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Ein Ufo, dachte sie: Roman
 
 
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Ein Ufo, dachte sie: Roman [Taschenbuch]

Xiaolu Guo , Anne Rademacher
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (13. Juni 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442742277
  • ISBN-13: 978-3442742271
  • Originaltitel: Ufos in Her Eyes
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,8 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 466.365 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Xiaolu Guo
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

„Ein eminent lustiges Buch und eine liebevolle Satire. Indem es die bürokratische Umständlichkeit der ermittelnden Beamten auf die deftige Sprache und die derben Sitten der Dorfbewohner prallen lässt, zeigt es die Lücken und Risse im gesellschaftlichen Gefüge. Guos Satire erinnert an grosse russische Vorbilder aus dem 19. Jahrhundert. Die Autorin pflegt hier einen sparsamen und doch differenzierten Stil und verleiht jeder Figur eine eigene Stimme.“ (NZZ am Sonntag )

Kurzbeschreibung

Eine herrliche Satire auf den Fortschrittsglauben in China und anderswo.

Eine junge Bäuerin aus der hintersten Ecke Chinas widerfährt eines Morgens etwas Unglaubliches: Sie sieht ein Ufo und entdeckt in einem Reisfeld einen verletzten Alien. Nachdem sie sich von ihrem Schrecken erholt hat, leistet sie ungeachtet aller Gesetze und Regeln Erste Hilfe. Am nächsten Tag ist der Alien allerdings spurlos verschwunden. Doch damit geht die Geschichte erst richtig los.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Regina Károlyi (Media-Mania) TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Aufgemacht ist der Roman wie ein Polizeibericht, Akte folgt auf Akte, ergänzt von ein paar Dokumenten. Von Anfang an hört man den Amtsschimmel kräftig wiehern, so wie man es wohl in jedem Land erwarten würde, denn an steifer, staubiger Bürokratie mangelt es unter anderem auch den deutschsprachigen Ländern nicht. Reizvoll für den westlichen Leser ist natürlich die Parodie auf die chinesische Amtlichkeit, auf absurde Verordnungen, etwa, dass die Bäuerin Kwok Yun gesetzeswidrig handelt, wenn sie einem Fremden bei sich zu Hause Erste Hilfe leistet, die gegenseitige Anschwärzung der beteiligten Agenten bei ihren Vorgesetzten, der völlig absurde Fünfjahresplan der Ortsvorsteherin, der das Dorf in eine blühende Industriestadt nach dem Vorbild der großen chinesischen Metropolen verwandeln soll ' und wird! ' und dessen katastrophale Auswirkungen auf das eigentlich intakte, wenn auch arme Gemeinwesen sowie die allgegenwärtige Konfrontation mit der chinesischen Geschichte samt hausgemachten Hungersnöten.
Hinter dem pechschwarzen Humor, der den Roman würzt, ahnt der Leser auch eine gewisse Traurigkeit. So richtig lachen kann man bei der Lektüre nicht, das Lachen bleibt im Hals stecken, denn der Realitätsbezug bleibt evident. Und der Umstand, dass die Autorin diese Geschichte in die Jahre 2012 bis 2015 verlegt hat, zeigt auf, dass sie wenig Hoffnung auf Besserung sieht.
Die Charaktere der bedeutendsten Personen im Dorf werden, freilich aus Sicht anderer Dorfbewohner und durch den erwähnten Amtsschimmel gefiltert, lebendig und herrlich originell dargestellt. Amüsant sind sie und tragisch, und nicht nur die Älteren werden von den lawinenartig hereinbrechenden Ereignissen und Entwicklungen zum Straucheln oder gar zu Fall gebracht.

