Von der Chronologie her gehört dieser Band der "Lost- Years- Saga" zwischen "Die verlorenen Jahre" und "Eine Flagge voller Sterne", und nachdem sich J.M. Dillard und Brad Ferguson in ihren Büchern hauptsächlich den weiteren Werdegang Kirks und auch Spocks und McCoys thematisieren, wird dem Leser hier nahe gebracht, was aus den anderen Mitgliedern der Brückencrew wird.
Das Autorinnen- Team L.A.Graf (= "Let`s All Get Rich And Famous!") versetzt Chekov, Sulu und Uhura aufs Neue in einen schier atemberaubenden Albtraum.
Sulu, der als Testpilot höchst geheime Experimente mit der romulanischen Tarnvorrichtung durchführt, wird als Hochverräter verhaftet.
Und Chekov wird der Mord an dem früheren Bordarzt der Enterprise, Dr. Mark Piper zur Last gelegt.Piper hatte bei seinem ebenso geheimen Forschungsprojekt über klingonische Intervaller auf die Erfahrung des Ex- Navigators und frisch gebackenen Sicherheitskadetten zurück gegriffen.
Diesen Entwicklungen droht auch die Reputation Admiral James T.Kirks zum Opfer zu fallen.
So sind alle Mitglieder der Enterprise-Crew fieberhaft damit beschäftigt, Licht in dieses hochbrisante Szenario zu bringen.
Dies ist in gewohntem L.A.Graf- Stil ein packender Thriller, in dem einer Verwicklung die nächste folgt.
Nach drei vorhergehenden Romanen haben die Autorinnen hier das Tempo etwas gedrosselt, so dass sich die Handlung besser entfalten kann und der Leser nicht in atemberaubendem Tempo durch die Kapitel gehetzt wird.
Sehr angenehm ist auch die Rolle Kirks, dessen Nimbus nicht mehr so übertrieben bombastisch ausfällt, wie in "Feuersturm", "Die Eisfalle" und "Der Saboteur".
(Man lese diesen Roman vor den drei anderen, denn er setzt chronologisch vor ihnen ein).
Hier begegnet Kirk dem Leser eher wie durch die Sicht eines Aussenstehenden und nicht so vertraut wie sonst.
Die Freundschaft zwischen Chekov, Sulu und Uhura wird sehr schön geschildert, und ein weiterer Pluspunkt kommt hinzu:Von Spock abgesehen tauchen wirklich ALLE auf in diesem Roman- Sarek, McCoy, Scotty,Rand, Riley, Capel und sogar Kyle findet Erwähnung.
Negativ anzumerken ist so mancher sprachlicher Lapsus. Immer wieder tauchen merkwürdig anmutende Satzkonstrukte auf, bei denen es sich im englischen Original möglicherweise um eine gelungene Variante sprachlichen Ausdrucks handelt, die aber in der Übersetzung eher schwurbelig klingen.Ein Beispiel:"Als sie den Zugang zu Deck drei über sich sahen, hatten Chekovs Beine den Punkt bleierner Taubheit erreicht, die auf der anderen Seite der Erschöpfung gelauert hatte."(häh?)
Davon abgesehen ist dieser Roman ein Fest für alle Fans des Trios Chekov, Sulu und Uhura!