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Ein Sommer, der bleibt: Peter Kurzeck erzählt das Dorf seiner Kindheit [Audiobook] [Audio CD]

Peter Kurzeck , Klaus Sander
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

Oktober 2007
Das Dorf Staufenberg im Landkreis Gießen liegt auf einer Felskuppe. Hoch oben die alte Burg. Wenn der böhmische Flüchtlingsjunge Peter vom Turm ins Tal blickt, kommt ihm das wogende Korn vor wie das Meer, das er nicht kennt, sich aber immer wieder vorstellen muss, und die Flugameisen, die nur hier und nur an wenigen, Jahr für Jahr wiederkehrenden Tagen Hochzeit feiern, erzählen ihm vom Sommer, der kommt. Er sieht die Menschen im Dorf, von denen er nun selbst einer ist, und er sieht all die Wege, die vom Dorf wegführen: in die Weite des Tals vor dem Autobahnbau, zur Lahn und den Lahnwiesen, wo er mit den anderen Kindern spielt und einmal fast sein Taschenmesser verliert, zur Mühle, wo er mit seiner Mutter um ein Säckchen Mehl bittet, zum Rex-Filmtheater Lollar und zur Buderus-Hütt, dem großen Eisenwerk, nach Gießen zum Papierwarenhändler und zum Teufelslustgärtchen, und nicht zuletzt nach Frankfurt, wohin er später mit seinem Freund Eckart in den großen glitzernden Amischlitten der GIs trampt. Ein Kaleidoskop an Geschichten fügt sich zu einem detailreichen Bild von Nachkriegsdeutschland und früher Bundesrepublik.Hören und Sprechen nicht als Derivat des Geschriebenen zu begreifen, sondern ihm als eigenständiger Form Gehör zu verschaffen - das war von Anfang an das besondere Anliegen von supposé. Mit "Ein Sommer, der bleibt" gehen wir auf diesem Weg einen bedeutenden Schritt weiter: In langen Gespräch-Sessions haben supposé-Betreiber Klaus Sander und der Schriftsteller Peter Kurzeck das bislang weitgehend mit Wissenschaftlern und Philosophen entwickelte Produktionsverfahren der freien Erzählung für die Literatur angewandt. Herausgekommen ist ein Roman, der ausschließlich in akustischer Form existiert.

Vergleichbar der improvisierten Vortragskunst der legendären schwarzen Bluessänger, die er in den 60er Jahren in hessischen Army-Clubs gehört hat, gerät Peter Kurzeck aus dem Gespräch heraus ins Erzählen und findet so zu einer neuen Form des Romans: ein Text, der erst während der Rede, während der Aufnahme entsteht, ohne Buchvorlage oder Manuskript eine Beschwörung. So entspinnt sich aus einer Kindheit im Dorf Staufenberg ein exemplarisches Leben, in dem schließlich die Kunst der Erinnerung in eins fällt mit der Kunst der Literatur.

Wird oft zusammen gekauft

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Preis für alle drei: EUR 74,40

