Am Morgen, nachdem Stephen Maxie, Sohn des Hauses, Sally Jupp, Hausangestellte und ledige Mutter, einen Heiratsantrag gemacht hat, wird diese erwürgt aufgefunden, und nicht nur Mitglieder der Familie sind erleichtert darüber.
Ach, diese gemütlichen englischen Krimis. Ein Herrenhaus, dessen Bewohner neben der Tradition ihren Dünkel pflegen. Freunde des Hauses sind der Pfarrer (immer!) und andere angesehene Personen, deren Moral wie Gottesgebot scheint. In der Küche werkelt eine treu ergebene Perle. Die Besitzerfamilie wäre natürlich über jeden Verdacht erhaben, würde man nicht irgendwo die Leiche finden ... und zum Schluss versammelt der Detektiv / Polizist alle Verdächtigen in einem Raum und zeigt mit dem Finger auf einen von ihnen.
Nein, der Blutdruck schnellt beim Lesen dieser Krimis nicht in die Höhe; ihr Erzähltempo ist gemächlich, bewegt sich parallel der Grenze zur Langatmigkeit (eine Grenze, die P. D. James in späteren Bänden der Reihe gern überschreitet) und lässt viel Platz zum Miträtseln. Dagliesh steht als Ermittler und Person nicht im Vordergrund, was auch dem Genre und der Entstehungszeit des Buches entspricht: Die Figur des Detektivs wurde durch einige Eckpunkte umrissen; eine schärfere Charakterisierung u.a. durch einen privaten Hintergrund wurde erst ein bis zwei Jahrzehnte später üblich.
Geschrieben werden Krimis dieser Art heute eher nicht mehr, aber es bleibt ein nettes Vergnügen, sie zu lesen. Nicht mehr und nicht weniger.