metallschreibtisch bedeckten. Denn obwohl ich jede Mission, auf die er mich bisher geschickt hatte, erfolgreich abgeschlossen hatte, würde Pete mich gleich hochkant rausschmeißen.
Es gab einfach keine andere Erklärung für diese Einbestellung. Der Mann, der für seinen Geiz berühmt war, hatte mich um drei Uhr morgens von Ohio aus in London angerufen, nur um mich darüber zu informieren, dass ich mir ein Erste-Klasse-Ticket zurück ins Hauptquartier besorgen solle, sobald ich meinen Auftrag erledigt hätte. Wahrscheinlich studierte er gerade die entsprechende Quittung, zusammen mit all den anderen Ausgaben von meinem letzten Auslandsaufenthalt. Er fuhr sich mit der Hand über die drei verbliebenen Haare auf seinem ansonsten kahlen Schädel, so dass sie zu Berge standen, während er konzentriert in der aufgeschlagenen Akte las, die vor ihm lag.
Ich hielt es nicht länger aus. Man erträgt es nur eine begrenzte Zeit, kahle türkisfarbene Wände, Reihen von schwarzen Metallaktenschränken und weiße Rollos anzustarren, die nie geöffnet wurden (was auch die tote Pflanze erklärte, die auf dem Tisch am Fenster stand). Mit einem alarmierenden Quietschen des Stuhls beugte ich mich vor. Kein Zweifel, ich bin das einzige Objekt in diesem Büro, das jünger ist als fünfzig.
Anhand meiner Klamotten wäre man allerdings nicht darauf gekommen. Ich war direkt aus einer Maschine der American Airlines hierhergekommen, nach einem Flug, währenddessen eine von Flugangst geplagte Witwe unaufhörlich verschiedene Partien meiner Bluse und Jacke umklammert hatte. Ich sah aus wie eine Obdachlose. Verdammte Scheiße. Wenn ich diesen Job verlor, wäre ich bald eine Obdachlose. Und das waren noch die guten Nachrichten!
"Schau, Pete, ich weiß ja, dass du mir befohlen hattest, das mit den Autounfällen zu lassen. Die Reparaturkosten sind zu hoch. Das hast du mir gesagt. Also habe ich damit aufgehört. Ich habe jetzt schon seit drei Monaten keinen >Unfall< mehr gebaut - das weißt du doch! Aber dieser letzte war einfach unausweichlich."
"Wenn ich das richtig verstanden habe, hast du dabei meinen Kollegen vom MI5 erwischt."
"Na ja, schon, aber nur weil sein Fahrer an der Verschwörung beteiligt war. Er wird es überstehen. Das hat man dir doch auch gesagt, oder? Sein Rücken wird in etwa sechs Wochen wieder heil sein."
"Ich habe gehört, es gab eine Bombe."
"Aber sie ist nicht explodiert."
"Hätte sie aber können."
Ich zuckte mit den Schultern. "Besser dort als bei der Krönung." Warte mal, das klingt ein bisschen zu locker für jemanden, der an dieser Stelle anfangen sollte zu betteln. "Aber das mit dem Auto tut mir wirklich leid. Ich habe extra eine Zusatzversicherung abgeschlossen."
"Es geht hier nicht um das Auto. Eigentlich bin ich ganz froh, dass du diesen Idioten ins Gipsbett geschickt hast. Selbstgerechter Trottel. Nein, du bist hier, weil ich einen neuen Auftrag für dich habe."
Gott, ich danke dir! Ich habe noch einen Job! Ich war kurz davor, mich zu entspannen. Was mich, wenn man meine momentane Haltung in Betracht zog, direkt auf den Boden befördert hätte. Aber Pete hatte angefangen, seine Finger knacken zu lassen. Während meiner Zeit bei ihm hatte ich schon Bleistiftkauen, Gegen-Möbel-Treten, Akten-an-die-Wand-Werfen und einen kurzen Anfall mit Duftkerzen miterlebt. Aber Fingerknacken war neu. Wachsam richtete ich mich auf und wartete.
