Dieses Buch passt eigentlich mehr in das 19. Jahrhundert, als in die Mitte des 20. Jahrhunderts, in dem es geschrieben wurde. Zwei Britten, ein Verkäufer in einem Modeladen und ein Mitarbeiter einer Botschaft beschließen mit völlig unzureichenden Mitteln und völlig unzureichender Ausbildung von London nach Afgahnistan aufzubrechen, um dort einen unbekannten Berg zu besteigen, der selbst für dortige Verhältnisse im absoluten Nichts liegt.
Nach dieser Inhaltsangabe kann man dass alles eigentlich nur für einen Roman halten, aber nein, Newby gibt hier tatsächlich eigene Erfahrungen wieder, und so hat er ganz nebenbei einen der großen Klassiker der Reiseliteratur geschrieben. Es ist extrem unterhaltsam, wie beide gegen Mensch, Natur, Bürokratie und andere Unglücksfälle kämpfen. Schließlich der Höhepunkt: Die Besteigung des Berges, man kämpft auch noch mit der eigenen Physis, vielleicht hätte man das Bergsteigen ja doch noch etwas mehr üben sollen, als nur durch einen kurzen Ausflug nach Wales, aber schließlich ist man ja Engländer, und als solcher gibt man ja nicht so leicht auf. "Dilettante Travellers" in jeder Hinsicht.
Auf der anderen Seite gibt es dann wieder spannende Einsichten in die Bewohner und die Geschichte der Landschaften, die durchquert werden. Man erfährt viel über ein Land, dessen Geschichte aus mehr besteht als nur Mudschaheddin und Taliban besteht. Man erfährt auch, dass sich diese Geschichte im Laufe der Jahrhunderte öfters wiederholt.
Wenn Sie Reiseliteratur noch nicht mögen: Nach diesem Buch werden Sie sich dafür interessieren. Ein wahres Abenteuer. Über die Qualität der Ausgabe im Rahmen der Anderen Biblothek braucht man nur eines zu sagen: Wie immer ein Genuss, es in den Händen zu halten.