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Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: supposé; Auflage: 1., Aufl. (Oktober 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3932513851
  • ISBN-13: 978-3932513855
  • Größe und/oder Gewicht: 13,2 x 13,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 213.531 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ein literaturhistorisches Ereignis hat stattgefunden: ein kunstreicher, verblüffender Akt, die Geburt einer neuen Gattung in Form einer CD-Box" (Hubert Winkels, DIE ZEIT) "Das beste Buch des Monats ist überhaupt kein Buch, sondern ist eine CD: Ein unkonventionelles Hörbuch aus Deutschlands unkonventionellstem Hörbuchverlag. Diese CD enthält nicht einfach die Lesung eines Buchs, sie ist selbst der Roman. Peter Kurzeck entwickelt und erzählt seinen Roman vor dem Mikrofon ­ Papier und Tinte braucht er dazu nicht. Ein Literaturerlebenis nur für die Ohren! Toller Erzähler, tolle CD!" (Denis Scheck, ARD druckfrisch) "Keine Minute der knapp sechs Stunden ist überflüssig oder langweilig, weil Kurzeck ein Erinnerungsriese, vor allem jedoch ein Welterschaffungsgenie ist. Ein ganzes Universum entsteht dabei neu - berührend, beeindruckend, schlicht: großartig." (Christoph Schröder, Frankfurter Rundschau) Platz 1 der hr2-Hörbuchbestenliste Dezember 2007 "Ein ausgesprochen gelungenes Werk. Eine artistische Meisterleistung sondergleichen, dass sich jemand frei redend so erinnert, auch an die Namen des Apothekers aus dem Nachbarort und dessen Frau und dessen Hund! Es ist unglaublich, was für ein Gedächtnisarchiv Herr Kurzeck hat. Allein das wäre schon Bewunderung genug für diese Form der artistischen Leistung, aber was jetzt dazu kommt, ist, dass er wunderbar formuliert und dass es auch als Literatur funktioniert. Es ist der Versuch, die Zeit stillzustellen, die Zeit rauszunehmen aus einer Szene, deshalb dieser hohe Sommer, dieser eine Tag als Grundgefühl, das ist ja ein altes, antikes Motiv, die Zeit des Pan, diese eine glückliche Zeit. Und dies zu vermitteln, so zu vermitteln, dass der Hörer selber in eine fast meditative, schöne, sommerliche, gleitende Zeitbewusstheit hineingerät, das gelingt zudem noch, zu allem anderen, was an dieser Produktion besonders ist. Und insofern ist es sowohl von der traditionellen künstlerischen Qualitätsfrage her besonders, aber eben auch medial und gattungsmäßig etwas völlig Neues." (Hubert Winkels, Deutschlandfunk Kultur heute) "Erlebte Zeit wird erzählte Zeit: ohne den Umweg über die Schrift ist dieses Hörbuch ein Originaldokument. Gemeinsam haben Peter Kurzeck und Klaus Sander das Verfahren der freien Rede für die Literatur nutzbar gemacht. So ist ein akustischer Roman entstanden, der gleichzeitig intim und öffentlich ist. Mit dem Redefluss, der kaum spürbar bearbeitet aus sich heraus zu entstehen scheint, kommt man nicht nur der Lebensgeschichte Kurzecks nahe, sondern auch einer Person, die bei aller Authentizität eine fiktive bleiben muss. Die Stimme, die hier spricht, bekommt einen Körper, der nur in der Erinnerung des Hörers mit dem von Peter Kurzeck übereinstimmen kann. Für die meisten entsteht völlig glaubhaft eine andere Person. Und zwischen den Beschreibungen stösst man dann immer wieder auf ganz profunde Erkenntnisse, die wie nebenbei in einem leichten, unbeschwerten Ton beschrieben werden und sich kaum von den Beobachtungen trennen. Dieses Hörbuch ist auf ganz erstaunliche Weise wie aus einem Guss. Die Form des