"Hast du schon mal von Vayl gehört?", fragte Pete.
"Na ja ..." Nur vom Hörensagen. Man könnte sie fast Gerüchte nennen, so unglaubwürdig klangen diese Dinge. Wollte man den Geschichten glauben, hatte Vayl sich eine legendäre Karriere aufgebaut, und das nicht nur, weil er zu den ungefähr fünfzehn Prozent der Vampire gehörte, die es geschafft hatten, von den Menschen akzeptiert zu werden. Er war außerdem der wahrscheinlich beste Auftragskiller, den unsere Abteilung je gehabt hatte.
"Er wird dein neuer Partner." Pete wich hastig meinem Blick aus, woraus ich schloss, dass ich meine Was-zum-Teufel-soll-das-Reaktion nicht sonderlich gut unterdrückt hatte. Es folgte ein langes Schweigen, währenddessen ich versuchte, mein Schwindelgefühl unter Kontrolle zu bekommen und Pete sich mehrmals räusperte.
"Pete, ich ... Als du mich eingestellt hast, hast du mir versprochen, dass ich allein arbeiten könnte." Mein letzter Job hatte ein ganzes Team umfasst, dessen Leiter ich gewesen war. Das war nicht gut ausgegangen.
"Jasmine, Vayl hat einen Partner verlangt. Du entsprichst seinen Anforderungen. Du bist clever, hart im Nehmen, belastbar ."
Meine Lippen fühlten sich taub an. "Aha. Und?"
Er seufzte. "Und zunehmend gefährlich."
Als ich auf dem einsamen hölzernen Klappstuhl saß, den mein Boss Pete in seinem Büro für Besucher bereithielt, war mir schon ziemlich mulmig. Eigentlich hatte ich in der ganzen Zeit, seit ich für ihn arbeitete, noch nie solche Angst gehabt. Noch nicht einmal als ich, ungefähr zehn Stunden nach Beginn meiner ersten Mission, in mein Hotelzimmer kam und dort neben meinem Bett einen Vampir vorfand, der eine Armbrust in der Hand hielt. Meine Armbrust. Die, mit der ich ihn hatte eliminieren wollen.
Anders als in dieser Situation war das hier kein Fall, in dem ich einfach gehen und es später noch einmal versuchen konnte. Oder, wie es in Wirklichkeit der Fall gewesen war, ihn mit beiden Füßen ins Gesicht treten, damit er aus dem Gleichgewicht geriet, ihm mit der 38 er, die ich zur Sicherheit unter meinem Rock trug, die Kniescheiben wegblasen und ihn dann mit der Armbrust erledigen, die er fallen gelassen hatte, als seine Knochen brachen. In diesem Fall hier war ich gezwungen, absolut still zu sitzen und zu versuchen, nicht auf die streng geheimen Akten zu kotzen, die in zwei und stellenweise sogar drei ordentlichen Reihen Petes grünen Metallschreibtisch bedeckten. Denn obwohl ich jede Mission, auf die er mich bisher geschickt hatte, erfolgreich abgeschlossen hatte, würde Pete mich gleich hochkant rausschmeißen.
Es gab einfach keine andere Erklärung für diese Einbestellung. Der Mann, der für seinen Geiz berühmt war, hatte mich um drei Uhr morgens von Ohio aus in London angerufen, nur um mich darüber zu informieren, dass ich mir ein Erste-Klasse-Ticket zurück ins Hauptquartier besorgen solle, sobald ich meinen Auftrag erledigt hätte. Wahrscheinlich studierte er gerade die entsprechende Quittung, zusammen mit all den anderen Ausgaben von meinem letzten Auslandsaufenthalt. Er fuhr sich mit der Hand über die drei verbliebenen Haare auf seinem ansonsten kahlen Schädel, so dass sie zu Berge standen, während er konzentriert in der aufgeschlagenen Akte las, die vor ihm lag.
