Es beginnt wie im Märchen. Ein Fotograf lernt in Paris Phillip Dean, einen vermögenden Amerikaner, kennen. Gemeinsam reisen sie nach Dijon. Dort begegnen sie der achtzehnjähngen Franzosin Anne-Marie. Dean verliebt sich die schöne Frau. Das junge Paar bricht zu einer Reise quer durch Frankreich auf; die der Autor des Buches den Leser haargenau miterleben läßt. James Salter muß eine Leidenschaft für Frankreich besitzen, anders sind seine eingehenden und schönen Landschaftsdarstellungen nicht zu erklären. Jeder einzelne Stein ist beschrieben, jeder Geruch, jeder Windzug, jede Bewegung wird bis ins kleinste Detail wiedergegeben. Die Ausführlichkeit, die diesen Roman wie ein roter Faden durchzieht, scheint unübertrefflich. Sie dient James Salter als Lenkrad, das die Gedanken des Lesenden steuert. Dennoch wird sie überflügelt: Das, was nicht beschrieben werden kann, läßt James Salter den Leser fühlen. So wird der Leser ungewollt zum Voyeur. Er wehrt sich nicht dagegen. Warme Haut zum Greifen nahe sitzt er wie ein unsichtbarer Beobachter auf der Bettkante und schaut Phillip Dean und Anne-Marie beim Liebesakt zu. Sie lieben sich achtmal, neunmal, zehnmal und nicht eir einzige Berührung bleibt unbeschrieben. Das ist pures Frankreich, das ist pure Liebe. Die Liebe, die das junge Paar vereint, scheint auf den ersten Blick ein Spiel zu sein. Erst auf den letzten Seiten begreift man, daß diese Liebe viel mehr als ein Zeitvertreib ist: Sie ist leidenschaftlich, tiefgründg und sie gipfelt im Tod. Was wie ein Märchen begonnen hat, endet wie ein Drama; typisch für eine amerikanischem Roman. Erst wenn man zwischen den Zeilen liest, wir bewußt, daß dieses Buch keine Seifenoper ist, die aus Amerika über den großen Teich geschwommen kommt. Nichts wirkt kitschig oder fern jeglicher Realität. Dieses Buch ist ausgereifte Kunst: kein Zeitvertreib.