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Ein Spaziergang im Hindukusch. Die Andere Bibliothek
 
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Ein Spaziergang im Hindukusch. Die Andere Bibliothek [Taschenbuch]

Eric Newby
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 355 Seiten
  • Verlag: Eichborn (Februar 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821845104
  • ISBN-13: 978-3821845104
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 13 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 512.025 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Durchs wilde Nuristan
Eric Newby unternimmt einen Spaziergang im Hindukusch
Was macht ein Londoner Kleiderverkäufer auf einem Sechstausender im Hindukusch? Antwort erhält, wer Eric Newbys 1958 erschienenen Reisebericht «Ein Spaziergang im Hindukusch» zur Hand nimmt. Das Buch ist so köstlich, dass man sich fragt, weshalb es erst jetzt übersetzt wurde. Es hält, was der tiefstapelnde Titel verspricht: jede Menge Ironie und kein Gran verbissenes Imponiergehabe. Dabei war die Besteigung des 6059 Meter hohen Mir Samir in Nuristan, im Nordosten Afghanistans, alles andere als ein Spaziergang. Für Newby war es der willkommene Anlass, sich vom elterlichen Modegeschäft zu verabschieden und ein Buch zu schreiben (heute ist Newby 83 und zählt zu den besten Reiseschriftstellern). Sein Reisegefährte Hugh Carless, Diplomat, griff Newbys Vorschlag so begierig auf, wie er jedem Ruf gefolgt wäre, solange er ihn nur vom Bürotisch weg- und an die frische Luft brachte. Die Komik des Buches resultiert in erster Linie aus dem schon direkt verantwortungslosen Amateurismus der beiden – Newby, Mitte dreissig, war immerhin verheiratet und hatte Kinder. Vom Bergsteigen hatten sie nur die allerfernste Vorstellung, in letzter Minute erworben während eines Schnellkurses an einem walisischen Hügel. Auch waren sie in einer körperlichen Verfassung, die unmöglich als gut hätte bezeichnet werden können. Als die Ausrüstung verpackt wurde, wusste Newby in vielen Fällen nicht, wie die Gegenstände hiessen noch wozu sie dienten. Einen Bergführer suchten sie in Kabul vergeblich. Sie machten dieses nicht unerhebliche Handicap durch eine Broschüre mit dem Einmaleins des Kletterns wett, die sie jeweils in kritischen Momenten am Berg konsultierten. Es ist ein kleines Wunder, dass die beiden nicht ums Leben kamen. Gelegenheiten ergaben sich in Hülle und Fülle, wenngleich Newbys Ton so bescheiden und lakonisch ist, dass die Gefahren kleiner erscheinen, als sie tatsächlich waren. Trotz aller Zurückhaltung sind die Schilderungen noch immer haarsträubend genug. Den Gipfel des Mir Samir verfehlte das clowneske Paar um nur gerade zweihundert Meter. Dass sie überhaupt so weit kamen, war ihrer Zähigkeit und einer guten Portion Glück zuzuschreiben. «Ein Spaziergang im Hindukusch» ist nur zum kleineren Teil ein Buch über eine misslungene Gipfelstürmerei. Anreise und Rückkehr, zu Fuss mit Saumpferden, waren sehr strapaziös und beanspruchten die meiste Zeit der Expedition. Newby entwirft vergnügliche Charakterskizzen seiner Begleiter und zeigt grosses Interesse an der einheimischen Bevölkerung. Seine Eindrücke von Land, Leuten und Sitten verraten eine hervorragende Beobachtungsgabe, sie sind erfrischend direkt und wohltuend unbeleckt von multikulturellem Relativismus. Irritation und Missbilligung wird immer wieder freier Lauf gelassen. Ein «Argloser im Ausland» in der Art von Mark Twain ist Newby keineswegs. Das zeigen auch die geschichtlichen Exkurse, die eine Vorstellung davon geben, wie es zur Völkervielfalt in diesen afghanischen Talschaften kam und wie Emir Abdur Rahman 1895 aus dem «heidnischen» Kafiristan durch blutige Zwangsbekehrungen das muslimische Nuristan machte. In der Geschichte der Reiseschriftstellerei – ein urenglisches literarisches Genre – markiert «Ein Spaziergang im Hindukusch» einen Wendepunkt. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als unbekannte Gebiete allmählich knapp und eigentliche Forschungsfahrten selten wurden, haftete Expeditionsreisenden und ihren Berichten noch etwas Heroisches an. Seither haben sich Massen- und Individualtourismus über den Globus ausgebreitet. Auch wer beschwerliche Reisen in abgelegene Regionen unternimmt, kann nicht mehr als Pionier auftreten. Diese Veränderungen kristallisieren sich aufs Schönste auf den letzten Seiten von Newbys Buch. Zufällig begegnen die beiden erschöpften «Forschungsreisenden», wie sie sich grinsend nennen, dem legendären Arabien-Reisenden Wilfred Thesiger – «ein bemerkenswertes Relikt des viktorianischen Zeitalters . . . zäh wie Leder, in einem alten Tweedjackett, wie es von Eton-Schülern getragen wird» –, der in Afghanistan Artefakte für das British Museum sammelte. Er lädt die beiden hungrigen und abgezehrten Landsleute grossmütig zum Hähnchenessen und Übernachten ein. Als Newby und Carless auf dem felsigen Boden ihre aufblasbaren Luftmatratzen ausbreiten, entfährt es Thesiger: «Mein Gott, was seid ihr nur für Schwächlinge!» Die Schilderung dieser Begegnung ist eine augenzwinkernde Selbstbezichtigung und kratzt subtil an Thesigers Status. Sie vermittelt auch eine gute Vorstellung vom Humor und vom Witz, die den Autor dieses höchst amüsanten und überdies lehrreichen Buchs so sympathisch machen.