Hörbuchs ist im Grunde die ideale Form für die konzentrierte erzählende Prosa Kurzecks, weil nur hier die Zeit eine unmittelbare Rolle spielt. Erzählen und Zuhören sind zeitlich verbundene Prozesse. Ohne den Umweg über das Buch, ohne dass man innehalten und aufblicken könnte, ist man den Bildern ausgeliefert, die an einem vorüber ziehen ohne zu verharren. Man möchte das Licht löschen, um ihnen mehr Raum zu geben, damit sie ohne Ablenkung wirken können. Dann hört man das Hörbuch noch einmal und immer wieder, weil die Erzählung einen Sog entwickelt, der kein Ende kennt. Nichts passiert in dieser Geschichte und doch enthält sie, wie nur wenige andere, die ganze Welt." (Ulrich Sonnenschein, hr2 Mikado) "Es ist ein kleines Wunder, wie Peter Kurzeck im Erzählen eine verschwundene Welt wieder zum Leben erweckt - und zwar ohne romantisch verklärenden Blick. Worte werden Klang; Rhythmus und Melodiebögen von Kurzecks Sätzen machen aus einem exemplarischen Stück Zeitgeschichte ein Kunstwerk von suggestiver Kraft: Oral history trifft Literatur." (Nils Kahlefendt, Börsenblatt) "Dieser Roman ist beispiellos. Offenbar ohne wie auch immer geartete unmittelbare schriftliche Vorlage eine rund fünfstündige Erzählung zu realisieren mit all der Frische, die eine spontane Erinnerung in einem Gespräch auszeichnet, das ist große Kunst, wenn dieser Begriff denn Sinn macht. Denn: Um Kunst handelt es sich zwar, selbstverständlich, auch wenn man gerne im übertragenen Sinn von kunstlosem Erzählen sprechen möchte. Doch das Attribut "groß" ist problematisch, eben weil die Unternehmung einzigartig ist. Es gibt kein "größer" und "kleiner": Dieser Roman ist ein Unikum." (Hubert Winkels, Börsenblatt) Hörbuch der Woche (Bayerischer Rundfunk, 25.11.2007) "Liebevoll beschreibt Kurzeck den Ort seiner Kindheit, die Leute, die dort wohnten und teilweise immer noch wohnen, bringt ihre Sprache und trockene Lakonie zum klingen. Kurzeck selbst hat ein wenig vom hessischen Zungenschlaf angenommen, und auch deswegen ist es angenehm, ihm zu lauschen. So luftig und frei gesprochen möchte man ihn am liebsten immer hören." (NDR Kultur) "Der supposé-Verlag verfolgt seit einiger Zeit ein sehr interessantes Projekt: Er lässt Geistesgrößen, meistens Wissenschaftler, über ihren Forschungsgegenstand erzählen, ohne Manuskript, freie Rede pur, und man ist oft erstaunt, wie einem so, also frei erzählt, komplizierte Zusammenhänge klar werden können. Jetzt hat supposé einen Schriftsteller vors Mikrofon geholt: Peter Kurzeck, Autor oft autobiografisch gefärbter Romane, und er erzählt fast fünf Stunden lang über das Dorf seiner Kindheit, Staufenberg bei Gießen. Genaue Detailbetrachtungen auf dem Dorf als Grundlage für die Wahrnehmung der Vielfalt der Welt..." (Rosemarie Tuchelt, hr2 Mikado spezial) "Den Begriff des Hörbuchs ernstgenommen und als Experiment verwirklicht hat das Kölner (nach einem Umzug bald: Berliner) Label supposé, seit Jahren Garant für die gewitztesten Beiträge im noch jungen Medium der besprochenen CD. Wochenlang zog sich supposé-Gründer Klaus Sander mit dem Frankfurter Autor Peter Kurzeck und einem Aufnahmegerät in eine leere Wohnung zurück. Der Roman als reiner Sprechakt, nichts Geringeres, war Ziel der selbstauferlegten Einsperrung. Der weitverzweigte Plot des Hörbuchs entsteht unmittelbar aus dem Erinnern und Erzählen heraus, folgt den im Sprechen wiedererstandenen Bildern, Personen und Anekdoten. In der zur Literatur sich verdichtenden Erinnerung zerfließen auch