Um es vorweg zu sagen, das Buch hat mich enttäuscht. Von einer Autobiografie ist nur am Anfang kurz die Rede. Sie ist für mich oberflächlich und ohne Tiefgang, ganz im Gegensatz zu seinen politischen Ansichten und Meinungen. Die werden ohne Ende ausgebreitet. Bilder gibt es auch keine, hin und wieder mal was privates. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck, Jahrgang 1949, kommt aus der Gewerkschaft und steht ziemlich weit links. Dass er es ehrlich meint und für die Menschen da sein will, betont er immer und immer wieder. Das nimmt man ihm auch gerne ab. Nebenbei hat er sich natürlich für die SPD engagiert, war mehrfach stellvertretender Vorsitzender und für zwei Jahre Chef der Sozialdemokraten. Weil einige Genossen, unter anderem Franz Müntefering, nicht so wollten wie er, sagte er ade und zog sich wieder ins kuschelige Mainz zurück. Hier in seiner Heimat fühlt sich der dünnhäutige und harmoniebedürftige Pfälzer auch wohler. Fazit: Schade ums Geld.