Ich hielt es nicht länger aus. Man erträgt es nur eine begrenzte Zeit, kahle türkisfarbene Wände, Reihen von schwarzen Metallaktenschränken und weiße Rollos anzustarren, die nie geöffnet wurden (was auch die tote Pflanze erklärte, die auf dem Tisch am Fenster stand). Mit einem alarmierenden Quietschen des Stuhls beugte ich mich vor. Kein Zweifel, ich bin das einzige Objekt in diesem Büro, das jünger ist als fünfzig.
Anhand meiner Klamotten wäre man allerdings nicht darauf gekommen. Ich war direkt aus einer Maschine der American Airlines hierhergekommen, nach einem Flug, währenddessen eine von Flugangst geplagte Witwe unaufhörlich verschiedene Partien meiner Bluse und Jacke umklammert hatte. Ich sah aus wie eine Obdachlose. Verdammte Scheiße. Wenn ich diesen Job verlor, wäre ich bald eine Obdachlose. Und das waren noch die guten Nachrichten!
"Schau, Pete, ich weiß ja, dass du mir befohlen hattest, das mit den Autounfällen zu lassen. Die Reparaturkosten sind zu hoch. Das hast du mir gesagt. Also habe ich damit aufgehört. Ich habe jetzt schon seit drei Monaten keinen >Unfall< mehr gebaut - das weißt du doch! Aber dieser letzte war einfach unausweichlich."
"Wenn ich das richtig verstanden habe, hast du dabei meinen Kollegen vom MI5 erwischt."
"Na ja, schon, aber nur weil sein Fahrer an der Verschwörung beteiligt war. Er wird es überstehen. Das hat man dir doch auch gesagt, oder? Sein Rücken wird in etwa sechs Wochen wieder heil sein."
"Ich habe gehört, es gab eine Bombe."
"Aber sie ist nicht explodiert."
"Hätte sie aber können."
Ich zuckte mit den Schultern. "Besser dort als bei der Krönung." Warte mal, das klingt ein bisschen zu locker für jemanden, der an dieser Stelle anfangen sollte zu betteln. "Aber das mit dem Auto tut mir wirklich leid. Ich habe extra eine Zusatzversicherung abgeschlossen."
"Es geht hier nicht um das Auto. Eigentlich bin ich ganz froh, dass du diesen Idioten ins Gipsbett geschickt hast. Selbstgerechter Trottel. Nein, du bist hier, weil ich einen neuen Auftrag für dich habe."
Gott, ich danke dir! Ich habe noch einen Job! Ich war kurz davor, mich zu entspannen. Was mich, wenn man meine momentane Haltung in Betracht zog, direkt auf den Boden befördert hätte. Aber Pete hatte angefangen, seine Finger knacken zu lassen. Während meiner Zeit bei ihm hatte ich schon Bleistiftkauen, Gegen-Möbel-Treten, Akten-an-die-Wand-Werfen und einen kurzen Anfall mit Duftkerzen miterlebt. Aber Fingerknacken war neu. Wachsam richtete ich mich auf und wartete.
"Hast du schon mal von Vayl gehört?", fragte Pete.
"Na ja ..." Nur vom Hörensagen. Man könnte sie fast Gerüchte nennen, so unglaubwürdig klangen diese Dinge. Wollte man den Geschichten glauben, hatte Vayl sich eine legendäre Karriere aufgebaut, und das nicht nur, weil er zu den ungefähr fünfzehn Prozent der Vampire gehörte, die es geschafft hatten, von den Menschen akzeptiert zu werden. Er war außerdem der wahrscheinlich beste Auftragskiller, den unsere Abteilung je gehabt hatte.
"Er wird dein neuer Partner." Pete wich hastig meinem Blick aus, woraus ich schloss, dass ich meine Was-zum-Teufel-soll-das-Reaktion nicht sonderlich gut unterdrückt hatte. Es folgte ein langes Schweigen, währenddessen ich versuchte, mein Schwindelgefühl unter Kontrolle zu bekommen und Pete sich mehrmals räusperte.
