So Schön!!! Die kurzen 92 Seiten sind schnell umrissen: Alice findet eines Morgens ihren Mann Jules tot und friedlich auf dem Sofa sitzend. Vorher hat er noch, wie seit Jahren ihr Ritual, den Frühstückstisch gedeckt und Kaffee gemacht. Alice reagiert nicht panisch oder hektisch, nein, sie nimmt Abschied, sie kann sich nicht vorstellen, dass sofort wildfremde Leute - Ärzte, Bestatter - an Herrn Jules herumzerren, sie hat ihm doch noch einiges zu sagen. Einziges Problem: David, der autistische Nachbarsjunge der jeden Tag Punkt 10 eine Partie Schach mit Herrn Jules spielt. Ausladen gelingt nicht, macht auch nichts, David reagiert ganz "normal" und stellt sachlich fest, dass auf dem Sofa Herrn Jules Hülle sitzt, Herr Jules selbst wohl fort sei. Ja und dann nimmt Alice ihren Mann in sich auf, sie erzählt ihm von längst vergangenen Dingen, Dinge die immer ungesagt blieben. Irgendwann weiß sie, sie kann "die Hülle" gehen lassen, Herr Jules lebt in ihr weiter, in ihrem Herzen bewahrt. Nein, man braucht keine Taschentücher, aber trotzdem ist die Erzählung so anrührend, einfach nur schöön!