Die Serie "Wallander", die im Hörverlag erscheint, bietet die Fälle der gleichnamigen schwedischen Krimiserie nach Vorlagen von Henning Mankell als Hörspielbearbeitung. Wer bisher Rolf Lassgård beziehungsweise dessen deutsche Stimme Douglas Welbat für den einzig echten TV-Wallander hielt, darf beruhigt sein - auch Axel Milberg, der hier dem schwedischen Wallander-Darsteller Krister Henriksson seine Stimme leiht, macht seine Sache ganz ausgezeichnet. Überhaupt sind alle Sprecher wirklich grandios; hier hat die Umsetzung von einer Fernsehserie zu einem Hörspiel auf jeden Fall Sinn gemacht, denn das Stück wirkt extrem lebendig, Kino für die Ohren quasi.
Die Umsetzung der schwedischen Drehbuchvorlage ist Regisseur Sven Stricker perfekt gelungen. Die ganze Produktion ist sehr atmosphärisch; charakteristisch ist, dass bei vielen Szenen mehrere Leute gleichzeitig sprechen oder dass Gesprochenes und Gedanken sich überlappen, das erweckt den Eindruck noch größerer Authentizität. Als guter Griff erweist sich auch Andreas Fröhlich als Erzähler; er verleiht der Story den nötigen Rahmen und zeigt uns hier stimmlich einmal seine düstere Seite, fast flüsternd spricht er und schafft so eine Atmosphäre von Heimlichkeit und Bedrückung, die ja typisch ist für die Geschichten von Henning Mankell.
Der Kriminalfall selbst ist spannend und logisch aufgebaut, zwar nicht gerade genial, aber, typisch für den Autor, gnadenlos menschlich und auch ein wenig trostlos. Wichtig sind wie immer die zwischenmenschlichen Dinge, die hier hineinspielen - Wallanders Tochter Linda liegt im Clinch mit ihrem Mitbewohner Stefan, Nyberg sucht ein Pflegeheim für seine Mutter, und Kurt Wallander fühlt sich immer noch furchtbar einsam. All dies wird subtil vermittelt, spricht aus den Stimmen, aus der Musik, den Geräuschen, so dass sich ein absolut rundes Ganzes ergibt.
Die Hörspielreihe Wallander ist wirklich sehr empfehlenswert für Fans von Henning Mankell, es sind sehr starke und mitreißende Produktionen. Wer die TV-Serie schon kennt, dürfte die Fälle allerdings nicht mehr interessant finden, da die Auflösung dann ja bereits bekannt ist. Einziger Kritikpunkt ist der hohe Preis von knapp 15 Euro für eine einzige CD, der auch mit der hochwertigen Aufmachung - stabiles Cover zum Aufklappen, eingeklebtes Booklet - nicht ganz zu rechtfertigen ist.