"Pete, ich ... Als du mich eingestellt hast, hast du mir versprochen, dass ich allein arbeiten könnte." Mein letzter Job hatte ein ganzes Team umfasst, dessen Leiter ich gewesen war. Das war nicht gut ausgegangen.
"Jasmine, Vayl hat einen Partner verlangt. Du entsprichst seinen Anforderungen. Du bist clever, hart im Nehmen, belastbar ."
Meine Lippen fühlten sich taub an. "Aha. Und?"
Er seufzte. "Und zunehmend gefährlich."
Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Angst ist Bockmist. Denn man weiß nie, wann sie einen überfällt. Manchmal schleicht sie sich von hinten an, kichernd wie deine beste Freundin aus der siebten Klasse. Dann zieht sie dir eins über den Hinterkopf und zwingt dich in die Knie, bevor du überhaupt realisieren kannst, was dich da erwischt hat. In anderen Fällen sieht man sie kommen, wie einen kleinen Punkt am Horizont, aber man sitzt in der Falle wie ein Kanarienvogel in seinem Käfig. Alles, was man dann noch tun kann, ist, sich festzuhalten und zu hoffen, dass man nicht seekrank wird und die alten Zeitungen vollkotzt.Als ich auf dem einsamen hölzernen Klappstuhl saß, den mein Boss Pete in seinem Büro für Besucher bereithielt, war mir schon ziemlich mulmig. Eigentlich hatte ich in der ganzen Zeit, seit ich für ihn arbeitete, noch nie solche Angst gehabt. Noch nicht einmal als ich, ungefähr zehn Stunden nach Beginn meiner ersten Mission, in mein Hotelzimmer kam und dort neben meinem Bett einen Vampir vorfand, der eine Armbrust in der Hand hielt. Meine Armbrust. Die, mit der ich ihn hatte eliminieren wollen.Anders als in dieser Situation war das hier kein Fall, in dem ich einfach gehen und es später noch einmal versuchen konnte. Oder, wie es in Wirklichkeit der Fall gewesen war, ihn mit beiden Füßen ins Gesicht treten, damit er aus dem Gleichgewicht geriet, ihm mit der 38 er, die ich zur Sicherheit unter meinem Rock trug, die Kniescheiben wegblasen und ihn dann mit der Armbrust erledigen, die er fallen gelassen hatte, als seine Knochen brachen. In diesem Fall hier war ich gezwungen, absolut still zu sitzen und zu versuchen, nicht auf die streng geheimen Akten zu kotzen, die in zwei und stellenweise sogar drei ordentlichen Reihen Petes grünen Metallschreibtisch bedeckten. Denn obwohl ich jede Mission, auf die er mich bisher geschickt hatte, erfolgreich abgeschlossen hatte, würde Pete mich gleich hochkant rausschmeißen.Es gab einfach keine andere Erklärung für diese Einbestellung. Der Mann, der für seinen Geiz berühmt war, hatte mich um drei Uhr morgens von Ohio aus in London angerufen, nur um mich darüber zu informieren, dass ich mir ein Erste-Klasse-Ticket zurück ins Hauptquartier besorgen solle, sobald ich meinen Auftrag erledigt hätte. Wahrscheinlich studierte er gerade die entsprechende Quittung, zusammen mit all den anderen Ausgaben von meinem letzten Auslandsaufenthalt. Er fuhr sich mit der Hand über die drei verbliebenen Haare auf seinem ansonsten kahlen Schädel, so dass sie zu Berge standen, während er konzentriert in der aufgeschlagenen Akte las, die vor ihm lag.Ich hielt es nicht länger aus. Man erträgt es nur eine begrenzte Zeit, kahle türkisfarbene Wände, Reihen von schwarzen Metallaktenschränken und weiße Rollos anzustarren, die nie