Georg Sütterlin

Kurzbeschreibung

Im Frühjahr 1956 erreichte Eric Newby, der in einem Haute-Couture-Salon im Londoner Westend arbeitete, ein Telegramm aus Rio de Janeiro: "Kannst du im Juni mit nach Nuristan reisen?" Der Absender war ein Freund Newbys, ein berüchtigter Exzentriker im diplomatischen Dienst Ihrer Majestät. Es war genau der richtige Moment für zwei Verrückte, um ins Innere von Afghanistan vorzudringen. Die britische Armee hatte das Land verlassen, ebenso wie Jahrhunderte zuvor Dschingis Khan und Timur, und die Rucksacktouristen waren noch nicht angekommen, ganz abgesehen von den russischen Panzern und den fanatischen Taliban. Niemand wollte von dieser gottverlassenen Region etwas wissen. Das Ziel der beiden, die vom Bergsteigen keine Ahnung hatten, war ein Sechstausender im Hindukusch. Sie stolperten über reißende Bergflüsse und eisige Pässe am Ende der Welt, litten an Hunger, Dysenterie, Insektenfraß und glühender Hitze. Dabei legten sie einen Humor an den Tag, der vor keiner Katastrophe versagte. Ihr Masochismus mischte sich mit guter Laune und poetischem Entzücken: "Selten in meinem Leben hat mich ein so ekstatisches Glücksgefühl erfüllt", schreibt Newby am Ende der gescheiterten Expedition. Auf diese Weise ist ein Klassiker der englischen Reiseliteratur entstanden. Ganz nebenbei stellt sich heraus, daß der stoische Held die Sprache der Eingeborenen spricht und über enorme Geschichtskenntnisse verfügt; wie alle übrigen Fähigkeiten, so versteht er es auch, diese ungewöhnlichen Qualitäten sorgfältig zu verbergen. "Lieber Leser", schrieb Evelyn Waugh über diesen Spaziergang, "wenn Sie etwas übrig haben für das eigentümliche Inselvolk der Briten, werden Sie diesem Kunststück nicht widerstehen können."

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Verdienter Klassiker 2. Dezember 2007
Von MH
Ein großartiges Stück Reiseliteratur über zwei Bergsteigerlaien, die sich aufmachen in Zentral-Afghanistan der 1950er Jahre den Gipfel eines 6000ers zu besteigen. Seinesgleichen sucht dabei der Schreibstil und Humor von Newby, dem ehemaligen Modeverkäufer mit der viel beschriebenen typisch englischen stiff upper lip. Nicht nur für Leute mit dem Faible fürs Berge besteigen geeignet und ein wirklich fantastisches Buch in der nicht minder guten Reihe der Anderen Bibliothek. Dem geneigten Leser sind weiterhin "Der Weg nach Oxiana" von Robert Byron und "Tatarennachrichten" von Peter Fleming ans Herz zu legen.
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Anders Reisen 4. Februar 2006
Von Niclas Grabowski TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Dieses Buch passt eigentlich mehr in das 19. Jahrhundert, als in die Mitte des 20. Jahrhunderts, in dem es geschrieben wurde. Zwei Britten, ein Verkäufer in einem Modeladen und ein Mitarbeiter einer Botschaft beschließen mit völlig unzureichenden Mitteln und völlig unzureichender Ausbildung von London nach Afgahnistan aufzubrechen, um dort einen unbekannten Berg zu besteigen, der selbst für dortige Verhältnisse im absoluten Nichts liegt.

Nach dieser Inhaltsangabe kann man dass alles eigentlich nur für einen Roman halten, aber nein, Newby gibt hier tatsächlich eigene Erfahrungen wieder, und so hat er ganz nebenbei einen der großen Klassiker der Reiseliteratur geschrieben. Es ist extrem unterhaltsam, wie beide gegen Mensch, Natur, Bürokratie und andere Unglücksfälle kämpfen. Schließlich der Höhepunkt: Die Besteigung des Berges, man kämpft auch noch mit der eigenen Physis, vielleicht hätte man das Bergsteigen ja doch noch etwas mehr üben sollen, als nur durch einen kurzen Ausflug nach Wales, aber schließlich ist man ja Engländer, und als solcher gibt man ja nicht so leicht auf. "Dilettante Travellers" in jeder Hinsicht.

Auf der anderen Seite gibt es dann wieder spannende Einsichten in die Bewohner und die Geschichte der Landschaften, die durchquert werden. Man erfährt viel über ein Land, dessen Geschichte aus mehr besteht als nur Mudschaheddin und Taliban besteht. Man erfährt auch, dass sich diese Geschichte im Laufe der Jahrhunderte öfters wiederholt.

Wenn Sie Reiseliteratur noch nicht mögen: Nach diesem Buch werden Sie sich dafür interessieren. Ein wahres Abenteuer. Über die Qualität der Ausgabe im Rahmen der Anderen Biblothek braucht man nur eines zu sagen: Wie immer ein Genuss, es in den Händen zu halten.

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2 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
im Grunde total abgedreht, der Held hat was von Verne....ich hatte das Gefühl, als sähe ein Schutzengel dem Gewurstel zu und der Roman sei eher zufällig bei der Reise durch Afganistan hevorgepurzelt.
Durch die Ereignisse nach dem 11. September wurde der Spaziergang für mich zu einem beklemmenden Deja Vue.
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