die herkömmlichen Grenzen von Privatheit und Fiktion vor dem Ohr des Hörers dieses Originaldokuments akustischer Literatur. In der Spontaneität des Sprechakts scheint es der Dorfbewohner Kurzeck zu sein, den wir als Kind erleben. Und doch ist es, wie Marcel Prousts Marcel, auch hier ein literarisches Alter Ego, dem wir durch die Gassen und Wiesen folgen. Wenige Wochen nach seinem Erscheinen wurde "Ein Sommer, der bleibt" bereits mit hymnischen Kritiken bedacht. Das gewagte Experiment ruft nach Fortsetzung." (Cornelia Niedermeier, Der Standard) "Nichts bleibt so im Gedächtnis haften wie die Zeit der Kindheit: Das erste Bad im Fluss, der Klang der Häckselmaschine am Abend - die ganze rätselhaft-schöne Welt. Und so erinnert sich der Frankfurter Schriftsteller, Jahrgang 1943, an die Zeit, als er, sechs, sieben, acht Jahre alt, das Leben entdeckte. Ein Flüchtlingsleben nach dem Krieg. Armut und Leid der Flüchtlinge spielen dabei durchaus eine Rolle, etwa wenn die Mutter um ein Säckchen Mehl betteln muss und rüde abgewiesen wird. Vor allem aber geht es in diesen Erinnerungen um das Glück der Kindheit, das Eins-sein mit der Welt, um die Zeit, in der die nächste Umgebung wie ein unerschöpflicher Kosmos wirkt. Heute noch scheint Kurzeck vom Zauber umfangen, von dem diese Kinderwelt durchwirkt ist. So wie man sagt, jemandes Augen begännen zu leuchten, so wird Kurzecks Stimme heller und heiterer, je intensiver er der Zeit in der hessischen Provinz kurz nach dem Krieg gedenkt." (Tobias Lehmkuhl, Süddeutsche Zeitung) "Der Output des gerade nach Berlin umgezogenen Audio-Labels supposé ist so gut & außergewöhnlich, dass man in jeder Ausgabe eine der von Klaus Sander konzipierten und edierten CDs vorstellen könnte. Mit Peter Kurzecks gesprochenen Erinnerungen an das nordhessische Dorf seiner Kindheit ist ihm ein besonderer Wurf gelungen!" (Schwankungen - Kultur für Bremen) "Nur die neuen Medien bieten noch Novitäten, oder? Nein, jetzt gibt es eine Neuheit in einem ganz alten Medium: in dem der Literatur. Peter Kurzeck bringt jetzt zusammen mit dem genialischen supposé-Verlag eine unerwartete Neuheit. Auf vier CDs hat er einen Roman erzählt. Ein Sommer, der bleibt ist nicht auf der Grundlage von Texten entstanden. Hier wird nichts vorgelesen, es ist das erste Hörbuch ohne Buchvorlage. Und das ist vollends gelungen und faszinierend." (Frank Berzbach, sciencegarden) "Kurzeck im augenblicklichen Zenit seines wohl für immer größten literarischen Wurfes" (Gießener Anzeiger) "Das ist mehr als oral history: Das ist, in der Erzählung, unendlich fein gesponnenes Garn. Kurzeck hat von Anfang an seine Umwelt sehr genau beobachtet und alles gespeichert, die leise im Wind wogenden, ja sich wälzenden Kornfelder, die er vom Kirchturm aus sah, genauso wie die erste Autofahrt. Ein Archivar seines Lebens." (Knut Cordsen, Bayerischer Rundfunk, B5 aktuell) "Ein Hörbuch, das bleibt" (hr2-Hörbuchbestenliste) "Dass Kurzecks Schreiben seine innerste Energiequelle in der Mündlichkeit des Erzählens hat, zeigt diese wunderschöne CD-Sammlung. Hier erzählt der Schriftsteller wie ihm der Schnabel gewachsen ist, ohne Manuskript. Man wird in einen Erinnerungsstrudel gezogen und ertappt sich bei dem Wunsch, eine Kurzeck-CD zum Einschlafen aufzulegen, so beruhigend ist die Dichterstimme. Man vertauscht sich als Kurzeck-Fan probeweise mit dessen Tochter, deren Einschlafrituale so oft erzählt werden. Verlässlich ist Kurzecks Fähigkeit, nach der vierten, fünften Erzählgabel...