geöffnet wurden (was auch die tote Pflanze erklärte, die auf dem Tisch am Fenster stand). Mit einem alarmierenden Quietschen des Stuhls beugte ich mich vor. Kein Zweifel, ich bin das einzige Objekt in diesem Büro, das jünger ist als fünfzig.Anhand meiner Klamotten wäre man allerdings nicht darauf gekommen. Ich war direkt aus einer Maschine der American Airlines hierhergekommen, nach einem Flug, währenddessen eine von Flugangst geplagte Witwe unaufhörlich verschiedene Partien meiner Bluse und Jacke umklammert hatte. Ich sah aus wie eine Obdachlose. Verdammte Scheiße. Wenn ich diesen Job verlor, wäre ich bald eine Obdachlose. Und das waren noch die guten Nachrichten!"Schau, Pete, ich weiß ja, dass du mir befohlen hattest, das mit den Autounfällen zu lassen. Die Reparaturkosten sind zu hoch. Das hast du mir gesagt. Also habe ich damit aufgehört. Ich habe jetzt schon seit drei Monaten keinen >Unfall< mehr gebaut - das weißt du doch! Aber dieser letzte war einfach unausweichlich.""Wenn ich das richtig verstanden habe, hast du dabei meinen Kollegen vom MI5 erwischt.""Na ja, schon, aber nur weil sein Fahrer an der Verschwörung beteiligt war. Er wird es überstehen. Das hat man dir doch auch gesagt, oder? Sein Rücken wird in etwa sechs Wochen wieder heil sein.""Ich habe gehört, es gab eine Bombe.""Aber sie ist nicht explodiert.""Hätte sie aber können."Ich zuckte mit den Schultern. "Besser dort als bei der Krönung." Warte mal, das klingt ein bisschen zu locker für jemanden, der an dieser Stelle anfangen sollte zu betteln. "Aber das mit dem Auto tut mir wirklich leid. Ich habe extra eine Zusatzversicherung abgeschlossen.""Es geht hier nicht um das Auto. Eigentlich bin ich ganz froh, dass du diesen Idioten ins Gipsbett geschickt hast. Selbstgerechter Trottel. Nein, du bist hier, weil ich einen neuen Auftrag für dich habe."Gott, ich danke dir! Ich habe noch einen Job! Ich war kurz davor, mich zu entspannen. Was mich, wenn man meine momentane Haltung in Betracht zog, direkt auf den Boden befördert hätte. Aber Pete hatte angefangen, seine Finger knacken zu lassen. Während meiner Zeit bei ihm hatte ich schon Bleistiftkauen, Gegen-Möbel-Treten, Akten-an-die-Wand-Werfen und einen kurzen Anfall mit Duftkerzen miterlebt. Aber Fingerknacken war neu. Wachsam richtete ich mich auf und wartete."Hast du schon mal von Vayl gehört?", fragte Pete."Na ja ..." Nur vom Hörensagen. Man könnte sie fast Gerüchte nennen, so unglaubwürdig klangen diese Dinge. Wollte man den Geschichten glauben, hatte Vayl sich eine legendäre Karriere aufgebaut, und das nicht nur, weil er zu den ungefähr fünfzehn Prozent der Vampire gehörte, die es geschafft hatten, von den Menschen akzeptiert zu werden. Er war außerdem der wahrscheinlich beste Auftragskiller, den unsere Abteilung je gehabt hatte."Er wird dein neuer Partner." Pete wich hastig meinem Blick aus, woraus ich schloss, dass ich meine Was-zum-Teufel-soll-das-Reaktion nicht sonderlich gut unterdrückt hatte. Es folgte ein langes Schweigen, währenddessen ich versuchte, mein Schwindelgefühl unter Kontrolle zu bekommen und Pete sich mehrmals räusperte."Pete, ich ... Als du mich eingestellt hast, hast du mir versprochen, dass ich allein arbeiten könnte." Mein letzter Job