"Ein Ufo, dachte sie" kann man als Satire auf das moderne China oder auf den Fortschritt generell auffassen, auf Bürokratie und blinden Ehrgeiz, auf die Ohnmacht des Einzelnen in einer sich rasant bewegenden Gesellschaft. Mit Witz und Biss zeigt die Autorin auf, wie Bürokratie, Amtseifer und blinder Ehrgeiz aus einer Mücke einen Elefanten machen können, einen ziemlich wilden und unbeherrschbaren Elefanten. Eine zugleich amüsante und tiefgründige Lektüre!
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Von W. Kander
Format:Gebundene Ausgabe
Wer sich für China, die Chinesen und auch für Science Fiction oder Fantasy gleichermaßen begeistern kann, greift bei diesem Titel zu. Die Enttäuschung folgt beim Lesen: Ein sehr abgelegenes Dorf wird von einer bis zum Ende unaufgeklärten Erscheinung überrascht, in deren Gefolge auch noch ein von einer Schlange gebissener sehr großer Mann, der zum Alien gestempelt wird, erscheint; dies reißt das Dorf aus seiner jahrhundertealten Gleichmäßigkeit.
Das Ereignis wird gemeldet und eine lange Kette von verschiedenen Vernehmungen der unaufgeklärten Dorfbewohner folgt. Diese leben nur in ihren eigenen engen Vorstellungen von der Welt, nämlich ihrem Dorf, und können auch nicht weiter denken. Mag die Ausdrucksweise bei den Befragungen vielleicht ein wenig amüsieren, zu schmunzeln oder gar zu lachen gibt es da nichts.
Hat man sich bis zum Ende durchgekämpft, erfasst man den Sinn des ganzen Romans: Zwei eng aufeinander folgende Ereignisse reißen ein Dorf mit seinen Bewohnern aus dem verschlafenen Spätmittelalter in die Moderne nach Mao mit all den zweifelhaften Errungenschaften unserer heutigen Welt bis hin zu einer Handyfabrik nahe dem zur "Stadt" aufgestiegenen Dorf.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von FolkZeQuè TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Xiaolu Guos Roman »Ein UFO, dachte sie« spielt in einem abgelegenen chinesischen Dorf im Jahre 2012. Von der Modernisierung der letzten Jahrzehnte ist hier nicht viel zu merken. Das jedoch ändert sich, als die Bäuerin Kwok Yun eines Mittags ein UFO am Horizont sieht. Als sie aus ihrer Ohnmacht erwacht, findet sie einen verletzten Fremden. Sie hilft ihm, dann verschwindet er spurlos - und schickt als Dank für seine Rettung einen Scheck über 2000 US$. Und zwar nicht aus dem fernen All, sondern den USA.
Fortan ist in dem Nest allerlei Trubel angesagt. Nicht nur die Polizei rollt an, um in Silberberg nach dem Rechten zu sehen, sondern ebenso eine durch den Scheck entfachte Modernisierungswelle; doch bringt der Fortschritt wirklich nur Gutes in einem kleinen Provinzkaff, in dem die Bevölkerung alt(eingesessen) ist und nur wenige lesen und schreiben können?

Der Roman ist durchgängig im Protokollstil gehalten. Am Anfang eines jeden Kapitels steht somit jeweils ein Protokollkopf, anschließend verhören die nach Silberberg entsandten Polizisten pro Kapitel einen der Dorfbewohner zum Sachverhalt. Das alles ist in einem angenehmen Schreibstil gehalten, kommt hin und wieder auch recht witzig rüber (besonders die etwas eigentümlichen Flüche der »Landbevölkerung«, die in den Protokollen nachträglich geschwärzten Zeilen und die ausschweifenden Erzählungen der Befragten über die großen Höhepunkte in der Geschichte Silberbergs - was natürlich alles unsägliche Banalitäten sind), insgesamt verläuft der Plot aber etwas ziellos. Durch den Protokollstil bleiben sowohl die Befragten als auch die Befragenden recht blass, was für die Geschichte allerdings nicht wirklich störend ist, da es mehr um den Modernisierungsprozess geht. Der bleibt etwas skizziert, das Anliegen wird aber deutlich, sodass sich jeder selbst Gedanken machen kann. Eine Moralkeule oder den erhobenen Zeigefinger gibt es nämlich an keiner Stelle des Buches.

Das hätte ich aber auch nicht anders erwartet, da es sich bei Xiaolu Guo um eine meiner Lieblingsautorinnen chinesischer Literatur handelt. Nachdem mich »Stadt der Steine« sowie »Kleines Wörterbuch für Liebende« völlig und »20 fragments of a ravenous youth« immerhin noch zu Großteilen begeistern konnten, sind von mir jedoch nicht mehr als drei Sterne drin.

»Ein UFO, dachte sie« ist kein schlechter Roman, aber eben auch kein besonders hervorzuhebender. Wer sich auf spaßige Weise mit den Schattenseiten von Modernisierungsprozessen beschäftigen will und dazu eine Vorliebe für China hat, der sollte aber mal reinlesen.
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