Der Verlag über das Buch

Hören und Sprechen nicht als Derivat des Geschriebenen zu begreifen, sondern ihm als eigenständiger Form Gehör zu verschaffen - das war von Anfang an das besondere Anliegen von supposé. Mit "Ein Sommer, der bleibt" gehen wir auf diesem Weg einen bedeutenden Schritt weiter: In langen Gespräch-Sessions haben supposé-Betreiber Klaus Sander und der Schriftsteller Peter Kurzeck das bislang weitgehend mit Wissenschaftlern und Philosophen entwickelte Produktionsverfahren der freien Erzählung für die Literatur angewandt. Herausgekommen ist ein Roman, der ausschließlich in akustischer Form existiert.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
58 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Audio CD
Hier wird nicht geplaudert, aber auch nicht gelesen. Noch nicht einmal Stichworte hatte Kurzeck vor sich liegen, als bei laufendem Aufnahmegerät die Erinnerungsmaschinerie in Gang gesetzt wurde. Zuvor hatten Klaus Sander und der Schriftsteller immer wieder korrespondiert, sich getroffen und die Koordinaten dieses Projektes abgesteckt. Dabei gleitet Kurzeck nie in einen verwelkt-muffeligen "Opamodus", an keiner Stelle klingt die autobiographische Spurensicherung nach "guter, alter Zeit" (obwohl es eine solche war für ihn), aber eine verschattete Rückschau auf die damaligen Nöte ist es ganz gewiss auch nicht, denn er hatte eine vortreffliche Kindheit (mit all den kleinen Abenteuern, wunderbaren Plätzen, einem zugelaufenen Hund namens Rolf, für den er nie 16 Mark Hundesteuer zahlen musste, der kalten Fleischwurst im Sommer an der Lahn...). Die kleine Aufzählung in der Klammer verrät schon: Keine großen Geschichten, kein Konfliktstoff, kein Hadern oder Loskommenwollen, schon gar nicht nachträgliche Besserwisserei eines gesetzten Herrn. Statt dessen: Details zu Menschen, dem Dorfleben, zu Orten und kleinen Reisen, und sei es nur nach Gelnhausen. Erstaunlich ist, dass das sich nicht wie "Herbstmilch" anfühlt oder sonstige Volkstümlichkeit im Realismusmantel. Kurzeck erzählt so, als hätte er sich gut vorbereitet, aber immer auch ein Stück weit improvisiert, trotzdem wirkt alles sehr flüssig, schlüssig und mit einer erstaunlichen Schärfe vorgetragen. Die mehreren hundert Tonschnitte sind unsichtbar und formen das Material zu einem zeitweise hochinteressanten, gar nicht so nostalgischen Stück Dorf- und Lebensgeschichte ab dem Ende der 40er. Nicht alles daran ist unbedingt erzählenswert (so manches Detail mag für ihn von Gewicht sein, ist es nicht unbedingt für den Hörer), aber was hier geleistet wird, ist nicht weniger als eine im Grunde wenig spannende Kindheits- und Jugendgeschichte, über die andere gegenüber Fremden kaum viele Worte machen würden, in eine handfeste, entschlackte Poesie der kleinen Dinge zu übersetzen - und zwar scheinbar ohne eine künstlerische Verkleidung. Das ist unheimlich wichtig, denn niemals hätte ich CDs gekauft, auf denen Kurzeck, dessen Romanwerk ich gar nicht kenne, aus seiner Autobiographie liest. Die hätte mich in diesem Aggregatzustand überhaupt nicht tangiert. Insofern ist es einerlei, was sie von Kurzeck halten oder ob er Ihnen etwas als Autor bedeutet. Hören Sie einfach einem Mann zu, der in einem kleinen Dorf aufwächst und dort glücklich ist. Der jeden Hund kennt und auch jedes Huhn. Der für 8 Mark gerne eine Broschüre zur Hypnose kaufen würde, aber das Geld nicht hat (und dann autodidaktisch "hypnotisiert"). Hinzu kommen Vergleiche zur heutigen Zeit, in der nun wirklich alles anders geworden ist (die "Jenseitigen am Hoftor" beispielsweise). Kein Großvater kann so wortreich von solchen Dingelchen berichten, die nur in der Summe Sinn ergeben. Dazu brauchen wir Herrn Kurzeck unbedingt. Und Klaus Sander, der solche Dinge möglich macht.
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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Peter Kurzeck, Ein Sommer, der bleibt 8. Februar 2008
Format:Audio CD|Von Amazon bestätigter Kauf
Jeder weiß, dass Hühner einschlafen. Aber Kurzeck erinnert daran, wie sie das an einem warmen Sommertag in der Mittagshitze auf sandigem Untergrund tun. Und erzählt von der Vorfreude seines Hundes, der alles beobachtet und sie gleich, durch keine Erziehung davon abzuhalten, aufscheuchen wird.

Ich höre die CDs gerade zum zweiten Mal und höre wieder ganz viel Neues.
Dass ich, nur wenig jünger als Kurzeck und ebenfalls in den ersten Jahren auf dem Land groß geworden,in ein assoziatives Feuerwerk gerate, war meine Hoffnung.

Kurzeck löst eigene Erinnerungen, Gefühle, Bilder aus.

