Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Lesen!, 2. Oktober 2007
Wer eine Kindheitserinnerung in schöner Sprache lesen möchte, wer sich selbst an unbeschwerte Kindertage erinnert (auch wenn diese damals gar nicht immer so unbeschwert waren), der sollte dieses wunderschöne Büchlein lesen, am besten in einem Rutsch. Schon das so passende Titelmotiv des kleinen Jungen mit der Muschel (Foto von Édouard Boubat) vermittelt einen Eindruck davon, was einen bei der Lektüre erwartet. Aus der Sicht eines Kindes, mit viel Phantasie und Einfühlungsvermögen, wird ein Kriegssommer beschrieben, aus dem Erwachsene und Kinder gemeinsam "das Beste machen", statt der geplanten Reise nach Venedig baut man sich eine Welt, die jene Realität da draußen vergessen hilft und eine eigene Sommeridylle schafft.
Venedig im Keller - das kann nicht mehr vergessen, wer das einmal gelesen hat. Über diesem Buch schwebt - trotz des so bedrohlichen Hintergrunds - der Zauber der Kindheit, den man auch heute jedem Kind nur wünschen möchte.
Unbedingt empfehlenswert!
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32 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sommer-Idyll in schwerer Zeit!, 31. August 2007
Solange Marek denken kann, hat Venedig seine Fantasie beflügelt: Mit den Reiseerinnerungen seiner Familie, Büchern und Erzählungen wird diese Stadt für ihn zu einem ganz außergewöhnlichen Sehnsuchtsort.
Nun soll es endlich soweit sein: Marek darf mit seiner Mutter in die Stadt seiner Träume reisen.
Umso größer ist schließlich seine Enttäuschung, als die Reise schließlich doch nur aufs Land zu seiner Tante Weronika gehen soll.
Es ist 1939, der letzte Friedenssommer. Sein Vater hat bereits einen Einberufungsbefehl. All das nimmt Marek nur wie durch Watte wahr. Denn in der Jugendstilvilla auf dem Land, inmitten eines verwunschenen Parks und geborgen durch die etwas versponnene Tante Weronika erlebt Marek einen traumhaften Sommer. Venedig ist schließlich weit weg und in der Abgeschiedenheit seines Kindheitsparadieses ist es, als sei die Zeit stehengeblieben...
Wlodimierz Odojewskis Buch ist eine sehr poetisch-literarische Erzählung, die mich letztlich an das Kästner-Wort erinnerte: "Kindheit ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können".
Kitschfrei und berührend, ein wirkliches Kleinod.
Und gäbe es Punkte für die optische Gestaltung eines Buches, erhielte "Ein Sommer in Venedig" mehr als die verfügbaren fünf Sterne.
"Schirmer und Graf" ist bekannt für seine bibliophil-liebevoll gestalteten Bände. Hier stimmt einfach alles: Der Umschlag ist der bisher schönste, der mir sowohl im Verlagsprogramm als auch in der Fülle der bisherigen Herbst-Neuerscheinungen auffiel!
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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Träume von einer fernen Stadt, 21. Oktober 2007
Marek, ein zehnjähriger Junge in Polen, freut sich auf Venedig! Er darf mit seiner Mutter in den Ferien in diese schöne Stadt reisen. Alle Plätze und Kathedralen, alle Strassen und Wasserwege sind ihm aus den Erzählungen der Verwandten vertraut. Er träumt sich schon hinein in die Stadt seiner Sehnsüchte.
Da trifft es ihn hart, als die Mutter plötzlich die Reise absagt.
Wir haben das Jahr 1939 und der Vater wird eingezogen.
Aus der Sicht des zehnjährigen Marek ist nicht zu verstehen, warum auf einmal alle Pläne über Bord geworfen werden.
Stattdessen geht es zur Tante Weronika aufs Land. Sie besitzt ein große Villa und einen herrlichen Garten.
Wie wird er sich dort die Zeit vertreiben?
Er bleibt nicht alleine. Seine Cousine und andere Kinder aus der Nachbarschaft gesellen sich zu ihm, so dass der Sommer doch noch schön zu werden verspricht.
Die Beschreibungen über das Land, die Pracht der Farben und der Düfte erinnern an impressionistische Gemälde.
Die dunklen Wolken des nahenden dritten Weltkriegs dräuen am Horizont herauf.
Noch aber sieht alles friedlich aus und die Kinder und Tanten haben ihren Spaß.
Als man im Keller eine Wasserquelle zu entdecken glaubt, die allmählich den ganzen Keller auffüllt, kommen die Kinder auf die Idee, Venedig zu spielen. Es wird ein munteres Fest daraus.
Staunend beobachtet Marek die Welt der Erwachsenen und kann doch vieles nicht verstehen. Der erste Soldat, den er sterbend am Wegrand sieht, scheint das Ende seiner Kindheit anzukündigen.
Die Erzählung ist durchzogen von ländlichem Frieden, kleinen alltäglichen Erlebnissen und Familiengeschichten.
Als die ersten feindlichen Flugzeuge nahen, schrecken die Erwachsenen auf. Was besinnlich und friedlich begann, wird durch äußere Umstände in seiner arglosen Unschuld gestört.
Die Kunst des Autors liegt in der Verbindung von unschuldiger Wahrnehmung durch Kinderaugen und der Härte des nahenden Weltunheils.
Die wunderschöne Erzählung lässt an die reflektierende Erzählkunst Prousts denken.
Wlodzomierz Odojewksi ist 1930 in Posen geboren worden. Er lebt heute in Warschau und München. Seine Romane sind mit vielen internationalen Preisen bedacht worden.
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