Dass aber auch Jugendliche, die in der Stadt aufgewachsen sind, wenn man sie mal in einem ruhigen Moment zum Zuhören verführt, ganz viel mit den Texten anfangen kann, hat mich überrascht. "Ich habe mich in der Grundschue genau so auf den ersten Ferientag gefreut", sagt meine Abiturientin-Tochter."Da hat sich nichts geändert".
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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein seltenes und faszinierendes Zeitdokument 14. März 2008
Von Karl-Heinz Heidtmann TOP 500 REZENSENT
Format:Audio CD|Von Amazon bestätigter Kauf
Nehmen wir es vorweg: Ich habe noch nie ein so hervorragendes Hörbuch dieser Art in den Händen gehalten!

Peter Kurzeck erzählt authentisch und frisch eine Vielzahl kurzer Episoden aus seiner (neuen) Heimat im Ort Staufenberg im Raume Gießen, wohin es die Familie nach den Kriegswirren vertrieben hat.

Peter Kurzeck erinnert sich liebevoll an dieses Dorf seiner Kindheit, an die Schule, den Sommer, das Baden in der Lahn, die Amis, das Rex-Filmtheater, den Bücherbus, die Waschtage, die Dreschmaschine und vieles andere mehr.

Die Texte - und das ist das Originelle - werden dabei nicht von Peter Kurzeck vorgelesen, sondern von ihm gleich einem Geschichtenerzähler frisch aus der Erinnerung erzählt - "oral history" at its best! Der Text entsteht während des Erzählens, eine neue Form des Romans. Das Resultat: Ein mit allen Sinnen spürbares Bild des Nachkriegsdeutschlands.

Fazit: Ein Schatz, besonders für Leser / Hörer der Geburtsjahre vor 1960. Dieses Hörbuch macht (sehn-) süchtig!
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1.0 von 5 Sternen langweilig
Ich habe das Hören nach der ersten Stunde abgebrochen, weil ich die Erzählung sehr langweilig fand. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Mareike veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Sehr gut erzählt
er beschreibt seine Heimat mit den Bewohnern sehr schön, da ich im Nachbardorf groß geworden bin und auch Staufenberg gut kenne fühlte ich mich beim hören der... Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von hasche veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ein Vergnuegen
Peter Kurzeck zuzuhoeren, ist ein reines Vergnuegen! Scheinbar kunstlos und improvisiert erzaehlt er von alltaeglichen Dingen, und doch fuegt sich eins zum andern, entstehen Bilder... Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von Harald veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Archäologe der eigenen Herkunft
Gewöhnlich gräbt ein Archäologe - ein anstrengendes Ringen mit überwiegend Unbedeutendem. Das hat der Sprecher dieser Aufnahmen nicht nötig. Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von o-o veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Eine uralte Kunst
Peter Kurzeck hat hier eine Kunstform wiederbelebt, die weit in die Geschichte der Menschheit zurück reicht und fast
so alt ist wie die Sprache. Lesen Sie weiter...
Vor 21 Monaten von Reiner Fey veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ein absolutes Wunder
Ich bin kein Freund von Hörbüchern. Meistens schlafe ich dabei ein und lege sie dann irgendwann zur Seite. Lesen Sie weiter...
Vor 24 Monaten von Katrina veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Zum Weinen schön!!
Selten hat mich ein Audiobuch so berührt und so in seinen Bann gezogen. Peter Kurzeck ist der nette Onkel, der detailgenau und dabei spannend und einfach unnachahmlich... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 13. März 2011 von Schmökerfreundin
5.0 von 5 Sternen Wunderschön
Ich kann mich meinem Vorredner nur anschliessen,
ich habe noch nie ein so berührendes Hörbuch gehört. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Januar 2011 von urmeltier
5.0 von 5 Sternen Ein ganz besonderes Hörbuch - ein mündlicher Roman
Dieses Hörbuch geht nicht auf keine Buchvorlage zurück, sondern es ist im Studio im Gespräch vor Mikrofonen entstanden, also das Original ist das Hörbuch. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. März 2010 von Carl-heinrich Bock
5.0 von 5 Sternen ein Juwel - auch für einen Hörbuchmuffel
Eigentlich höre ich kaum Hörbücher, da muss man sich konzentrieren, kann schlecht unterbrechen oder gestört werden, braucht Ruhe und viel Zeit, doch dieses... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. Januar 2009 von Milchbart
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